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UN-Klimagipfel 130 Banken verpflichten sich zu nachhaltiger Ausrichtung

Zahlreiche Geldhäuser wollen künftig nachhaltiger agieren. Auch Commerzbank, Deutsche Bank, GLS Bank und LBBW unterzeichnen eine entsprechende Selbstverpflichtung.
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„Klimaschutz muss für uns Priorität haben“, sagt Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank. Quelle: Reuters
Blumen vor der Deutschen Bank in London

„Klimaschutz muss für uns Priorität haben“, sagt Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die großen gesellschaftlichen Herausforderungen wie die Klimakrise machen auch vor den Banken nicht halt. Zahlreiche Kreditinstitute bekennen sich daher im Rahmen des Klimagipfels der Vereinten Nationen (UN) in New York an diesem Wochenende zu einer nachhaltigen Ausrichtung und mehr Transparenz. Weltweit 130 Banken, die zusammen 47 Billionen Dollar an Vermögenswerten verwalten, unterzeichnen die sogenannten „Principles for Responsible Banking“ (PRB).

Diese Grundsätze für ein verantwortungsvolles Bankgeschäft werden an diesem Sonntag mit der Generalversammlung der Vereinten Nationen offiziell eingeführt. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Initiative: Die Banken verpflichten sich, Nachhaltigkeit in alle ihre Geschäftsbereiche zu integrieren und ihre Aktivitäten an den Zielen des Pariser Klimaabkommens und den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung auszuzurichten.

„Die Grundsätze sind ein Leitfaden für die globale Bankbranche, um auf eine Wirtschaft mit zunehmend nachhaltiger Entwicklung angemessen zu reagieren, sie voranzutreiben, Gutes zu tun und davon zu profitieren“, sagt UN-Generalsekretär António Guterres.

Unter den 130 Unterzeichnern befinden sich auch deutsche Geldhäuser – nämlich die Commerzbank, die Deutsche Bank, die GLS Bank und die LBBW. „Klimaschutz muss für uns Priorität haben – und das drückt sich aus durch die Art und Weise, wie wir Kredite vergeben, durch die von uns angebotenen Produkte und durch unsere Richtlinien“, sagt Christian Sewing, Vorstandschef der Deutschen Bank.

„Nachhaltigkeit ist eine der zentralen strategischen Stoßrichtungen der LBBW und tief in unserer Unternehmens-DNA verankert“, erklärt LBBW-Vorstandschef Rainer Neske. Beispiele seien unter anderem erfolgreiche Platzierungen für Kunden und diverse Eigenemissionen im Bereich grüner Investments und Projektfinanzierungen für erneuerbare Energien.

Die GLS Bank hatte ihre Teilnahme bereits Ende 2018 verbindlich zugesichert. Die Bank befürworte die Grundsätze, weil es wichtig sei, dass die Branche sich endlich auf den Weg macht, sagte Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Bank, bei der Ankündigung.

Selbstverpflichtung zu mehr Nachhaltigkeit

Die neuen Prinzipien gehen von der Finanzinitiative des Umweltprogramms der Vereinten Nationen aus. Weltweit 30 Kreditinstitute zählen zu einer Kerngruppe an Gründungsmitgliedern, die diese Selbstverpflichtung entwickelt haben – darunter Barclays, BNP Paribas, Citi, ICBC, ING, Santander und die Triodos Bank.

„Es ist höchste Zeit, dass Banken gemeinschaftlich aktiv werden für eine bessere Welt“, sagt Peter Blom, Vorstandschef der Triodos Bank. „Die Grundsätze fordern von den Banken, dass sie die Wirkung ihrer Kredite und Investments betrachten und ihre Entscheidungen nicht nur auf Basis von Risiko und Rendite treffen.“ Vorbild für die neuen Grundsätze waren die „Prinzipien für verantwortliches Investieren“ (PRI), die auch in Kooperation mit den Vereinten Nationen entstanden sind.

Für die Banken soll die Selbstverpflichtung zu mehr Nachhaltigkeit und Transparenz nicht nur ein Lippenbekenntnis bleiben. Laut der Triodos Bank müssen Institute, die sich zu den Prinzipien bekennen, öffentlich Ziele zur Nachhaltigkeit festlegen und über ihre Fortschritte berichten. Banken, die die Transparenzanforderungen mehrfach nicht erfüllen, keine angemessenen Ziele setzen oder Fortschritte ungenügend nachweisen, werden demnach von der Liste der Unterzeichner gestrichen.

„Wenn die Prinzipien nicht zu konkreten Aktionen führen, fällt die Initiative in die Kategorie Greenwashing“, sagte auch Regine Richter von der Organisation Urgewald, die sich für Umweltschutz und Menschenrechte einsetzt, dem „Tagesspiegel“. So haben die Banken beispielsweise vier Jahre lang Zeit, die Prinzipien umzusetzen. Das sei in Zeiten des Klimawandels viel zu lang.

Mehr: Auch deutsche Politiker beschlossen am Freitag einen nachhaltigeren Kurs. Diese Maßnahmen soll das Klimapaket der Bundesregierung enthalten.

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