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Unicredit, Intesa Sanpaolo, Monte dei Paschi Neue Sorgen, alte Krisen – Italiens Banken legen mittelmäßige Quartalszahlen vor

Gedrückte Stimmung an der Mailänder Börse: Bankaktien drehten am Donnerstag ins Minus. Die Gründe sind in Italien selbst zu suchen.
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Unicredit steigert Gewinn um ein Viertel Quelle: AFP
Unicredit-Gebäude in Milan

Sondereffekten und Einsparungen bescheren der größten Bank Italiens einen höheren Nettogewinn.

(Foto: AFP)

RomZum einen legten die Großbanken nach herausragenden 2018-Ergebnissen nur mittelmäßige Zahlen für das erste Jahresquartal vor. Zum anderen droht nach dem überraschenden Rückzug des US-Investors Blackrock aus einer Beteiligung an der Regionalbank Banca Carige eine neue Bankenrettung durch den Staat, wie es 2017 bei Monte dei Paschi der Fall war.     

Die Großbank Unicredit meldete für das erste Quartal rückläufige Erträge um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 4,9 Milliarden Euro. Gründe sind ein geringerer Provisionsüberschuss und niedrigere Handelsumsätze. Der Zinsüberschuss legte indes leicht zu, ebenso wie der um Sondereffekte bereinigte Nettogewinn. Der Quartalsüberschuss stieg im ersten Quartal auf 1,4 Milliarden Euro.

Unicredit konnte dabei von einem Sondereffekt profitieren: Die Mailänder Bank musste weniger Strafe für Geschäfte mit dem Iran bezahlen und konnte Rückstellungen in Höhe von 300 Millionen Euro auflösen. Zudem lagen die Betriebskosten im ersten Quartal 2019 um 4,2 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

Die deutschen Unicredit-Tochter Hypo-Vereinsbank verzeichnete einen Rückgang der Erträge um vier Prozent. Der operative Gewinn ging um 3,5 Prozent auf 153 Millionen Euro zurück. 

Analysten von JP Morgan werteten positiv, dass die Kernkapitalquote und auch das Nettobetriebsergebnis besser als erwartet ausgefallen seien.

Zu den vor Kurzem ventilierten Gerüchten, Unicredit sei daran interessiert, bei der Commerzbank einzusteigen, nahm CEO Jean-Pierre Mustier bei der Vorstellung der Zahlen nicht Stellung. Schlagzeilen machte eine andere Nachricht: Unicredit platziert 17 Prozent des Kapitals der eigenen Onlinebank Fineco im Zug eines beschleunigten Bookbuildingverfahrens auf dem Markt. Bisher hielt Unicredit 35 Prozent.

Die Platzierung geschehe im Rahmen der Trennung von Randgeschäftsbereichen, heißt es in einer Mitteilung der Bank. Sie gehört zur Vorbereitung des Strategieplans 2020 bis 2023, den Mustier am 3. Dezember beim Investorentag vorstellen wird. Die Börse nahm die Nachricht nicht gut auf, Unicredit und Fineco drehten ins Minus.

Intesa Sanpaolo sogt für einen kleinen Lichtblick

Die zweite italienische Großbank, Intesa Sanpaolo, erzielte einen höheren Quartalsgewinn, als es die Analysten erwartet hatten. Der Nettogewinn von gut einer Milliarde Euro lag jedoch um 16 Prozent unter dem Ergebnis im Vorjahr, als die Bank 1,25 Milliarden vorweisen konnte. Der Ertragsrückgang lag bei fast neun Prozent bei knapp 4,4 Milliarden Euro. Gründe waren reduzierte Kosten und eine geringere Vorsorge für Kreditausfälle. Analysten hatten jedoch mit einem noch größeren Gewinnrückgang gerechnet

Bankchef Carlo Messina erklärte, 2019 werde das Jahresergebnis über dem von 2018 liegen. Das Ziel sei es nun, den Abbau der faulen Kredite zu beschleunigen, um das Jahresziel früher zu erreichen. Seit dem Höchststand von 2015 seien diese um 29 Milliarden Euro reduziert worden. „Das Ziel haben wir ohne Mehrkosten für unsere Aktionäre erreicht“, sagte Messina.

Auch Monte dei Paschi, die Bank in Siena, deren Hauptaktionär seit 2017 der italienische Staat ist, meldete am Donnerstag keine guten Zahlen. Der Nettogewinn lag mit 69 Millionen Euro um 54,4 Prozent unter dem Ergebnis im Vorjahresquartal. Die Einnahmen gingen um 8,5 Prozent auf 803 Millionen zurück. Fortschritte gemacht worden seien beim Abbau der notleidenden Kredite, teilte die Bank mit, die in Kürze einen Plan zur Rückkehr auf den Markt vorlegen muss.  

Größere Sorgen bereitet den Marktbeobachtern in Italien jedoch die vorerst gescheiterte Sanierung der angeschlagenen Regionalbank Carige. Die Suche nach einer Marktlösung erlitt am Donnerstag einen schweren Rückschlag, als sich der US-Vermögensverwalter Blackrock, der in den vergangenen Wochen mit der Bank aus Ligurien verhandelt hatte, die Gespräche beendete.

In Italien löste die Nachricht einen Schock aus. Man hoffe weiterhin auf eine Marktlösung, erklärten die kommissarischen Verwalter, des Instituts, die zu Jahresbeginn von der Europäischen Zentralbank (EZB) eingesetzt wurden. Doch direkte Staatshilfe, der Plan B der Verwalter, rückt nun wieder in den Vordergrund. „Wir können weiterhin eine vorsorgliche Rekapitalisierung beim Wirtschaftsministerium beantragen“, heißt es in einer Erklärung der Bank, die seit Jahresbeginn unter Zwangsverwaltung der EZB steht. Es sieht nach einer staatlichen Lösung wie bei Monte dei Paschi aus.

Wenn sich kein Investor für Carige findet und die ursprünglich nur als Notlösung gedachte Wahl auf die vorsorgliche Rekapitalisierung fällt, muss auch in diesem Fall die Zustimmung der EU-Kommission eingeholt werden. Die ist jedoch nicht selbstverständlich. Vor zwei Jahren wurden die beiden Regionalbanken Banca Popolare di Vicenza und Veneto Banca von Brüssel als nicht systemrelevant eingestuft und abgewickelt.

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