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Unicredit und Intesa Sanpaolo Polit-Chaos in Rom trifft vor allem die Banken

Salvini droht, die Koalition mit der Bewegung Fünf Sterne aufzukündigen – und lässt Kurse von Bankenaktien fallen. Dabei hatten sie gerade gute Zahlen vorgelegt.
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Salvini hat mit seinen Äußerungen die Kurse des italienischen Bankensektors nach unten geschickt. Quelle: AFP
Unicredit

Salvini hat mit seinen Äußerungen die Kurse des italienischen Bankensektors nach unten geschickt.

(Foto: AFP)

Rom Ein Wort von Matteo Salvini, und die Märkte wackeln. Kaum hatte der Vizepremier und Lega-Chef angekündigt, die Koalition mit der Bewegung Fünf Sterne aufzukündigen, sackte die Mailänder Börse ab. Zum Wochenschluss notierte sie ein Minus von 2,4 Prozent. Investoren fürchten zum wiederholten Mal die politische Instabilität in Italien und verkaufen.

Es traf vor allem die Banken. Alle Institute, auch die beiden Großbanken Unicredit und Intesa Sanpaolo, die gerade erst gute Quartalszahlen vorgelegt hatten, verzeichneten Verluste, der Bankenindex FTSE sank um 4,4 Prozent. Die Regierungskrise erwischt sie hart: Es rächt sich, dass die Institute immer noch zu viele notleidende Kredite in den Büchern haben, obwohl sie deren Abbau vorantreiben. Ein zweiter Grund ist die hohe Anzahl an Staatspapieren, auf denen die Banken sitzen.

Und auch der dritte Gradmesser der angespannten Situation in der drittgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone ging auf Rot. Die Risikozuschläge auf italienische Staatsanleihen gegenüber deutschen Papieren, der sogenannte Spread, stieg auf 2,4 Prozentpunkte. Seit Antritt der Populistenregierung im Juni 2018 waren sie kontinuierlich gestiegen. Doch zum Glück liegt der absolute Negativrekord von 5,7 Basispunkten im November 2011 weit weg. Damals stand Italien am Rand der Staatspleite.

Ein geringer Trost war das relativ gnädige Urteil der Ratingagentur Fitch, das am Freitag nach Marktschluss kam. Zwar beließ die Agentur den Outlook auf negativ und begründete das mit der nach wie vor hohen Staatsverschuldung und dem schwachen Wachstum, sie hielt aber auch ihr Votum BBB vom Februar bei. Damit ist Italien noch nicht auf den Ramschstatus gesunken. Anfang September kommt das Urteil von Moody’s und Ende Oktober das von Standard & Poor‘s – das wäre dann mitten im Wahlkampf.

Italien steht vor einem heißen Herbst. Für den Haushalt 2020 gibt es einen festen Zeitplan, im September muss der Entwurf stehen, Mitte Oktober muss er nach Brüssel und bis Jahresende durchs Parlament in Rom. Mitten im Wahlkampf und ohne handlungsfähige Regierung gerät das Prozedere ins Wanken.

Und Brüssel schaut nach dem im Januar erst abgewendeten Strafverfahren gegen Italien genau hin. Aufgeschoben wurde damals die Erhöhung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar von 22 auf 25,2 Prozent. Doch ohne Gegenfinanzierung kommt die mit 23,1 Milliarden Euro eingepreiste Maßnahme teuer. Steuersenkungen werden angesichts solcher Zahlen unrealistisch. Das weiß auch Matteo Salvini.

Mehr: Salvinis Pochen auf Neuwahlen lenkt davon ab, dass seine Steuerpläne nicht finanzierbar sind, kommentiert Handelsblatt-Italienkorrespondentin Regina Krieger.

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