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Univiva Apobank gründet Marktplatz für Ärzte nach dem Vorbild von Amazon

Die Genossenschaft startet mit „Univiva“ einen Marktplatz mit Dienstleistungen für Ärzte. Er soll als zweite Säule neben dem Bankgeschäft dienen.
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Das Geldhaus will die Kunden enger an sich binden und zugleich eine neue Ertragsquelle erschließen. Quelle: picture alliance / Bildagentur-o
Filiale der Deutschen Apotheker- und Ärztebank

Das Geldhaus will die Kunden enger an sich binden und zugleich eine neue Ertragsquelle erschließen.

(Foto: picture alliance / Bildagentur-o)

FrankfurtIn einem sind sich die Bankmanager heute einig: Große Gefahr geht von den Tech-Giganten wie Amazon, Google und Apple aus, die nach und nach ins Bank- und Versicherungsgeschäft vordringen. Deshalb wissen die Banker auch, dass sie darauf reagieren müssen – zum Beispiel, indem sie ihren Kunden mehr bieten als nur das klassische Bankgeschäft.

Genau das hat die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) vor. Sie startet im Juni eine Plattform mit Dienstleistungen Dritter aus dem Gesundheitsmarkt. „Univiva“ heißt sie, Vorbild ist der Onlinehändler Amazon. Sie startet mit der Vermittlung von Fort- und Weiterbildungen für Ärzte.

Man bereite sich auf Veränderungen des Finanzgeschäfts vor, sagte Apobank-Chef Ulrich Sommer am Montag. Dabei will sein Geldhaus die Kunden enger an sich binden und zugleich eine neue Ertragsquelle auftun. „Wir möchten Erträge außerhalb des Finanzgeschäfts generieren und damit die Bank perspektivisch auf zwei Säulen stellen – die Säule Finanzsektor und immer stärker die Säule Gesundheitsmarkt“, sagte Sommer.

Die Plattform läuft über eine frisch gegründete Tochter namens „Naontek“. Weitere Dienstleistungen wie etwa eine Praxisbörse sollen folgen. Ähnlich wie Amazon kassiert Naontek eine Vermittlergebühr.

Auch andere deutsche Geldhäuser sind in das Plattformgeschäft eingestiegen – bisher allerdings meist in kleinem Stil. So können Anleger beim „Zinsmarkt“ der Deutschen Bank auch Festgeldangebote anderer Anbieter finden. Volksbanken und Sparkassen basteln an Plattformen, über die Kunden aber in erster Linie Produkte aus der eigenen Finanzgruppe finden werden. Seit Langem bekannt ist das Immobilienportal Interhyp, das der ING gehört.

Die große Sorge der klassischen Kreditinstitute ist, dass Tech-Konzerne künftig mit Finanzprodukten den direkten Zugang zum Kunden gewinnen. Zudem drohen Erträge wegzubrechen. Die Tech-Unternehmen sind besonders am Zahlungsverkehr interessiert, was auch die deutschen Banken spüren. Im vergangenen Sommer ist Google Pay, der Bezahldienst des Suchmaschinenanbieters, in Deutschland gestartet. Im Dezember folgte Apple Pay, das Pendant des iPhone-Herstellers.

Amazon hat zudem längst ein eigenes Online-Bezahlsystem und ist in manchen Ländern bereits in die Kreditvergabe eingestiegen. Auch der Onlinebezahldienst Paypal vergibt Darlehen an Onlinehändler.

Die Apobank hofft, durch ihre 460 000 Kunden genügend Besucher auf Univiva zu ziehen. Das Düsseldorfer Geldhaus ist mit einer Bilanzsumme von 45 Milliarden Euro nach der DZ Bank die zweitgrößte Genossenschaftsbank in Deutschland. Es wird direkt durch die Europäische Zentralbank überwacht.

2018 erhöhte die Apobank ihr Kreditgeschäft deutlich, der Zins- und auch der Provisionsüberschuss stiegen. Unterm Strich verdiente sie mit 63 Millionen Euro etwa so viel wie im Vorjahr. Der Wechsel zum Schweizer IT-Dienstleister Avaloq soll im zweiten Halbjahr 2020 abgeschlossen sein. Er kostet die Apobank insgesamt einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag.

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