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US-Banken Goldman Sachs und Bank of America überraschen mit starken Zahlen

Im vierten Quartal machen die US-Großbanken Milliardenumsätze – und kompensieren Schwächen. Denn nicht in allen Geschäftsfeldern lief es gut.
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Die Umsätze aus der Beratung für Fusionen und Übernahmen stiegen von Oktober bis Dezember um 56 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar. Quelle: Reuters
Goldman Sachs

Die Umsätze aus der Beratung für Fusionen und Übernahmen stiegen von Oktober bis Dezember um 56 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar.

(Foto: Reuters)

New York David Solomon bricht mit der alten Tradition. Sein Vorgänger an der Spitze von Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, hatte die Vorstellung der Quartalszahlen immer anderen überlassen. Doch der seit Oktober amtierende neue Chef wandte sich am Mittwoch selbst an die Analysten, um mitten im Betrugsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB Zuversicht zu verbreiten. „Es ist eine schwierige Zeit für uns“, räumte Solomon ein.

Doch die Goldman-Banker seien trotz allem weiter auf die Kunden fokussiert. Auch das Geschäft in Asien sei „extrem stark“. Die Ergebnisse für das vierte Quartal waren dann auch ganz nach Solomons Geschmack: Die Umsätze aus der Beratung für Fusionen und Übernahmen stiegen von Oktober bis Dezember um 56 Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar – das höchste Niveau seit über zehn Jahren.

Solomon, der ehemalige Co-Chef der Investmentbanking-Sparte, war angetreten, um genau diesen Geschäftsbereich zu stärken. Blankfein dagegen hatte seine Karriere im Handelsgeschäft gemacht, einem Bereich, der nach der Finanzkrise weniger lukrativ ist als zuvor.

Das starke Ergebnis der Sparte half auch, Schwächen im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren zu kompensieren. Hier hatten extrem volatile Märkte im Dezember die Kunden verschreckt. Die Umsätze brachen um 18 Prozent auf 822 Millionen ein. Es war das schlechteste Ergebnis seit der Finanzkrise. Die Erlöse im Aktienhandel legten dagegen um 17 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar zu.

Das Wall-Street-Haus ist damit nicht allein. Anfang der Woche meldeten JP Morgan Chase und Citigroup ebenfalls einen Einbruch bei den Handelsumsätzen. Auch bei der Bank of America, die ebenfalls am Mittwoch Quartalszahlen vorlegte, bestätigte sich der Trend.

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Das vierte Quartal markiert für Goldman-Chef Solomon auch einen wichtigen Meilenstein: Für Goldman ist es das erste Mal seit 2008, dass das Institut höhere Erträge im Beratungsgeschäft erzielt hat als mit dem Handel von festverzinslichen Wertpapieren. Im vergangenen Jahr war die Bank weltweit führend bei Fusionen und Übernahmen und Aktienemissionen.

Insgesamt gingen die Erlöse im Quartal um ein Prozent auf 8,1 Milliarden Dollar zurück. Der Quartalsgewinn lag bei 2,32 Milliarden Dollar und schlug damit die Erwartungen der Analysten. Die Aktie schoss im frühen New Yorker Handel um über sechs Prozent in die Höhe – ein wichtiges Zeichen für Solomon. Die Goldman-Aktie war 2018 um 34 Prozent gesunken und war damit der größte Verlierer im Leitindex Dow Jones.

Gegenüber dem malaysischen Volk entschuldigte sich Solomon für den milliardenschweren Betrug um den malaysischen Staatsfonds 1MDB, den Goldmans ehemaliger Südostasien-Chef Tim Leissner mit orchestriert hatte. Leissner, der sich bereits schuldig bekannte, hatte 2012 und 2013 gemeinsam mit dem malaysischen Geschäftsmann Jho Low und hochrangigen Beamten aus Malaysia und Abu Dhabi Milliarden aus dem Fonds entwendet.

Das US-Justizministerium ermittelt nun auch gegen die Bank. Zudem hat die neue malaysische Regierung eine strafrechtliche Klage gegen Goldman eingereicht. Analysten befürchten, dass der Fall die Bank Milliarden kosten könnte. Goldman kooperiert längst mit dem Justizministerium. Solomon wolle den Skandal „schnell, aber durchdacht“ aus der Welt schaffen.

Das renommierte Wall-Street-Haus, das den Fall intern seit drei Jahren untersucht, wolle Branchenkreisen zufolge nicht zu früh und zu schlechten Konditionen eine außergerichtliche Einigung herbeiführen. Goldman hat ohne Angabe von genauen Gründen Nettorückstellungen in Höhe von 516 Millionen Dollar gebildet, um für „Rechtsstreitigkeiten und regulatorische Vorgänge“ gewappnet zu sein. Vor einem Jahr lagen die Rückstellungen lediglich bei neun Millionen Dollar.

Auch die Bank of America legte starke Zahlen vor. Die Erlöse stiegen im vierten Quartal um elf Prozent auf 22,7 Milliarden Dollar und damit stärker, als Analysten erwartet hatten. Der Nettogewinn lag bei 7,3 Milliarden Dollar. Ohne die Sondereffekte der Steuerreform ist das ein Plus von 39 Prozent. Der Jahresgewinn lag bei 28,2 Milliarden Dollar – ein neuer Rekord.

Amerikas zweitgrößte Bank nach Vermögenswerten profitiert vor allem von steigenden Zinsen. Die US-Notenbank Fed hatte den Leitzins 2018 insgesamt vier Mal angehoben, zuletzt im Dezember. Die Aktie, die im vergangenen Jahr 20 Prozent verloren hatte, lag im frühen New Yorker Handel ebenfalls über sechs Prozent im Plus.

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