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US-Finanzinvestor Cerberus steigt bei der Commerzbank ein

Der Finanzinvestor Cerberus ist bei der Commerzbank eingestiegen. Der US-Hedgefonds erwarb rund fünf Prozent an Deutschlands zweitgrößter Privatbank – und gilt als nicht zimperlich. Der Aktienkurs reagierte positiv.
Update: 26.07.2017 - 17:38 Uhr Kommentieren
Blitz über Frankfurt: Ein neuer Großaktionär steigt bei dem Geldhaus ein. Quelle: dpa
Commerzbank-Zentrale (links)

Blitz über Frankfurt: Ein neuer Großaktionär steigt bei dem Geldhaus ein.

(Foto: dpa)

Frankfurt/DüsseldorfWie Deutschlands zweitgrößte Privatbank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte, liegt der Stimmrechtsanteil von Cerberus bei 5,01 Prozent. Das geht aus einer Stimmrechtsmitteilung der Bank hervor. Das Paket ist knapp 700 Millionen Euro wert.

Anleger nahmen den Einstieg des streitbaren Investors bei der Commerzbank positiv auf. Die Papiere des Instituts, an dem seit der Finanzkrise auch der Staat beteiligt ist, verteuerten sich an der Frankfurter Börse zwischenzeitlich um rund 2,8 Prozent auf 11,12 Euro und waren damit die größte Kursgewinner im Leitindex Dax.

Die Commerzbank wollte den Vorgang nicht kommentieren. Cerberus ließ eine Anfrage des Handelsblatt zunächst unbeantwortet. Schon Anfang Juli war über einen Einstieg des amerikanischen Investors bei der Bank spekuliert worden. Die Cerberus Capital Management ist nun nach der Bundesrepublik Deutschland (mit einem Anteil von über 15 Prozent) und vor dem Finanzinvestor Blackrock (rund fünf Prozent) der zweitgrößte Aktionäre der Commerzbank.

Die Bundesregierung kann dem Einstieg des Investors offenbar Gutes abgewinnen. Zwar wollte sich eine Sprecherin am Mittwoch nicht konkret zu dieser Transaktion äußern. Sie sagte aber generell: „Steigendes Investoreninteresse ist positiv für die Commerzbank und deren Aktienkurs.“ Zur Frage, was der Bund mit seiner Beteiligung an der Commerzbank zu tun gedenke, führte sie aus: „Wir haben unsere Position zur Commerzbank nicht geändert.“ Der Grundsatz heiße: „Wir wollen für den Steuerzahler ein gutes wirtschaftliches Ergebnis erzielen.“

Cerberus besitzt eine Vorliebe für schwierige Fälle: Der Finanzinvestor, der von dem ehemaligen US-Finanzminister John Snow geführt wird, investiert traditionell in angeschlagene Firmen, versucht sie zu sanieren und verkauft sie dann weiter. Cerberus investiert aber auch wie ein klassischer Hedgefonds in Wertpapiere. In der deutschen Finanzwelt ist Cerberus spätestens seit 2007 ein Begriff. Damals hatte der Investor die Mehrheit am US-Autobauer Chrysler übernommen und so das Ende des deutsch-amerikanischen Autogiganten Daimler-Chrysler endgültig besiegelt.

Gute Banken, schlechte Banken
Frankfurt am Main: neben London wichtiger Finanzplatz
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Europas Banken stecken in der Krise. Doch ein genauer Blick auf die Kennzahlen zeigt: Das gilt nicht für alle Institute. Im Vergleich von Nettogewinn, Eigenkapitalrendite und Eigenkapitalquote schneiden einige Institute deutlich besser ab als andere.

Besonders interessant ist dabei das Verhältnis zwischen Kurs und Buchwert pro Aktie (KBV). Der Wert offenbart, inwieweit der Börsenwert einer Bank mit den Aktiva, also den Werten in den Büchern der Bank, übereinstimmt. Bis auf drei Banken liegt das KBV bei allen Geldhäusern unter 1, drastisch fällt dieser Wert bei der Deutschen Bank aus. Ein KBV unter 1 bedeutet, dass sich die Aktionäre entweder von einer Zerschlagung der Bank mehr Geld versprechen würden als von der Fortführung des Geschäfts, – oder, dass sie den Qualitäten der Bilanzen, also der verzeichneten Aktiva, nicht vertrauen. Im Folgenden werden die Kennzahlen für die wichtigsten europäischen Banken dargestellt, sortiert nach den Nettogewinnen im 2. Quartal 2017. Aktienkurse vom 3. August 2017

(Foto: dpa)
Platz 10: Commerzbank
2 von 12

Nettoverlust: 643 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: –3,1 Prozent

Eigenkapitalquote: 13 Prozent

KBV (Aktienkurs vom Stichtag/Buchwert pro Aktie): 0,50

(Quelle: Bloomberg)

(Foto: Reuters)
Platz 11: Barclays
3 von 12

Nettoverlust: 1.440 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: –4,6 Prozent

Eigenkapitalquote: 13,1 Prozent

KBV: 0,63

(Foto: Reuters)
Platz 7: RBS
4 von 12

Nettogewinn: 791 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 5,6 Prozent

Eigenkapitalquote: 14,8 Prozent

KBV: 0,66

(Foto: Reuters)
Platz 9: Credit Suisse
5 von 12

Nettogewinn: 280 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 4,4 Prozent

Eigenkapitalquote: 13,3 Prozent

KBV: 0,88

(Foto: Reuters)
Platz 8: Deutsche Bank
6 von 12

Nettogewinn: 447 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 3,2 Prozent

Eigenkapitalquote: 14,1 Prozent

KBV: 0,48

(Foto: dpa)
Platz 5: Société Générale
7 von 12

Nettogewinn: 1.058 Mio. Euro

Eigenkapitalrendite: 9,5 Prozent

Eigenkapitalquote: 11,7 Prozent

KBV: 0,65

(Foto: Reuters)

Cerberus ist in der griechischen Mythologie ein mehrköpfiger Höllenhund, der vor der Pforte zur Unterwelt wacht. Für einen Finanzinvestor ist das ein Name, der nicht auf Zimperlichkeit schließen lässt. In der Aktionärsstruktur der Commerzbank trifft der Höllenhund auf einen eher gemäßigten Großinvestor – den deutschen Staat. Denn noch immer ist der Bund seit dem Rettungseinstieg während der Finanzkrise größter Aktionär der Frankfurter Bank.

Die spannende und derzeit auf dem Parket heiß diskutierte Frage ist die nach der Motivation von Cerberus. Die Commerzbank ist alles andere als das deutsche Vorzeigeinstitut – und steckt mitten im Umbau. Vorstandschef Martin Zielke will die Bank verkleinern und trennt sich von Tausenden Mitarbeitern. Wegen des Stellenabbaus will die Commerzbank 810 Millionen Euro an Rückstellungen ins zweite Quartal buchen.

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