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US-Großbank Bankkunden klagen gegen Krypto-Gebühren von JP Morgan

Viele Investoren kaufen Kryptowährungen auf Pump. Finanzaufseher fürchten ein Risiko für das Finanzsystem. Banken verlangen hohe Gebühren. Das wollen einige Kunden nicht hinnehmen.
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Im Rahmen einer Sammelklage soll JP Morgan nach dem Willen der Kläger alle erhobenen Gebühren plus eine Million Dollar Schadensersatz bezahlen. Quelle: Reuters
JP Morgan

Im Rahmen einer Sammelklage soll JP Morgan nach dem Willen der Kläger alle erhobenen Gebühren plus eine Million Dollar Schadensersatz bezahlen.

(Foto: Reuters)

New York/ DüsseldorfKunden von JP Morgan haben Klage gegen die US-amerikanische Großbank eingereicht. Der Grund: Seit Anfang des Jahres verlangt das Institut Gebühren und Zinsen von Kunden, die mit ihrer JP-Morgan-Kreditkarte auf Internetplattformen Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum kaufen.

Treibende Kraft hinter der Klage ist ein Krypto-Investor aus Idaho. Ihm zufolge hat JP Morgan im Januar 2018 plötzlich begonnen, seine Kryptowährungskäufe auf Internetplattformen als Bargeld-Auszahlungen zu verbuchen, statt als Onlinekäufe. Die Bank habe daraufhin Zinsen von 30 Prozent und weitere Gebühren verlangt.

Die Klage könnte zu einem Musterprozess führen und auch andere US-Banken betreffen. Viele Institute versuchen derzeit, Kryptowährungskäufe per Kreditkarte einzuschränken oder ganz zu blockieren. Finanzaufseher fürchten, dass ein Kauf der hochspekulativen virtuellen Münzen auf Kredit zu einem unkalkulierbaren Risiko für das Finanzsystem werden könnte.

Der Grund: Bei einem Absturz der Währungen könnten viele Schuldner ihre Kredite nicht zurückzahlen, die Banken müssten sie abschreiben. Ein ähnlicher Mechanismus – Immobilienkäufe auf Pump – hatte vor rund zehn Jahren zur letzten Finanzkrise geführt.

Die Kläger beeindruckt diese Befürchtung nicht. Die Anklage zitiert JP-Morgan-Chef Jamie Dimon, der im vergangenen Jahr den Bitcoin als „Betrug“ bezeichnet hatte. Dimon hatte jedem Händler mit Entlassung gedroht, der Bitcoins „aus Dummheit“ kaufe oder verkaufe. Später gab er sich öffentlich geläutert. Tatsächlich handelt JP Morgan im Kundenauftrag schon seit längerem mit Bitcoin und anderen virtuellen Münzen.

„Es scheint, dass Chase nicht nur seine ‚dummen‘ Mitarbeiter feuern will, sondern jetzt auch noch seinen ‚dummen‘ Kunden Geldstrafen aufbrummt“, sagte Krypto-Investor Brady Tucker, der die Klage ins Rollen gebracht hat. Das Ziel: Im Rahmen einer Sammelklage soll JP Morgan alle erhobenen Gebühren plus eine Million Dollar Schadensersatz bezahlen. Die Bank äußerte sich zunächst nicht zu dem Fall.

Neben JPMorgan haben auch die Bank of America und die Citigroup in diesem Jahr damit begonnen, Kryptowährungskäufe auf Pump einzuschränken. Neben einem Kurssturz der virtuellen Währungen fürchten sie auch, dass sich erworbene Coins im Nachhinein als betrügerisch oder illegal herausstellen.

Als erstes hatten sich Nutzer der Handelsplattform Coinbase über saftige Gebühren auf ihre Käufe beschwert. Sollte die Klage erfolgreich sein, dürfte das Bitcoin und Co neue Kursimpulse geben.

Am Donnerstag legten die Kurse der wichtigsten Kryptowährungen deutlich zu. Bitcoin notierte 11,0 Prozent im Plus, Ethereum legte um 10,8 Prozent, Ripple um 15,8 Prozent zu. Vom Höchststand von rund 20.000 Dollar Mitte Dezember ist die wichtigste Digitalwährung Bitcoin damit aber immernoch weit entfernt.

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