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US-Großbank David Solomon – der neue unkonventionelle Chef von Goldman Sachs

David Solomon will die Investmentbank nachhaltig verändern – und hat damit schon begonnen. Insider erwarten eine Zeitenwende bei dem Wall-Street-Haus.
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In seiner Freizeit legt der neue CEO von Goldman Sachs unter dem Namen DJ D-Sol Platten auf. Quelle: Reuters
David Solomon

In seiner Freizeit legt der neue CEO von Goldman Sachs unter dem Namen DJ D-Sol Platten auf.

(Foto: Reuters)

New YorkNein, besonders magisch war er nicht, der Tag im vergangenen März, an dem David Solomon von seiner Beförderung erfuhr. „Ich war in meinem Büro und habe mich um meine Sachen gekümmert, als Lloyd so etwas herüberrief wie ,Hey David, bist du da?‘“. Solomon ging ins Büro des langjährigen Goldman-Chefs Lloyd Blankfein, das direkt neben seinem liegt.

„Er sah mich an und sagte: ‚Der Verwaltungsrat hat entschieden, dass du mein Nachfolger und der nächste CEO wirst.‘ Es war, als wäre die passende Antwort ‚Okay, toll, und wie war dein Lunch?‘“, erzählte Solomon später einer Gruppe von Goldman-Praktikanten.

Ähnlich nüchtern, wie die Nachricht übermittelt wurde, ging Solomon zurück in sein Büro und machte sich an die Arbeit. Der 56-Jährige, der zuletzt für das operative Geschäft verantwortlich war, arbeitete in wenigen Wochen einen Plan aus, wie er die Bank reorganisieren will. Am heutigen Montag kann er das offiziell tun, dann übernimmt er die Führung des Wall-Street-Hauses.

Was hat Solomon vor? Anders als sein Vorgänger machte er seine Karriere nicht im Handelsgeschäft, sondern im Investmentbanking. Langfristige Kundenbeziehungen, Deals und Beratung stehen im Vordergrund. Der Bereich arbeitet seit der Finanzkrise profitabler, angetrieben auch durch eine Flut von Fusionen und Übernahmen in der Unternehmenswelt. Er bringt rund ein Drittel der Gewinne.

„Es liegt auf der Hand, dass Solomon das Investmentbanking stärken will“, sagt Guy Moszkowski vom Analysehaus Autonomous. Der Amerikaner beförderte in den vergangenen Wochen bereits langjährige Vertraute. Operativer Vorstand und damit sein Stellvertreter wird John Waldron, der bislang das Investmentbanking leitete. Neuer Finanzchef wird ab dem 5. November Stephen Scherr, der zuvor das Privatkundengeschäft und das Commercial Banking verantwortete.

Goldman Sachs war bis zum Börsengang 1999 als Partnerschaft organisiert. Alles kam auf die Partner an, die mit viel Ehrgeiz Kunden umwarben und irgendwie Geschäfte heranzogen. Solomon, der selbst bestens in der Unternehmenswelt verdrahtet ist, will dagegen Kunden ganzheitlich bedienen, nicht nur Deals verkaufen.

„Warum sollten wir also unser Produkt- und Dienstleistungsangebot nicht erweitern?“, fragt Solomon. Langjährige Goldman-Mitarbeiter sprechen von einer „Gezeitenwende“ für das Unternehmen.

Solomon legt in seiner Freizeit unter dem Namen DJ D-Sol Platten auf, oft in Montauk, dem etwas hipperen Ort auf Long Island – dort, wo die Reichen und Mächtigen ihr Wochenende verbringen. Seine Version von Fleetwood Macs „Don’t Stop“ ist im Internet millionenfach gehört worden. „Jeder braucht ein Ventil“, begründet er sein Hobby.

Unkonventionell, zielstrebig, keine Angst, Strukturen aufzubrechen. Im August holte er drei Frauen ins Management Committee, dem wichtigsten Führungsgremium der Bank. Damit erhöhte sich die Zahl der weiblichen Manager auf sieben – von insgesamt 34. Seinen zweiten Arbeitstag als CEO wird er auf der Frauen-Konferenz des US-Magazins „Forbes“ verbringen. Es gibt einen Grund für sein Engagement: Seine zwei erwachsenen Töchter fragen ihn oft, warum so wenige Frauen an der Wall Street arbeiten.

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