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US-Großbanken Dämpfer zum Jahresende: JP-Morgan-Chef Dimon schickt eine Botschaft an Trump

Die starken Schwankungen an der Wall Street drückten im vierten Quartal auf den Gewinn von US-Großbanken. JP Morgan brach trotzdem einen Rekord.
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Die führenden Politiker sollten „dringend einen konstruktiven Ton anschlagen“, sagte der JP-Morgan-Chef. Quelle: Reuters
Jamie Dimon

Die führenden Politiker sollten „dringend einen konstruktiven Ton anschlagen“, sagte der JP-Morgan-Chef.

(Foto: Reuters)

New YorkVolatilität ist meist positiv für große Banken, weil Kunden große Wetten platzieren und die Umsätze antreiben. Davon haben die Institute Anfang 2018 profitiert. In den vergangenen Monaten jedoch hatten die Wall-Street-Häuser vor allem mit für sie schlechter Volatilität zu tun. Die Schwankungen waren so stark und so unberechenbar, dass sich Fonds und Wertpapierhändler zurückgehalten haben, um ihre Risiken abzubauen.

Gerade im Handel mit festverzinslichen Wertpapieren herrschte große Zurückhaltung. Das ließ die Umsätze bei JP Morgan Chase im vierten Quartal um 18 Prozent einbrechen, auf den tiefsten Wert seit der Finanzkrise vor zehn Jahren. Zwar stiegen die Umsätze aus dem Aktienhandel, insgesamt jedoch meldete die Handelssparte ein Minus von sechs Prozent.

Das drückte auch auf den Gewinn. Amerikas größte Bank meldete zwar einen Rekordgewinn von 7,1 Milliarden Dollar. Analysten hatten jedoch einen noch höheren Gewinnsprung erhofft. Es war das erste Mal seit 15 Quartalen, dass die Bank die Erwartungen nicht übertraf. Der Nettogewinn in der Unternehmens- und Investmentbank ging im Vergleich zum Vorjahr um 15 Prozent auf zwei Milliarden Dollar zurück.

Auch bei den Emissionen von Aktien und Anleihen hatten sich Kunden im vierten Quartal zurückgehalten. Im Dezember gab es keine einzige Emission für Hochzinsanleihen – zum ersten Mal seit dem Krisenjahr 2008. JP Morgans Finanzchefin Marianne Lake sieht die Pipeline für die kommenden Monate jedoch gut gefüllt. Die Stimmung hätte sich zum Jahresanfang bereits stabilisiert. Insgesamt stiegen die Erlöse der Bank um vier Prozent auf 26,8 Milliarden Dollar, auch etwas weniger als die Analysten erwartet hatten.

Ähnlich war die Stimmung bei der Citigroup, die am Montag die Quartalssaison der Banken eröffnet hatte. Im Anleihehandel brachen die Erträge dort um 21 Prozent ein – ein schlechtes Omen auch für die Deutsche Bank, die in dem Geschäft traditionell stark vertreten ist.

Für JP Morgan war das vierte Quartal ist jedoch nur ein Dämpfer für ein insgesamt starkes Jahr. „Wir haben Rekordgewinne und Rekorderlöse, das wäre sogar ohne die Effekte der Steuerreform der Fall gewesen“, stellte JP-Morgan-Chef Jamie Dimon klar.

Die Bank hat den Nettogewinn auf das gesamte Jahr 2018 gesehen um 33 Prozent auf 32,5 Milliarden Dollar gesteigert. Das sind fast acht Milliarden Dollar mehr als der bisherige Gewinnrekord.

JP Morgan hat jedoch, wie alle anderen Banken, durchaus von den Steuersenkungen profitiert, die US-Präsident Donald Trump Ende 2017 verabschiedet hatte. Analysten gehen jedoch davon aus, dass die Gewinne nach diesen Einmaleffekten in den kommenden Quartalen wieder deutlich kleiner werden dürften. Die JP-Morgan-Aktie lag im frühen New Yorker Handel leicht im Minus.

Dimon hatte bei der Vorstellung der Quartalszahlen auch eine politische Botschaft. Die führenden Politiker sollten „dringend einen konstruktiven Ton anschlagen und zusammenarbeiten, um die gute Stimmung unter den Verbrauchern und Unternehmen zu stützen“, heißt es diplomatisch in der Pressemitteilung.

Im Gespräch mit Journalisten ergänzte der für seine direkten Aussagen bekannte Bankchef dann: „Es gibt Schätzungen, wonach das Wirtschaftswachstum auf null fallen wird“, falls die Teilschließung der Regierungsbehörden noch das ganze Quartal andauern sollte. Der Shutdown ist bereits der längste in der längste in der Geschichte der USA. Dimon leitet auch den Business Round Table, eine angesehene Wirtschaftsvereinigung.

Die US-Bank Wells Fargo veröffentlichte ebenfalls ihre Quartalszahlen. Sie kämpft weiter mit den Folgen ihrer schweren Image-Krise. So gingen die Erlöse im vierten Quartal um fünf Prozent auf 21 Milliarden Dollar zurück. Die Lage ist damit ebenfalls schlechter als Analysten erwartet. Der Nettogewinn dagegen sank weniger stark als befürchtet, um zwei Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar.

Nach mehreren Skandalen, unter anderem um Millionen von Scheinkonten, steht die Bank unter strengen Auflagen. Das Institut aus San Francisco hatte unter anderem eine Wachstumsbremse verordnet bekommen. Die Vermögenswerte der Bank dürfen nicht über zwei Billionen Dollar steigen, dem Wert von Ende 2017. Vorstandschef Tim Sloan geht davon aus, dass die Wachstumsbremse noch bis Ende des Jahres bestehen bleiben wird. Die Aktie der Bank lag im frühen New Yorker Handel ebenfalls leicht im Minus.

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