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US-Investmentbank Goldman-Chef distanziert sich von angeklagten Mitarbeitern

David Solomon zeigt sich in einer Nachricht an die Goldman-Belegschaft „entrüstet“. Der Betrugsskandal um den malaysischen Staatsfonds hat die Bank in eine Image-Krise gestürzt.
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„Ich bin entrüstet darüber, dass ein Mitarbeiter unserer Firma so handeln könnte, wie es in den Klageschriften dargestellt wird.“ Quelle: Reuters
David Solomon

„Ich bin entrüstet darüber, dass ein Mitarbeiter unserer Firma so handeln könnte, wie es in den Klageschriften dargestellt wird.“

(Foto: Reuters)

New York Die Methode hat sich David Solomon von seinem Vorgänger abgeschaut: Der frühere Goldman-Chef Lloyd Blankfein hat sich regelmäßig mit Sprachnachrichten an seine Mitarbeiter gewandt. Und Solomon, seit Anfang Oktober der neue Chef der Investmentbank, setzt diese Tradition nun fort. Am Donnerstag hat er sich von den beiden angeklagten Goldman-Bankern distanziert und die Mitarbeiter zum Zusammenhalt aufgerufen.

„Ich bin entrüstet darüber, dass ein Mitarbeiter unserer Firma so handeln könnte, wie es in den Klageschriften dargestellt wird“, heißt es in der Sprachnachricht, dessen Abschrift dem Handelsblatt vorliegt. Ihr Verhalten sei „verwerflich und nicht vereinbar mit der guten Arbeit und der Integrität“ der übrigen 40.000 Goldman-Mitarbeiter.

Das US-Justizministerium hatte Anfang November Klage gegen die ehemaligen Goldman-Banker Tim Leissner und Roger Ng eingereicht und ihnen im Zusammenhang mit dem Betrugsskandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB Geldwäsche und Bestechung ausländischer Beamter vorgeworfen.

Sie sollen mit dem schillernden malaysischen Geschäftsmann Jho Low zusammengearbeitet haben, der als Architekt des Skandals gilt. Insgesamt sollen 2,7 Milliarden Dollar aus dem Pleite gegangenen Fonds verschwunden sein, wie aus den Gerichtsdokumenten hervorgeht.

Goldman hat sich am Dienstag mit Vertretern des Justizministeriums getroffen, wie eine mit dem Sachverhalt vertraute Person bestätigte. Das Wall-Street-Haus ist zudem mit Aufsichtsbehörden in Kontakt. Bislang wurde nur gegen einzelne Mitarbeiter Klage erhoben. Ob auch die Bank selbst mit einer Klage rechnen muss, ist derzeit noch unklar.

Analysten vermuten, dass sich mögliche Strafzahlungen in der Größenordnung von ein bis zwei Milliarden Dollar bewegen könnten. Solomon wies solche Spekulationen als „komplett unfundiert“ zurück. In Finanzkreisen heißt es, dass es in den Verhandlungen mit den Behörden derzeit noch nicht um eine außergerichtliche Einigung gehe.

Die Sorge um die Konsequenzen aus dem Skandal hat den Aktienkurs in den vergangenen Tagen einbrechen lassen. Das Goldman-Papier hat seit vergangenen Donnerstag rund zwölf Prozent an Wert verloren. „Was den Ruf von Goldman angeht ist das ein Desaster“, heißt es in einer aktuellen Analyse von Oppenheimer & Co.

Der Betrug habe in so einem großen Ausmaß und mit einer Dreistigkeit stattgefunden, „dass man sich schon wundert, wie die Täter damit davonkommen wollten.“ Die Analysten um Chris Kotowski gehen jedoch nicht davon aus, dass der Skandal die Bank nachhaltig schädigen wird.

Solomon rief seine Mitarbeiter unterdessen auf, sich von den vielen Schlagzeilen der vergangenen Tage nicht ablenken zu lassen. „Wir habe eine Gruppe von Leuten, inklusive einige von uns aus dem Vorstand, die sich ganz auf diese Sache konzentrieren“, sagte der Goldman-Chef, der früher das Investmentbanking leitete. „Alle anderen von uns haben die Aufgabe, sich auf unsere Kunden, unser Geschäft und die vielen anderen Chancen zu konzentrieren, die vor uns liegen.“

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