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Vergütung der US-Banker Chefs von US-Banken erhalten ein größeres Gehaltsplus als ihre Angestellten

Die Bosse der großen US-Banken erhalten für 2018 deutlich mehr Geld. Ihre Angestellten müssen sich mit einem kleineren Plus zufriedengeben – wenn überhaupt.
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Der Morgan-Stanley-CEO kann sich über ein deutliches Vergütungsplus freuen. Quelle: Reuters
James Gorman

Der Morgan-Stanley-CEO kann sich über ein deutliches Vergütungsplus freuen.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Das könnte die politische Debatte um die Spitzen-Gehälter an der Wall Street anheizen: Laut Berechnungen der „Financial Times“ steigen die Vergütungen der Vorstandschefs der großen US-Institute für 2018 im Schnitt deutlich stärker als die ihrer Angestellten.

Spitzenreiter ist James Gorman, der Chef der US-Bank Morgan Stanley: Ihn erwartet für 2018 ein Vergütungsplus von sieben Prozent. Insgesamt erhält Gorman Direktzahlungen und Aktienoptionen im Gesamtwert von 29 Millionen Dollar.

Die Bank begründet das Plus mit Gormans persönlicher Leistung. Morgan Stanley konnte 2018 Rekorderträge und -gewinne sowie eine starke Eigenkapitalrendite von 11,8 Prozent verbuchen. Erwirtschaftet haben diese auch die 60.300 Angestellten der Bank. Doch diese können sich im Schnitt über kein Plus freuen. Ihre Durchschnittsvergütung sinkt um knapp zwei Prozent auf gut 292.000 Dollar.

Damit klafft an der Wall Street die Schere zwischen Topverdienern und normalen Angestellten auseinander. Die Entwicklung bei Morgan Stanley steht stellvertretend für jene in den anderen großen Instituten JP Morgan, Bank of America, Goldman Sachs, Wells Fargo und Citigroup.

Der CEO von JP Morgan, Jamie Dimon, erhält für 2018 fünf Prozent mehr Geld. Sein Vergütungspaket steigt damit auf 31 Millionen Dollar. Seine 256.000 Angestellten erwartet eine geringere Steigerung: Das Vergütungsplus fällt mit 4,4 Prozent von allen US-Häusern noch am höchsten aus.

Grafik

Laut „Financial Times“ entwickelte sich die Durchschnittsvergütung der Angestellten der anderen Finanzriesen wie folgt.

  • Goldman Sachs: minus 3,0 Prozent
  • Bank of America und Citigroup: plus 2,2 Prozent
  • Wells Fargo: plus 4,1 Prozent

Im Schnitt erhalten Amerikas Banker damit für 2018 drei Prozent mehr Geld – während die Nettogewinne der sechs Spitzeninstitute unter Berücksichtigung der Steuerreform von Präsident Trump um 18 Prozent gestiegen sind auf 119 Milliarden Dollar.

Die Diskrepanz erklärt sich in Teilen durch die stark gesunkenen Erträge im Schlussquartal, in dem die Bankvorstände auch die Boni-Ausschüttungen für die Angestellten festlegen. Die Angst vor einer weltweiten Rezession und einem US-chinesischen Handelskrieg hatte im vierten Quartal 2018 für deutlich sinkende Einnahmen gesorgt, weswegen die Banken nun auf die Kostenbremse treten.

Zuletzt hatte JP-Morgan-Chef Dimon gewarnt, dass der US-Regierungsstillstand („Shutdown“) das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal 2019 auf Null senken könnte.

Die genannten Vergütungszahlen beziehen sich auf alle Angestellten der sechs Top-Banken. Besonders betroffen von Boni-Kürzungen sind Investmentbanker und Unternehmenskundenberater. Bei ihnen machen die variablen Gehaltsbestandteile einen großen Teil der Vergütung aus.

Am deutlichsten äußerte sich die Citigroup zu den Boni-Kürzungen: Finanzvorstand John Gerspach bezeichnete manche Einschnitte als Reaktion auf das sich eintrübende Marktumfeld, andere seien geplant gewesen.

Professor Volker Brühl, Geschäftsführer des Center for Financial Studies der Frankfurter Goethe-Universität, bezeichnet die Vergütungssteigerungen der Top-US-Banker als „erwartbar“. „Es ist immer so gewesen, dass die Chefs der großen Häuser größere Zuwächse verbuchen konnten, als normale Angestellte. Vor allem im Kapitalmarktgeschäft war die Einkommensschere schon immer sehr groß.“

In absoluten Zahlen ausgedrückt, seien die an der Wall Street gewährten Vergütungen natürlich exorbitant hoch, sagt Brühl. Im Vergleich zu vor der Finanzkrise lägen die Steigerungsraten jedoch, „so verrückt das klingt“, auf moderatem Niveau. „Angesichts der Top-Performance der US-Banken im aktuell schwierigen Marktumfeld wären in der Vergangenheit Vergütungssteigerungen von 20 Prozent oder mehr denkbar gewesen.“

Wie das Handelsblatt am Donnerstag berichtete, drohen europäischen Händlern und Beratern noch deutlich höhere Einbußen als manchen US-Bankangestellten.

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