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Verhaltene Prognose Deutsche Börse macht eine Milliarde Euro Gewinn – und dämpft die Erwartungen

Nach einem kräftigen Gewinnanstieg warnt Deutsche-Börse-Chef Weimer vor zu hohen Erwartungen für 2019. Das Wachstum wird niedriger ausfallen, und Übernahmeziele sind rar.
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Die Dividende soll um zehn Prozent auf 2,70 Euro pro Aktie steigen. Quelle: dpa
Deutscher Aktienindex

Die Dividende soll um zehn Prozent auf 2,70 Euro pro Aktie steigen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDas erste Jahr an der Spitze der Deutschen Börse hätte für Theodor Weimer nicht viel besser laufen können. Das Unternehmen hat sich 2018 von der geplatzten Fusion mit der Londoner Börse und dem vorzeitigen Abgang von Ex-Chef Carsten Kengeter erholt. Und Deutschlands größter Börsenbetreiber hat seinen bereinigten Gewinn um 17 Prozent auf eine Milliarde Euro ausgebaut – vor allem dank der heftigen Ausschläge an den Finanzmärkten.

Doch das Jahr 2019 wird schwieriger. Das machte Weimer am Mittwochabend bei der Vorlage der Jahresbilanz 2018 unmissverständlich klar. „Für das laufende Geschäftsjahr sind unsere Erwartungen aufgrund des wirtschaftlichen Umfelds etwas verhaltener“, sagte der 59-Jährige. „Die zyklischen Risiken steigen, und die politischen Risiken sind schwer abschätzbar.“

Beim bereinigten Gewinn rechnet die Deutsche Börse im laufenden Jahr nur noch mit einem Anstieg von rund zehn Prozent. „Abhängig von der Entwicklung der Aktienmarktvolatilität könnte das Wachstum des Konzern-Periodenüberschusses auch etwas höher oder niedriger ausfallen“, erklärte der Konzern aus Eschborn bei Frankfurt.

Das Unternehmen würde damit am unteren Ende seiner mittelfristigen Prognose liegen. Weimer hatte im Mai 2018 bei der Verkündung seiner Strategie „Roadmap 2020“ angekündigt, dass der Konzern bis 2020 ein jährliches durchschnittliches Gewinnwachstum von zehn bis 15 Prozent erzielen will. Die Nettoerlöse sollen pro Jahr strukturell – also durch neue Produkte und Wachstumsinitiativen – um mehr als fünf Prozent wachsen. Hier stellte die Deutsche Börse für 2019 nun ein Plus von „mindestens fünf Prozent“ in Aussicht.

Umbau kostet viel Geld

Im vergangenen Jahr kletterten die Erlöse um 13 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Strukturelle Wachstumsinitiativen trugen dazu sechs Prozent bei, Zukäufe ein Prozent. Die verbliebenen sechs Prozent entfielen auf zyklisches Wachstum, also vor allem auf das gestiegene Handelsvolumen dank der hohen Volatilität an den Finanzmärkten.

Besonders stark profitierte davon die Derivate-Tochter Eurex. Die wichtigste Sparte des Unternehmens baute ihren bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) um ein Viertel auf 631 Millionen Euro aus. Die Wertpapierverwahrtochter Clearstream steigerte ihr Ergebnis um elf Prozent auf 440 Millionen Euro. Ihr half es, dass die Zinserträge im Bankgeschäft wegen der gestiegenen Leitzinsen in den USA anzogen. Von der positiven Entwicklung profitieren auch die Aktionäre. Sie sollen für 2018 eine Dividende von 2,70 Euro je Aktie erhalten und damit 25 Cent mehr als im Jahr zuvor.

Weimer hat Anfang 2018 die Führung der Deutschen Börse übernommen. Seine Strategie, die sich nicht sehr von der seines Vorgängers unterscheidet, setzt auf neue Technologien, organisches Wachstum und Zukäufe. „Wir brauchen größere Deals, die uns weiter nach vorn bringen“, sagte Weimer im November im Handelsblatt-Interview.

Doch es wird nicht einfach sein, dieses Versprechen einzulösen, denn viele potenzielle Übernahmeziele sind aktuell sehr teuer. Und ohne Zukäufe fehlt vielen Investoren und Mitarbeitern derzeit die Fantasie, wo 2019 große Wachstumsimpulse herkommen sollen.

Weimer, der sich am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz den Fragen der Journalisten stellen wird, ist jedoch zuversichtlich, dass es mit der Deutschen Börse auch 2019 bergauf geht. Er sei zuversichtlich, „auch weiterhin deutlich aus eigener Kraft wachsen zu können“, betonte der Vorstandschef. „Zudem werden wertschaffendes externes Wachstum und die weitere konsequente Nutzung neuer Technologien im Fokus stehen.“

Parallel treibt das Unternehmen den Abbau von 350 Vollzeitstellen voran. Durch diese und andere Maßnahmen sollen die Kosten bis 2020 um 100 Millionen Euro gedrückt werden. Im abgelaufenen Jahr hat das Umbauprojekt jedoch zunächst einmal Geld gekostet. Insgesamt fielen dafür Kosten von 244 Millionen Euro an – unter anderem für Abfindungszahlungen.

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