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Vermögensverwalter Armundi liebäugelt mit Deutsche-Bank-Tochter DWS

Schon länger wird spekuliert, ob die Deutsche Bank ihre Vermögensverwalter-Tochter verkaufen will. Armundi scheint einem Zukauf nicht abgeneigt.
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Die Deutsche-Bank-Tochter ist für Europas größten Vermögensverwalter Amundi nach wie vor attraktiv. Quelle: dpa
Das Logo der DWS an der Deutschen Börse

Die Deutsche-Bank-Tochter ist für Europas größten Vermögensverwalter Amundi nach wie vor attraktiv.

(Foto: dpa)

FrankfurtEuropas größter Vermögensverwalter Amundi zeigt Interesse an der Deutschen-Bank-Tochter DWS. „Wir halten Amundi für einen natürlichen Konsolidierer in Europa, insbesondere in der Euro-Zone“, sagte Xavier Musca, Chef der Verwaltungsrats von Amundi und stellvertretender Chef der Amundi-Mutter Credit Agricole, am Dienstagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten (ICFW) auf die Frage nach einem Interesse an der DWS. Ähnliches hatte Valerie Baudson, die Chefin des weltweiten ETF-Geschäfts bei der DWS, bereits in einem Handelsblatt-Interview angedeutet.

Bei der Übernahme des Vermögensverwalters Pioneer, den die Franzosen Ende 2016 für 3,5 Milliarden Euro von der italienischen Unicredit erwarben, habe Amundi gezeigt, dass das Unternehmen auch größere Zukäufe integrieren könne.

Auch in der Vermögensverwaltung liege der Fokus zwar auf organischem Wachstum, doch sei man an Zukäufen interessiert, wenn man dadurch Zugriff auf ein Vertriebsnetz gewinne. „Wir haben die Möglichkeiten, vieles zu kaufen, weil wir eine starke Bank sind.“ DWS und Deutsche Bank lehnten eine Stellungnahme ab.

Seit Wochen machen Spekulationen die Runde, dass die Deutsche Bank ihre Vermögensverwaltungstochter verkaufen könnte, um eine Fusion mit der Commerzbank zu finanzieren. Allerdings gilt die DWS als Ertragsperle der Deutschen Bank und passt zur Strategie von Deutschlands größtem Geldhaus, sich stärker auf weniger schwankungsanfällige Geschäftsbereiche zu konzentrieren.

Daher bezweifeln einige Beobachter, dass die Deutsche Bank zu einer Trennung von der DWS bereit sein könnte. Dem DWS-Aktienkurs haben die Verkaufsspekulationen in den vergangenen Wochen auf die Sprünge geholfen: Der deutsche Vermögensverwalter ist an der Börse aktuell 6,4 Milliarden Euro wert, Amundi bringt gut zwölf Milliarden Euro auf die Waage. Auch gemessen am verwalteten Vermögen ist Amundi mit gut 1,4 Billionen Euro etwa doppelt so groß wie DWS.

Einen Kauf der Commerzbank schloss Musca aus. „Wir sind nicht daran interessiert, in eine Privatkundenbank in Deutschland zu investieren“, sagte der stellvertretende Credit-Agricole-Chef. Da eine einheitliche Regulierung in Europa fehle, könne man bei einer grenzüberschreitenden Fusion kaum Synergien heben.

„Man bürdet sich die Risiken einer Fusion auf, ohne sicher gehen zu können, die Früchte zu ernten.“ Ohnehin konzentriere sich Credit Agricole auf Wachstum aus eigener Kraft.

In Deutschland will Credit Agricole den Marktanteil weiter steigern. Im Gegensatz zu vielen andere Banken buhlen die Franzosen dabei aber nicht um den Mittelstand, sondern konzentrieren sich auf große Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro. „Das ist noch nicht der Mittelstand“, sagte Musca. Zumindest in den nächsten drei Jahren werde sich das nicht ändern. Credit Agricole habe bisher nicht das nötige Know-how und die nötige Infrastruktur, um auch in Deutschland mittelgroße Unternehmen bedienen zu können.

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