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Vermögensverwalter Zurückhaltung der Kunden macht Privatbank Bär zu schaffen

Der Schweizer Vermögensverwalter Julius Bär präsentiert schwache Zahlen und droht das selbstgesteckte Ziel für dieses Jahr zu verfehlen. Die Aktionäre reagieren enttäuscht.
Update: 20.11.2018 - 09:37 Uhr Kommentieren
Zurückhaltung der Kunden macht Privatbank Julius Bär zu schaffen Quelle: Reuters
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Die Privatbank verwaltet Vermögen in Höhe von 395 Milliarden Franken.

(Foto: Reuters)

Zürich Die Privatbank Julius Bär war in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Doch nun bekommt die Erfolgsgeschichte Kratzer: Laut Julius Bär lag das verwaltete Vermögen zuletzt bei 395 Milliarden Franken. Das sind fünf Milliarden Franken weniger als noch im Sommer. Die Bank konnte unterm Strich zwar frisches Geld einsammeln, angesichts der ungünstigen Entwicklung an den Märkten ging das verwaltete Vermögen aber in absoluten Zahlen zurück.

Nun droht der Vermögensverwalter auch sein selbstgestecktes Kostenziel für 2018 zu verfehlen. Eigentlich soll die sogenannte Aufwands-Ertrags-Quote auf 64 bis 68 Prozent sinken. In den ersten zehn Monaten lag die Quote jedoch bei 69 Prozent. Das bedeutet: Um einen Franken zu verdienen, musste die Bank also 69 Rappen investieren. Je niedriger die Quote ausfällt, desto effizienter arbeitet ein Institut. Ob sich das Ziel doch noch erreichen lässt, werde vorwiegend von den Marktbedingungen im November und Dezember abhängen, ließ das Bankhaus wissen.

Besonders im Sommerquartal hätten sich viele vermögende Kunden angesichts der unsicheren Aussichten zurückgehalten und weniger gehandelt. Dadurch sinken tendenziell auch die Gebühreneinnahmen der Banken. Auch andere Schweizer Vermögensverwalter hatten das zu spüren bekommen. Im Oktober habe das Geschäft wieder angezogen, erklärte Bär.

Abzulesen war das maue Geschäft an geringeren Bruttomargen: Diese gingen in den ersten zehn Monaten auf 87 Basispunkte zurück - nach 91 Basispunkten im ersten Halbjahr.

Die Experten von Keefe, Bruyette & Woods sprachen von einem enttäuschenden Bericht. „Die Kosten-Ertragsrelation von 64 bis 68 Prozent scheint nun für 2018 unerreichbar“, erklärten sie. Der Gegenwind für die Branche werde wahrscheinlich anhalten. Auch die Analysten der Bank Vontobel zeigen sich von den Zahlen enttäuscht: „Bär blieb insgesamt hinter den Erwartungen zurück.“ Bär-Aktien gaben am Dienstagmorgen um mehr als fünf Prozent nach.

Um trotz des schwierigen Umfelds im kommenden Jahr auf die angepeilte Kosten-Ertragsquote zu kommen, ergreift Bär zusätzliche Maßnahmen: Gespart werde etwa bei Reiseausgaben und Projekte würden zurückgestellt, sagte ein Sprecher. Zudem zieht sich die Bank aus weiteren Ländern zurück, die sie nicht zu ihren Kernmärkten zählt: Die Niederlassungen in Panama und Peru werden geschlossen und Kunden aus einigen Ländern werden nicht mehr bedient.

Das Neugeschäft läuft bei Bär jedoch trotz der schwierigeren Aussichten: Die Bank konnte bei der reichen Kundschaft in den ersten zehn Monaten neue Gelder von netto knapp fünf Prozent des Bestands anziehen. Im ersten Halbjahr fiel das Plus mit 5,1 Prozent zwar noch etwas höher aus. Bär befindet sich damit jedoch weiterhin in der Zielbandbreite von vier bis sechs Prozent des Bestands.

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