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Vermögensverwaltung Die Allianz-Fondstochter tauscht ihren Chef aus

Der CEO Andreas Utermann verlässt das Unternehmen und nennt dafür private Gründe. Seine Bilanz gilt als durchwachsen.  
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Der Chef der Vermögensverwaltung (hier beim Handelsblatt-Interview) gibt seinen Posten ab. Quelle: Bert Bostelmann für Handelsblatt
Andreas Utermann

Der Chef der Vermögensverwaltung (hier beim Handelsblatt-Interview) gibt seinen Posten ab.

(Foto: Bert Bostelmann für Handelsblatt)

Frankfurt/München Andreas Utermann „zieht sich zurück“, wie die Allianz-Fondstochter mitteilt – mit 53 Jahren und nach 17 Jahren bei Allianz Global Investors (Allianz GI). Seit 2012 war der gebürtige Niederländer Co-Chef und Chefanlagestratege, seit 2016 leitete er allein einen der größten deutschen Fondsanbieter mit 557 Milliarden Euro gemanagtem Vermögen.

Anfang Januar übernimmt der jetzige Vertriebschef Tobias Pross die Leitung des Fondshauses. Die aktuelle Chefin für alternative Anlagen, Deborah Zurkow, verantwortet dann das Fondsmanagement. Utermann fungiert noch bis Mitte 2020 als Berater.

Utermann, bekannt für klare, mitunter unbequeme Aussagen, nennt ausschließlich private Gründe für sein Ausscheiden: „Es fällt mir nicht leicht, Allianz GI zu verlassen“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt. Mit Blick auf seine Person bemüht er ein Bild aus der Autobranche: „Die Karosserie sieht noch gut aus, aber der Motor hat gelitten.“

Statt mit einem fordernden Job wolle er fortan mehr Zeit mit seinen drei minderjährigen Töchtern verbringen: „Meine Familie braucht mich.“ Und so finde er es tröstlich, die Führung des Unternehmens an zwei Personen übergeben zu können, die beide die Energie, die Erfahrung und die Verbundenheit zu gemeinsamen Werten hätten, um Allianz GI weiterzuentwickeln.

Pross arbeitet seit 20 Jahren für die Allianz-Fondstochter und hatte mehrere Leitungspositionen im Vertrieb inne. Zurkow kam 2012 zu Allianz GI, arbeitete zunächst im Bereich Infrastrukturfinanzierung.
Der Wechsel fällt in eine schwächere Phase von Allianz GI. Der Treiber in der Vermögensverwaltung der Allianz war zuletzt die zweite Fondstochter, der US-Bondriese Pimco mit 1,9 Billionen Dollar Kundenvermögen.

Laut der Präsentation der Konzernmutter zum dritten Quartal stieg der Umsatz der Vermögensverwaltung der Allianz, zu der die beiden Fondstöchter gehören, im dritten Quartal um 5,8 Prozent, bei Pimco sogar um 10,2 Prozent. Bei Allianz GI sank er dagegen um 2,9 Prozent.

Der operative Gewinn stieg indes in der Vermögensverwaltung der Gruppe insgesamt um 8,2 Prozent, bei Pimco sogar um 13,8 Prozent. Bei Allianz GI sackte der Gewinn allerdings um 4,2 Prozent ab.

Bei der Präsentation der Geschäftszahlen wurde die Entwicklung bei Allianz GI mit niedrigeren erfolgsabhängigen Gebühren begründet. Und es klang im Konzern an, schwächere Sparten kürzer an die Leine nehmen zu wollen.

Einige Anlagestrategien, von denen sich auch Utermann viel versprochen hat, enttäuschten. Dem Analysehaus Morningstar zufolge zogen vermögende Anleger aus Asien und Lateinamerika Kapital aus einem großen Fonds ab, der seine Ausschüttungen reduzieren musste.

Auch seien Fonds mit einem neuen Preismodell aus niedriger fester und hoher erfolgsabhängiger Gebühr kaum gefragt. Und Allianz GI hat 2019 bisher weniger neues Kapital angezogen als die anderen großen deutschen Anbieter.
Utermanns Bilanz insgesamt fällt „durchwachsen“ aus, meint Ali Marsawah, Analyst bei Morningstar. So habe er mit seinen Aussagen Allianz GI neben der übermächtigen Fondsschwester Pimco eine Stimme gegeben.

Aber mit dem Bekenntnis zum aktiven Fondsmanagement in einer Zeit, in der Indexfonds immer mehr Geld einsammeln, habe Utermann der Konkurrenz Raum gelassen. Allianz GI sei stark im Geschäft mit institutionellen Kunden, aber im Geschäft mit Privatanlegern weniger in wichtigen Vertriebskanälen verankert als große Konkurrenten.

Mehr: Der Chef von Allianz Global Investors spricht über die Notwendigkeit der lockeren Geldpolitik, ihre negativen Nebenwirkungen und über höhere Staatsschulden in Deutschland.

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