Versicherer Allianz bleibt knapp unter Maximalziel

Die Allianz verpasst das selbst gesteckte Ziel nur knapp. Das operative Ergebnis stieg 2015 auf 10,7 Milliarden Euro statt der anvisierten 10,8 Milliarden. Die Aktionäre werden belohnt, aber weniger stark als erhofft.
Update: 19.02.2016 - 15:11 Uhr
Der Münchener Konzern verfehlt sein Ziel für 2015 – allerdings denkbar knapp. Quelle: dpa
Allianz

Der Münchener Konzern verfehlt sein Ziel für 2015 – allerdings denkbar knapp.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Widrigkeiten an den Finanzmärkten und die weltweiten Krisen machen die Allianz vorsichtig. Vorstandschef Oliver Bäte stellte am Freitag in München für das laufende Jahr einen operativen Gewinn von zehn bis elf Milliarden Euro in Aussicht. Nur unter günstigen Umständen würde Europas größter Versicherer damit sein operatives Ergebnis von 10,7 Milliarden Euro aus dem vergangenen Jahr wiederholen. Niedrigzinsen, die Talfahrt an den Aktienmärkten und die politischen Unsicherheiten bildeten einen „perfekten Sturm“, dem der Münchener Versicherer trotzen wolle. „Die Probleme sind weder in der Politik noch in der Wirtschaft gelöst“, sagte Bäte.

„Wir wollen in dem schwierigen Umfeld unser Pulver trocken halten“, begründete der Manager die für viele Analysten enttäuschende Dividende. Die Allianz schüttet für 2015 mit 7,30 Euro je Aktie 45 Cent mehr aus als im Jahr zuvor. Experten hatten im Schnitt aber mehr erwartet. Das ließ die Aktie des Dax-Unternehmens ins Minus rutschen. Solche Schwankungen störten ihn wenig, machte Bäte deutlich. „Zu kurzfristig zu denken, ist der größte Fehler, den man machen kann.“

Bäte hatte nach seinem Amtsantritt versprochen, regelmäßig das Geld auszuschütten, das der Versicherungsriese nicht für Zukäufe brauche. Bei seiner ersten Bilanzpressekonferenz als Allianz-Chef machte er aber deutlich, dass er stärker als sein Vorgänger Michael Diekmann auf Übernahmen setzt. Die Chancen seien gestiegen, dass sich in den nächsten zwei Jahren etwas ergebe, vor allem in der Sachversicherung. „Wir sind überzeugt, dass sich erhebliche Wachstumschancen bieten“, sagte Bäte. Er wolle „zuschlagen können, wenn der eine oder andere wackelt“.

Auf Wachstum aus eigener Kraft allein könne sich die Allianz nicht mehr verlassen. „In den letzten zehn Jahren wurde es immer schwieriger, in dieser Industrie zu wachsen.“ Dabei gehe es aber nicht um Mega-Übernahmen. „Wir wollen keine Riesen-Akquisitionen machen“, sagte Bäte. Diese schafften meistens keinen Wert.

Die milliardenschweren Mittelabflüsse bei der US-Vermögensverwaltungstochter Pimco schlugen im vergangenen Jahr erstmals auch auf das operative Ergebnis bei der Allianz durch. Dieses kletterte nur um drei Prozent und verfehlte damit das Maximalziel von 10,8 Milliarden Euro knapp. Der Nettogewinn der Allianz stieg um sechs Prozent auf 6,6 Milliarden Euro.

Pimco verdiente 2015 mit 1,8 Milliarden Euro ein Fünftel weniger. 125 Milliarden Euro zogen die Anleger nach dem abrupten Abschied von Firmengründer und Anleihen-Guru Bill Gross im vergangenen Jahr aus den Pimco-Fonds ab. Damit halbierten sich die Abflüsse zwar, doch mit einer Trendwende rechnet Bäte erst für Ende 2016. Trotzdem stehe die Allianz zu der Tochter: „Wir verlieren nicht so schnell die Geduld“, beschwichtigte Bäte. „Die Kollegen sind auf dem richtigen Weg.“ Pimco müsse nun aber an den Kosten arbeiten, drängte Finanzvorstand Dieter Wemmer.

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Drohnen-Versicherung
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Sie haben eine Drohne und würden sie gerne versichern? Die Gothaer Allgemeine Versicherung bietet in Kooperation mit der Delvag Luftfahrtversicherungs ihren Unternehmerkunden eine entsprechende Police. Gedacht ist sie vor allem für jene, die Fluggeräte für gewerbliche Film- und Fotoflüge nutzen, zum Beispiel für Vermessungs- und Gutachterflüge. Laut Versicherungsjournal.de ist seit 2005 eine solche Haftpflichtversicherung nötig, um eine Aufstiegsgenehmigung zu bekommen.

Probefahrt
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Auch für Probefahrten kann man sich nun eine Versicherung besorgen: Die Barmenia Allgemeine Versicherung bietet Nutzern des Anzeigenportals Autoscout24 an, ihre Autoversicherung für eine Spritztour erweitern zu lassen. Im Schadenfall werden dann laut Versicherungsjournal der Mehrbeitrag für bis zu drei Jahren infolge von Rückstufung des Schadensfreiheits-Rabattes, die Selbstbeteiligung bis zu 1.000 Euro, der Kaskoschutz sowie Mehrkosten für die Ausweitung des Fahrerkreises beim Kraftfahrtversicherer ersetzt.

Mitfahrgelegenheit
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Seit kurzem bietet die Mitfahrplattform Blablacar einen Versicherungsschutz der Axa Versicherung an. Um diesen zu nutzen, muss man die Mitfahrgelegenheit online reservieren und bezahlen. In dem Paket enthalten sind unter anderem die Hilfe und Weiterreise bei Panne oder Unfall.

Cyberschäden
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Das virtuelle Hab und Gut wird in Zeiten der Digitalisierung immer wichtiger – kein Wunder, dass man es nun auch versichern kann. Für Angriffe von Hackern, Datenklau und Identitätsdiebstahl bietet die Euler Hermes Deutschland eine Vertrauensschaden-Police an: Diese deckt Schäden bis zu 100 Millionen Euro ab.

Heizungssysteme
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Die Zurich Generalagentur versichert unter dem Schlagwort „Techno-Plus“ moderne Haustechniksysteme. Darunter fallen Geräte wie Steuer-, Klima-, Aufzugs-, Video- und Audio-, Kommunikations- sowie Haus- und Sicherheitstechnik. Versicherungsjournal.de schreibt, die Versicherung enthalte „die Wiederherstellung von Geräten und Verkabelungen nach einem Schadenfall, bis hin zur Wiederbeschaffung von neuen Geräten, wenn die beschädigten nicht mehr zu nutzen sind.“

Abstieg
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Aktuell stehen Hannover 96 und Hoffenheim auf den Abschussplätzen in der Bundesliga. Als dem HSV im vergangenen Jahr der Abstieg drohte, gab es Gerüchte, der Verein könne sich eine sogenannte Prize-Indemnity-Versicherung zulegen. Diese kommt für Einnahmeausfälle auf wie entgangene Sponsoren- oder Fernsehgelder, falls bestimmte sportliche Ziele nicht erreicht werden. Die Prämienhöhe wird anhand der Wettquoten ermittelt: Das sorgt dafür, dass die Policen für Wackelkandidaten nicht unbedingt attraktiv für Versicherungen sind. „Zum jetzigen Zeitpunkt den Versuch zu starten, den HSV gegen den Abstieg abzusichern, würde wenig Spaß bereiten“, sagte der Sportversicherungsmakler Dieter Prestin schon im April 2015. Da tingelte der HSV bereits am Ende der Tabelle.

Baby
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Wie süß, die Kleine. Mit sechs Monaten sind Babys niedlich und (meistens) pflegeleicht. Zehn Jahre später, wenn der erste Fußball im Fenster der Nachbarn landet, wird spätestens klar: Kinder brauchen eine Versicherung. Und dazu gehört nicht nur die Haftpflichtversicherung, auch andere Policen kann man für seinen Sprössling abschließen: Sparvertrag, Investmentfond, Risikolebensversicherung. Nicht jede Versicherung vermag dürfte Eltern auf den ersten Blick sinnvoll erscheinen. Die Kinderinvaliditätsversicherung beispielsweise dient dazu, dem Kind nach einem schweren Unfall Rente zu zahlen. Nicht sexy, aber wichtig.

Auch im angestammten Versicherungsgeschäft ist die Allianz mitten im Umbau. In der Lebensversicherung wendet sie sich von Produkten mit langfristigen Garantien ab, die zu viel Kapital binden. Im Neugeschäft belaste sie der Garantiezins kaum noch, sagte Kapitalanlage-Vorstand Maximilian Zimmerer. Gleichzeitig sucht er erfolgreich nach Alternativen zu Staatsanleihen: Das Volumen alternativer Kapitalanlagen - von Hypothekendarlehen bis zu Infrastruktur-Projekten - liege schon bei 92 Milliarden Euro, das sind 14 Prozent der 666 Milliarden Euro, die die Allianz für ihre Kunden angelegt hat. Binnen eines Jahres könnten daraus 110 Milliarden werden, sagte Zimmerer.

Große Umstrukturierungen plane er aber nicht, betonte Bäte. Das lenke vom Kunden ab. „Aber wir brauchen mehr Vorteile aus unserer Größe.“ Die einzelnen Landestöchter müssten stärker zusammenarbeiten, bei Produkten, aber auch in der Kapitalanlage. Auch die Manager in der Zentrale müssten "marktnäher" werden.

  • rtr
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