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Versicherer Allianz kauft Online-Versicherer Allsecur von Deutschlandtochter

Die Allianz kauft Allsecur und ordnet das Versicherungsgeschäft neu. Nun wandern rund 750.000 Policen in Deutschland unter das Dach des geplanten Direktversicherers.
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Die Muttergesellschaft Allianz SE forciert den digitalen Umbau. Quelle: dpa
Allianz

Die Muttergesellschaft Allianz SE forciert den digitalen Umbau.

(Foto: dpa)

München Die Allianz lässt ihrer Ankündigung Taten folgen. Ende Februar hatte der Allianz-Vorstand Ivan de la Sota , der sich als Chief Business Transformation Officer um den digitalen Umbau kümmert, erklärt: „Ende des Jahres starten wir mit unserem neuen digitalen Direktversicherer.“

Gut einen Monat später verkündete Klaus-Peter Röhler, Vorstandschef von Allianz Deutschland, an diesem Donnerstag in München: „Wir haben unseren deutschen Online-Versicherer Allsecur an den Mutterkonzern Allianz SE verkauft.“

Der Schritt soll die Grundlage schaffen, um eine gemeinsame IT-Basis für den neuen Anbieter namens Allianz Direct aufzubauen und mögliche Synergien zu heben. Auf der Hauptversammlung im Mai sollen die Aktionäre über einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen der Allianz SE und Allsecur abstimmen, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Einladung hervorgeht.

Der Dax-30-Konzern zieht damit das Onlinegeschäft in Deutschland unter das Dach der übergeordneten Allianz SE und forciert den eingeleiteten digitalen Umbau. Mit Allsecur wandern rund 750.000 Policen in Deutschland unter das Dach des geplanten Direktversicherers.

Der Aufsichtsrat der Allianz SE hat dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag bereits vor wenigen Tagen zugestimmt, heißt es in der Einladung zum Aktionärstreffen. Das Konzern-Management um den Vorstandsvorsitzenden Oliver Bäte bekommt so vollen Zugriff auf den neuen Direktversicherer.

Allianz Direct soll zunächst in Deutschland, den Niederlanden, Italien und Spanien an den Start gehen, später dann in Frankreich, der Schweiz oder Österreich. „Als erstes müssen wir unser Produkt entmystifizieren“, betonte jüngst de la Sota. „Für Handbücher fehlt den Kunden die Zeit.“

Was gut für die Kunden sei, nutze auch den Vermittlern. „Die Kannibalisierung zwischen dem Direktversicherer und dem traditionellen Geschäft ist gleich Null“, betonte auch Vorstandschef Bäte.

Der Dax-30-Konzern treibt seine Neuordnung der Sachversicherung voran und preschte in jüngster Zeit mit einer Reihe neuer Produkte im Kfz-Sektor vor. Die Schaden- und Unfallversicherung ist traditionell der größte Ertragsbringer für Europas größten Versicherer. Die Allianz hatte die Marktführerschaft in der Kfz-Versicherung jedoch vor acht Jahren an die HUK-Coburg verloren.

Die neue Strategie in der Autoversicherung zahlt sich für die Allianz in Deutschland nun jedoch aus. In der Sachversicherungs-Sparte sei die Zahl der Policen zum ersten Mal seit fast zwei Jahrzehnten wieder gestiegen, um 173.000 Verträge, betonte Röhler.

Allein in der Autoversicherung, in der sie Ende 2017 das Preis- und Geschäftsmodell vereinfacht hatte, kamen 126.000 Policen hinzu. Damit bringt es die Allianz jetzt auf rund 8,6 Millionen Verträge in der Kfz-Versicherung. Die HUK-Coburg liegt allerdings mit einem Bestand von jetzt rund 12,1 Millionen versicherte Fahrzeuge weiter deutlich vorne.

Umsatz in der Schaden- und Unfallversicherung steigt stärker als der Markt

Allerdings dürfte die Allianz 2019 deutlicher zulegen: Der Versicherer hat dem Rivalen Zurich den Kooperationsvertrag mit dem ADAC abgenommen und ist seit Januar Partner bei der ADAC Autoversicherung, die rund 650.000 Fahrzeuge versichert.

Schon im Mai vergangenen Jahres hatte Konzernboss Bäte auf der Hauptversammlung angekündigt, dass die Allianz die Sachversicherung „zukunftssicher machen“ wolle. Erste Fortschritte kann Röhler auf diesem Weg bereits verbuchen.

Zum ersten Mal seit langem kletterte der Umsatz in der Schaden- und Unfallversicherung stärker als der Markt. Die Beitragseinnahmen stiegen um vier Prozent auf 10,5 Milliarden Euro.

Auch die Allianz Lebensversicherung baute ihre unangefochtene Marktführerschaft mit einem Plus von fast elf Prozent im Neugeschäft noch aus. Die Beiträge wuchsen um 6,6 Prozent auf 22,5 Milliarden Euro. „Bei den Neuverträgen liegt unser Marktanteil in Deutschland inzwischen über einem Drittel des Marktes“, betonte der zuständige Allianz-Vorstand Markus Faulhaber.

Insgesamt steigerte die Allianz Deutschland den Umsatz um 5,5 Prozent auf 36,4 Milliarden Euro. Der Gewinn bröckelte aber um 1,4 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro ab. Grund dafür seien die Ende des Jahres schwächelnden Kapitalmärkte, die das Ergebnis aus den Kapitalanlagen um fast ein Fünftel einbrechen ließen.

Das operative Ergebnis im Versicherungsgeschäft kletterte um sechs Prozent auf 2,4 Milliarden Euro, obwohl die Allianz Deutschland erneut mehr als eine halbe Milliarde Euro für Unwetterschäden auszahlen musste. Für das laufende Jahr rechnet die Allianz in Deutschland trotz der erwarteten weiteren Umsatzzuwächse mit einem stagnierenden Ergebnis.

Weiteren Schub soll in den nächsten Jahren eine noch stärkere Ausrichtung auf digitale Kunden und einfachere Produkte bringen. „Einfachheit“ steht darum im Zentrum der Pläne für die kommenden drei Jahre. „Unser Ziel in Deutschland ist es, deutlich stärker als der Markt zu wachsen“, kündigte Röhler an. Ein Versprechen, dass die Allianz im vergangenen Jahr bereits erfüllte – und zwar erstmals seit langer Zeit wieder in allen drei Segmenten Leben, Sach- und Krankenversicherung.

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