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Versicherer Allianz stärkt durch zwei Übernahmen ihre Position in Großbritannien

Durch zwei Übernahmen steigt die Allianz zur Versicherung Nummer zwei in Großbritannien auf. Das Budget für Übernahmen ist damit fast ausgeschöpft.
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Die Allianz käme durch die Übernahmen in Großbritannien auf zwölf Millionen Kunden. Quelle: Reuters
Allianz

Die Allianz käme durch die Übernahmen in Großbritannien auf zwölf Millionen Kunden.

(Foto: Reuters)

MünchenGiulio Terzariol nannte das Volumen bereits vor wenigen Wochen. Rund eine Milliarde Euro stehe in diesem Jahr für Zukäufe zur Verfügung, sagte der Finanzvorstand der Allianz bei der Vorstellung der Zahlen im Februar. Es ist der Gegenwert, den Europas größter Versicherer derzeit jeden Monat verdient. Eine Kapitalerhöhung oder ähnliche Maßnahmen, um das Geld für einen Zukauf zu besorgen, wären bei der Allianz somit nicht nötig.

Am Freitag verkündete der Konzern, dass das beiseitegelegte Geld bald abgerufen werden dürfte. In Großbritannien vermeldete man gleich doppelten Vollzug. Zum einen geht dort die Sachversicherungssparte der Legal & General (L&G) für 242 Millionen Pfund (274 Millionen Euro) an die Münchener.

Schon vor rund einem Monat war bekanntgeworden, dass sich die Allianz gegen den britischen Versicherer Direct Line durchgesetzt hat und seither exklusive Gespräche mit L&G führt. Die hatte die Sparte, deren Schwerpunkt die Gebäude- und Haustierversicherung ist, Ende vergangenen Jahres zum Kauf angeboten, da der Bereich nicht mehr zum Kerngeschäft zähle.

Deutlich größer ist die Summe, die die Allianz für den restlichen Anteil von 51 Prozent am Versicherer Liverpool Victoria General Insurance Group (LV GIG) überweist. 578 Millionen Pfund (654 Millionen Euro) sind dafür fällig. Bislang wurde der Versicherer als Gemeinschaftsunternehmen von Allianz und der Liverpool Victoria Friendly Society geführt.

Bereits vor zwei Jahren gingen die ersten 49 Prozent an die Allianz. Der Kauf hatte damals für Aufsehen gesorgt, weil die Allianz als Aktiengesellschaft ein in der Rechtsform als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit organisiertes Unternehmen übernommen hatte. Beide Gesellschaftsformen galten bis dato wegen der unterschiedlichen Ausrichtung als schwer vereinbar.

Ursprünglich war abgesprochen worden, den Anteil bis zum Ende dieses Jahres auf 70 Prozent aufzustocken. Nun übernimmt die Allianz LV GIG komplett, wofür als Gesamtsumme dann knapp über eine Milliarde Pfund überwiesen werden. Bis zum Jahresende sollen beide Transaktionen beendet sein, hieß es am Freitag.

Allianz kommt Marktführer Prudential näher

Nach Abschluss wäre die Allianz die Nummer zwei am britischen Versicherungsmarkt. Insgesamt käme die Allianz auf der Insel dann auf zwölf Millionen Kunden und ein Prämienvolumen von rund vier Milliarden Pfund. „Damit stellen wir unser Geschäft in Großbritannien auf eine neue Basis“, freute sich Jon Dye, Vorstandschef der britischen Allianz-Tochter.

Dem uneingeschränkten Marktführer Prudential sind die Münchener so näher gekommen. Allianz-Chef Oliver Bäte hatte in der Vergangenheit stets Großübernahmen wegen der hohen Preise, die dafür gefordert werden, eine Absage erteilt. Stattdessen wolle man bei günstiger Gelegenheit auf Teilmärkten und speziell in der Sachversicherung zukaufen, kündigte er an.

Gerüchten zufolge ist die Allianz ebenfalls an einer Übernahme der Versicherungssparte von Spaniens zweitgrößter Bank BBVA interessiert. Erste Meldungen dazu gab es Ende Februar. Die Allianz gelte als Favorit, hieß es. Der Versicherer in Spanien käme deutlich teurer als die beiden in Großbritannien. Die von Giulio Terzariol veranschlagte eine Milliarde Euro ist aber bereits verplant.

Mehr: Der erwartbare Brexit belastet die Märkte. Der Chefanlagestratege von Allianz Global Investor Ingo Mainert spricht im Interview über die Folgen für die Versicherungsbranche.

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  • Es gibt noch mehr europaeische Versicherer, die dem Beuteschema nahe kommen: Ageas
    in Belgien und Aegon in Holland. Schaumermal.

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