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Versicherer Allianz verkündet gleich drei Personalien

Vorstandschef Chris Fischer-Hirs muss wie erwartet den Chefposten beim Industrieversicherer der Allianz räumen. Es ist nicht der einzige Führungswechsel.
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Dem Topmanagement in München reicht das Ergebnis der Industrieversicherungstochter längst nicht mehr. Quelle: dpa
Allianz

Dem Topmanagement in München reicht das Ergebnis der Industrieversicherungstochter längst nicht mehr.

(Foto: dpa)

München Der Versicherer Allianz hat am Donnerstag gleich mehrere Personalien bekannt gegeben. Über die markanteste davon hatte das Handelsblatt bereits am Dienstag berichtet: Chris Fischer-Hirs übergibt bei der seit Jahren defizitären Industrieversicherungstochter Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS) den Chefposten zum Monatsende an Joachim Müller.

Der Schweizer Fischer-Hirs war 20 Jahre für die Allianz tätig, seit dem Jahr 2015 führte er die Industrieversicherungssparte AGCS. Joachim Müller ist bis dato Vorstand bei der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG (ABV) und dort für die Schaden- und Unfallversicherung sowie den Vertrieb zuständig.

Der 48-jährige Diplom-Kaufmann mit Wurzeln im bayerischen Teil von Schwaben ist ein Urgewächs der Allianz und trat bereits 1993 über ein Tochterunternehmen in den Konzern ein. Nach Zwischenstationen bei der Dresdner Bank und der Commerzbank ist er seit 2010 wieder bei der Allianz. Zuletzt machte mit dem Umbau der Kfz-Versicherung sowie neuen Partnerschaften, beispielsweise zum Automobilclub ADAC auf sich aufmerksam.

Die Aufgaben von Joachim Müller bei der deutschen Tochter der Allianz teilen sich künftig zwei Personen, wie am Donnerstag bekannt wurde: Klaus-Peter Röhler, seit dem vergangenen Jahr an der Spitze der mächtigen deutschen Allianz-Tochter, und Andreas Kanning, zuletzt im Vorstand der ABV für die Vertriebsregion Nord verantwortlich.

Die dritte Personalie war bereits am Montag bekannt geworden: Beim Vermögensverwalter AGI, ebenfalls einer Tochter der Allianz, muss Chef Andreas Utermann nach zuletzt schwächeren Zahlen seinen Posten räumen.

Finanzvorstand machte Unmut bereits deutlich

Insbesondere mit den Veränderungen beim in Schwierigkeiten steckenden Industrieversicherer setzt Allianz-Boss Oliver Bäte mit dem Personalwechsel die Zeichen für einen Neuanfang. Finanzvorstand Giulio Terzariol hatte bereits bei der Präsentation der Quartalszahlen in der Vorwoche den Unmut des Top-Managements über den Zustand der Industrietochter deutlich gemacht und gesagt: „AGCS ist weiter eine Baustelle, alle anderen Bereiche haben eine gute Entwicklung gezeigt. Es gehe nicht, dass eine Gesellschaft ein, zwei, drei oder gar vier Jahre kontinuierlich Verluste schreibe. Auch 2019 werde wieder „definitiv ein schwieriges Jahr werden für AGCS“, kündigte der 47-jährige Italiener bereits die klare Tendenz für das Gesamtjahr an.

Im dritten Quartal lag die Schaden-Kosten-Quote der AGCS mit 102,7 Prozent um 1,3 Prozentpunkte besser als vor einem Jahr. Dem Topmanagement in München reicht das aber längst nicht mehr. Stattdessen ist der Verdruss über die Industrieversicherungs-Tochter groß.

Die Aufgaben von Joachim Müller bei der deutschen Tochter der Allianz teilen sich künftig in Röhler und Kanning zwei Personen. Röhler übernimmt von Müller das Aufgabengebiet als Chef der Allianz Versicherungs-AG. Hier dürfte es in Zukunft darum gehen, die Produkte einfacher zu gestalten und den Prozess der Digitalisierung weiter voranzutreiben.

Im vergangenen Jahr stellte der Konzern seine neue Strategie unter das Motto „Simplicity wins“ vor. Dabei treibt Konzernchef Oliver Bäte eine deutliche Simplifizierung der Produktwelt voran. Dieses Thema habe für ihn den gleichen Stellenwert wie die Renditeziele für die kommenden Jahre, betonte er stets.

Kanning übernimmt den Chefposten bei der Allianz Beratungs- und Vertriebs AG, den Müller bisher ebenfalls besetzt hatte. Gleichzeitig zieht er in den Vorstand der Allianz Deutschland ein. Kanning ist bereits seit 1995 bei der Allianz tätig und war in dieser Zeit lange für Aufgaben im Vertrieb zuständig. In den Jahren von 2012 bis 2014 leitete der den Ressortbereich Personal der Allianz Deutschland, danach wurde er in den Vorstand der ABV berufen, wo er seither für die Vertriebsregion Nord verantwortlich war.

Mehr: Der US-Softwarekonzern Microsoft beteiligt sich an einer Tochterfirma der Allianz. Der Versicherer will so zum führenden Software-Anbieter für das Geschäft mit dem Risiko werden.

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