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Versicherer Der Aktienkurs treibt das Gehalt des Allianz-Vorstandes

Das Vergütungssystem für Allianz-Vorstände soll weniger komplex werden. Insgesamt dürften deren Bezüge damit jedoch ab diesem Jahr deutlich steigen.
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10,33 Millionen Euro hat Allianz-Vorstandschef im vergangenen Jahr erhalten. Quelle: Reuters
Oliver Bäte

10,33 Millionen Euro hat Allianz-Vorstandschef im vergangenen Jahr erhalten.

(Foto: Reuters)

München Manch ein Aktionär hat bei Betrachten der reinen Zahlen im Vergütungsbericht der Allianz wohl seinen Augen nicht getraut. Insgesamt 10,33 Millionen Euro hat Vorstandschef Oliver Bäte demnach im vergangenen Jahr an fixen und variablen Gehaltsbestandteilen sowie an Versorgungsaufwand erhalten. Das zeigt die Position „Zufluss“. Ein Jahr zuvor stand an dieser Stelle noch die Zahl von 4,983 Millionen Euro.

Die gewaltige Steigerung um mehr als das Doppelte hängt ganz wesentlich am sogenannten Mid-Term-Bonus (MTB), einem von vier Gehaltsbestandteilen neben dem fixen Gehalt, dem Jahresbonus und der aktienbezogenen Vergütung. Dafür wurden in den Jahren 2016 bis 2018 jeweils Summen zurückgestellt, die nun mit einem Schlag zur Auszahlung kamen. Insgesamt waren so 4,828 Millionen Euro an MTB-Leistungen bei Bäte aufgelaufen.

Damit solche extremen Sprünge künftig nicht mehr vorkommen, sollen die Aktionäre auf der Hauptversammlung rückwirkend über ein neues Vergütungsprogramm abstimmen, das bereits seit Anfang des Jahres gilt. Dabei wurde eine neue europäische Vergütungsrichtlinie umgesetzt. Was auf den ersten Blick wie eine Vereinfachung aussieht, weist beim Blick ins Detail jedoch noch immer sehr viel Komplexität auf.

Auch wenn aus vier Kernkomponenten nur noch drei geworden sind. Denn der angesprochene Mid-Term-Bonus entfällt nun. Es bleibt aber die Grundvergütung, deren Anteil am Gesamteinkommen nun um fünf Prozent auf 30 Prozent steigt. Bislang hatte jeder der vier Gehaltsbestandteile zu gleichen Teilen zur Gesamtsumme beigetragen, jeweils also zu 25 Prozent.

Diesen Anteil behält der jährliche Bonus als kurzfristige Komponente. Allerdings wird der Bonus künftig anders berechnet. Setzte er sich bisher jeweils zur Hälfte aus finanziellen Konzernzielen und individuellen Zielen des jeweiligen Vorstands zusammen, so zählen jetzt nur noch die finanziellen Ziele der Allianz wie das operative Ergebnis und der Jahresüberschuss. Beide tragen nun zu gleichen Teilen zum Gesamtziel bei.

Neu ist in diesem Zusammenhang der individuelle Beitragsfaktor (IBF) zwischen 0,8 und 1,2. Mit ihm wird das Erreichen des jeweiligen Konzernziels multipliziert. Wie sehr ein Vorstand jeweils seine individuellen Ziele erreicht hat, bewertet der Aufsichtsrat nach jedem Jahr. Je nach Zuständigkeit kann das vom Erfolg seines Ressorts bis hin zur Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit oder der jeweiligen Führungsqualität abhängig sein.

Der größte Unterschied zum bisherigen Vergütungsmodell ist jedoch die langfristige Komponente. Deren Anteil steigt nun von 25 auf 45 Prozent. Zudem wird die Berechnung komplizierter. Stand an dieser Stelle bisher der Aktienkurs über vier Jahre als maßgebliche Größe für die Entwicklung, so kommt nun noch der sogenannte relative Total Shareholder Return (TSR) hinzu.

Vereinfacht handelt es sich dabei um den Vergleich der Aktienkursentwicklung bei der Allianz mit dem Branchenindex Stoxx Europe 600 Insurance Performance. Dort ist eine relevante Gruppe von Wettbewerbern vertreten, an denen die Allianz über einen Zeitraum von vier Jahren gemessen wird.

Ebenfalls neu: Die Vorstände müssen ab diesem Jahr ihr verdientes Geld auch in Allianz-Aktien anlegen. Unter dem Stichwort „Eigeninvestments“ ist auf Seite 38 des Geschäftsberichts auch die Höhe festgelegt. Demnach muss Vorstandschef Oliver Bäte innerhalb von drei Jahren einen Bestand in Höhe von 3,412 Millionen Euro aufbauen. Das entspricht der doppelten jährlichen Grundvergütung. Bei seinen Kollegen im Vorstand genügt die einfache jährliche Grundvergütung von 975.000 Euro.

Ziel ist es, dass sich die Performance der Aktie und der Unternehmensentwicklung noch mehr in der Vergütung des Managements widerspiegeln soll. Entwickelt sich somit die Allianz-Aktie gut, dann profitieren nicht nur die vielen Kleinanleger, sondern vor allem auch die Topmanager des Hauses.

Insgesamt dürfte die erste Anpassung der Vorstandsvergütung seit dem Jahr 2010 zu einem höheren Gesamtverdienst für die Vorstände führen. Ein Vergleich mit anderen Dax-Konzernen und internationalen Wettbewerbern habe ergeben, dass das Vergütungsniveau nicht mehr angemessen sei, heißt es auf Seite 39 des Geschäftsberichts.

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