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Versicherer Ende der Zins-Talfahrt bei Lebensversicherungen in Sicht

Viele Verbraucher, die mit einer Lebensversicherung vorsorgen, haben sich an rückläufige Überschüsse gewöhnt. Doch für 2019 deutet sich Besserung an.
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Ende der Zins-Talfahrt bei Lebensversicherungen in Sicht Quelle: dpa
Lebensversicherung

Für Verbraucher mit Lebensversicherung könnte 2019 ein gutes Jahr werden.

(Foto: dpa)

Frankfurt Lichtblick für Millionen Lebensversicherungskunden: Sie können auf ein Ende der Zins-Talfahrt bei dem Altersvorsorge-Klassiker hoffen. „Die Talsohle müsste allmählich erreicht sein. Im kommenden Jahr dürfte die Verzinsung im Schnitt weitgehend konstant bleiben“, sagt der Branchenexperte Lars Heermann von der Ratingagentur Assekurata.

Gute Nachrichten kommen etwa von der Allianz Leben, der Branchenprimus hält die laufende Verzinsung 2019 stabil. Das gilt auch für andere Anbieter wie die Axa Lebensversicherungs AG, die Nürnberger Lebensversicherung, die Alte Leipziger, die Württembergische und die R+V Leben.

Noch mehr Grund zur Freude haben Kunden der Ideal Leben sowie der DEVK Leben und des DEVK Versicherungsvereins - diese Unternehmen erhöhen die laufende Verzinsung.

Die für die Kunden wichtige Kennziffer ergibt sich aus dem Garantiezins und der sogenannten Überschussbeteiligung, über deren Höhe die Versicherer je nach Wirtschaftslage und Erfolg ihrer Anlagestrategie jedes Jahr neu entscheiden. Wegen der Zinsflaute fällt es den Versicherungsgesellschaften immer schwerer, die hohen Versprechen von einst an den Kapitalmärkten zu erwirtschaften.

Die Folge: Die Überschussbeteiligung sinkt im Schnitt seit geraumer Zeit. Das Zusatzplus im Alter fällt daher geringer aus, als von vielen Verbrauchern erhofft.

Hinzu kommt der Garantiezins, der seit Anfang 2017 für Neuverträge bei mageren 0,9 Prozent liegt. Vor der Jahrtausendwende hatte die Branche Kunden noch mit Angeboten von bis zu 4 Prozent gelockt. Diese müssen die Unternehmen auch in der Zinsflaute erfüllen.

Für neue Verträge wurden die Garantien auf Geheiß der Bundesregierung jedoch nach und nach zurückgeschraubt. Die laufende Verzinsung bezieht sich nur auf den Sparanteil, den der Versicherer nach Abzug von Abschluss- und Verwaltungskosten sowie dem Beitrag für einen Todesfallschutz anlegt.

„Wir erwarten in der Breite keine weiteren starken Kürzungen bei der Überschussdeklaration“, sagte Henning Kühl, Chefaktuar des Lebensversicherungs-Aufkäufers Policen Direkt, jüngst.

„Besonders finanzstarken Versicherern trauen wir zu, dass sie ihre Überschüsse konstant halten.“ Im vergangenen Jahr habe sich die Lage der Branche zwar weiter verschärft. Jetzt aber gibt es die Aussicht auf eine Milliarden-Erleichterung.

Wegen der Niedrigzinsen müssen die Versicherer seit 2011 einen Kapitalpuffer aufbauen, um die hohen Garantie-Versprechen der Vergangenheit abzusichern. Dieses Geld kann nicht an die Kunden ausgeschüttet werden. Seit diesem Jahr soll der Kapitalpuffer nach einer Entscheidung der Bundesregierung nun langsamer ausgeweitet werden.

Nach Schätzungen von Assekurata werden 2018 etwa 7 bis 8 Milliarden Euro fällig, ohne die Änderung wären es rund 22 Milliarden Euro gewesen. Das verschafft den Unternehmen Luft. „Beim alten System würden die Überschüsse in vielen Fällen deutlich sinken“, erläutert Lars Gatschke vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv).

Bis die Verzinsung des Altersvorsorge-Klassikers auf breiter Front wieder steigt, dürfte aber noch einige Zeit vergehen. Zudem können nicht alle Kunden auf steigende Renditen hoffen.

Bei lukrativen Altpolicen mit einer Garantie von 4 oder 3,25 Prozent dürfte sich in Zukunft nicht viel tun, sagt Heermann voraus: „Je jünger der Vertrag ist und je geringer damit die Rendite, desto größer ist die Chance, dass die Verzinsung in der Zukunft wieder steigt.“

Viele Assekuranzen bieten in der Zinsflaute inzwischen gar keine Produkte mit klassischem Garantiezins mehr an. Sie setzen im Neugeschäft auf Verträge, die lediglich den Erhalt der eingezahlten Beiträge ganz oder teilweise zusagen. Dafür sollen sie eine etwas höhere Rendite abwerfen.

Verbraucherschützer Gatschke kritisiert allerdings die aus seiner Sicht mangelnde Vergleichbarkeit der Produkte und Intransparenz. „In vielen Fällen ist es noch schwieriger als bei klassischen Kapitalleben- und Rentenversicherungen nachzuvollziehen, was der einzelne Kunde rausbekommt.“

  • dpa
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