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Versicherer Ergebnis gesteigert, Gewinn eingebrochen: Axa legt Jahreszahlen vor

Nach den großen Deals in 2018 erwartet Axa-Chef Buberl ruhigere Zeiten. 2019 sollen vor allem die Schulden abgebaut und der große Zukauf integriert werden.
Update: 21.02.2019 - 14:06 Uhr Kommentieren
Der Axa-Konzernchef während der Präsentation der Jahreszahlen. Quelle: AP
Thomas Buberl

Der Axa-Konzernchef während der Präsentation der Jahreszahlen.

(Foto: AP)

Paris Für die Axa war 2018 ein turbulentes Jahr. Die Tochter Axa Equitable wurde veräußert, der US-Industrieversicherer XL Catlin für rund zwölf Milliarden Euro gekauft. Ähnlich spektakuläre Veränderungen sind für das neue Jahr nicht geplant: 2019 soll es deutlich ruhiger zugehen, erklärte Konzernchef Thomas Buberl.

„2018 war ein strukturierendes Jahr, 2019 sind unsere Prioritäten die Integration von XL und die Verringerung unserer Verschuldung. Wir machen nichts anderes“, sagte Buberl am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Paris auf die Frage nach weiteren Zukäufen oder möglichen Aktienrückkäufen.

Die Bilanz des Versicherers weist Licht und Schatten auf. Die Verschuldungsquote stieg von 25 auf 31 Prozent, infolge der Übernahme von XL. Ziel sei es, Ende 2020 zwischen 25 und 28 Prozent zu sein, sagte Finanzchef Gérald Harlin.

Das um sechs Prozent auf 6,2 Milliarden Euro gestiegene operative Ergebnis feierte Buberl als „bestes der Geschichte“. Der gute Eindruck wird dadurch etwas verpatzt, dass der Gewinn um zwei Drittel eingebrochen ist.

Zurück geht das auf die Abschreibung auf den Buchwert von Equitable. Axa musste unter dem eingestellten Wert verkaufen, auch wenn Equitable mittlerweile ein Vielfaches dessen wert ist, was vor 20 Jahren für den Kauf aufgewendet wurde.

„Eine rein buchhalterische Operation, die keinen Einfluss auf den Cash hat und sich nicht wiederholt“, versicherte Finanzchef Harlin. Die gesamte Equitable-Beteiligung sei in der Bilanz abgewertet worden, sagte Buberl, und zwar so niedrig, dass es bei einem günstigen weiteren Verkauf einen Buchgewinn geben werde.

Axa hält jetzt noch rund 51 Prozent des amerikanischen Lebensversicherers und will die Beteiligung komplett aufgeben. „Aber wir haben keine Eile“, sagte Buberl. Man werde sich nach dem Marktumfeld richten. Er wertet die Desinvestition als wichtigen Schritt auf dem Weg zur Umwandlung des eigenen Unternehmens.

„Wir wollen von finanziellen Risiken unabhängiger werden und konzentrieren uns auf die technischen Risiken der Versicherungen“, sagter er. Bei dieser „Desensibilisierung“ vom Auf und Ab der Finanzmärkte sei man bereits weit vorangekommen, habe die Empfindlichkeit für finanzielle Schocks um 20 bis 30 Prozent verringert.

Axa konnte im vierten Quartal, als die XL-Ergebnisse zum ersten Mal konsolidiert wurden, nur einen negativen Ergebnisbeitrag seiner Neuerwerbung buchen. Buberl führte das auf ungewöhnlich viele und starke Naturkatastrophen wie die Waldbrände in Kalifornien zurück.

Er sieht die Jahre 2017 und 2018 als Ausreißer an. Sollte sich jedoch zeigen, dass sich die Tendenz durch den Klimawandel grundlegend verändert hat, werde Axa reagieren. „Das bedeutet aber nicht, dass wir unser Business verringern, sondern wir würden es verändern.“ Es gebe zum Beispiel bei bestimmten Fonds großes Interesse an diesen Risiken.

Axa steigert die Dividende um sechs Prozent auf 1,34 Euro. Auf der Basis der aktuellen Kurse liegt die Dividendenrendite damit bei 6,2 Prozent, deutlich über dem Wert des Wettbewerbers Allianz.

Der Versicherer will fortan seine digitale Transformation und die Bindung zum Kunden intensivieren. Buberl sagte dem Handelsblatt, dass in Frankreich bereits die Initiative „Give data back“ gestartet wurde, über die Kunden Einblick in bestimmte Daten wie die Häufigkeit von Diebstählen an einzelnen Wohnorten nehmen können.

Ziel sei es aber, sehr viel weiter zu gehen, sowohl bei der Kranken- wie bei der Schadensversicherung. „Wenn wir über Telemedizin und andere Kanäle genügend Daten für statistisch valide Aussagen gesammelt haben, werden wir sie an unsere Kunden zurückspielen, damit sie eine bessere Entscheidungsgrundlage haben.“ Ähnliches sei auch bei Geschäftskunden angedacht, etwa bei der Bauversicherung.

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