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Allianz

Versicherer Geldmaschine Allianz: Quartalsgewinn steigt auf drei Milliarden Euro

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FrankfurtDer Versicherer Allianz hat am Dienstagmorgen seine Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten:

  • Der operative Gewinn wuchs in der Zeit von Januar bis März um 7,5 Prozent auf drei Milliarden Euro. Im Vorjahr standen an dieser Stelle 2,8 Milliarden Euro.
  • Der Umsatz stieg in den ersten drei Monaten um 9,3 Prozent auf 40,3 Milliarden Euro, nachdem es 36,9 Milliarden Euro im Vorjahr waren.
  • Für das Gesamtjahr rechnet der Versicherer weiterhin mit einem operativen Ergebnis von 11,5 Milliarden Euro und einer Spanne von 500 Millionen Euro nach oben wie nach unten.

Das fällt positiv auf:

Die Allianz ist weiterhin auf Kurs. Schwächere Konjunkturaussichten, stärkere Konkurrenz durch neue Wettbewerber und hohe Kosten durch den internen Umbau haben das Ergebnis nicht belastet. Im Schnitt verdient die Allianz somit inzwischen eine Milliarde Euro pro Monat. Eine Geldmaschine wie sie gibt es im häufig darbenden deutschen Finanzsektor weit und breit nicht. Vor einem Jahr belasteten zu dieser Zeit noch Währungseffekte kurzzeitig das Ergebnis.

Besonders positiv fiel diesmal die Sachversicherung auf, die ein Plus von 14,2 Prozent auf 1,455 Milliarden Euro zeigte. Der Geschäftsbereich trägt damit weiterhin knapp die Hälfte zum Gesamtgewinn bei. Der Umsatz im Geschäft mit Kfz-, Haftpflicht- oder Hausratversicherungen wuchs um 6,3 Prozent auf 19,5 Milliarden Euro. Besonders positiv: Die Schaden-Kosten-Quote, die zeigt, ob ein Versicherer Geld mit seinen Produkten verdient, konnte noch einmal um 1,1 Prozentpunkte auf 93,7 Prozent reduziert werden.

Das fällt negativ auf:

Der dritte und kleinste Geschäftsbereich, das Asset Management, hat diesmal enttäuscht. Das operative Ergebnis ging um 3,7 Prozent auf 573 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Das ist nicht dramatisch, trübt aber etwas das insgesamt sehr positive Gesamtbild.

Als Grund führen die Vermögensverwalter der Allianz, also die Gesellschaften Pimco und AGI, das gestiegene Verhältnis von Aufwand zu Ertrag an. Vor allem wegen höherer Investitionen in das Geschäftswachstum stieg es um 1,8 Prozent auf immer noch grundsolide 63,7 Prozent.

Womöglich kann sich dieser Effekt in den kommenden Quartalen bereits wieder umdrehen. Dann könnte sich auszahlen, dass jetzt kräftig in die Zukunft investiert wurde. Die Kunden vertrauen den Allianz-Töchtern schließlich weiterhin. Das verwaltete Vermögen stieg in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Jahreswechsel um 112 Milliarden Euro auf inzwischen 1548 Milliarden Euro.

Niemals zuvor in seiner mittlerweile 129-jährigen Geschichte hat der Versicherer mehr Geld verwaltet. Solide Mittelzuflüsse, aber auch die Rückkehr der Aktienmärkte nach einem schwachen Schlussquartal 2018 sind die Hauptgründe.

Was jetzt passiert:

Mit dem Begriff Widerstandsfähigkeit lässt sich wohl am besten beschreiben, wie es innerhalb der Allianz derzeit aussieht. Richten sich anderswo Branchen und Wettbewerber auf schwierigere Zeiten ein, geht die Allianz weiter voran. Die Jahresprognose von 11,5 Milliarden Euro, plus oder minus 500 Millionen Euro, wurde bestätigt. Insgeheim gehen nach diesen Zahlen aber wohl manche Kapitalmarktexperten schon davon aus, dass das obere Ende der Spanne erreicht wird.

Trotzdem: 2019 wird für die Allianz ein Jahr des Umbruchs. Das ist spätestens seit November klar, als Oliver Bäte den neuen Mehrjahresplan mit der Überschrift „Simplicity wins“ vorstellte. Die oft sehr komplexe Produktwelt des Versicherers soll demnach radikal entkernt werden und künftig über Länder hinweg gleich sein. Zudem soll im November der neue Direktversicherer Allianz Direkt starten.

Für einen Schub bei der Aktie sorgt auch das im Februar angekündigte Rückkaufprogramm von 1,5 Milliarden Euro. Zwischen dem 14. Februar und Ende März wurden rund 2,8 Millionen Aktien oder 0,7 Prozent des in Umlauf befindlichen Grundkapitals zurückgekauft. Gut ein Drittel des mittlerweile vierten Aktienrückkaufprogramms innerhalb von zwei Jahren ist damit bereits wieder umgesetzt.

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