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Versicherer Geldregen für die Allianz – Santander zahlt knapp eine Milliarde Euro für Joint-Venture

Der deutsche Versicherungskonzern Allianz verkauft für fast eine Milliarde Euro sein Vertriebs-Joint-Venture an die spanische Großbank Santander.
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Allianz verkauft sein Vertriebs-Joint-Venture an Santander Quelle: Allianz SE
Konzernzentrale der Allianz in München

Die Allianz will sich im Spaniengeschäft neu orientieren.

(Foto: Allianz SE)

FrankfurtVon Urlaubsstimmung ist in der Chefetage von Giulio Terzariol noch wenig zu spüren. Vor wenigen Wochen sicherte der Finanzchef des Dax-30-Konzerns Allianz den Finanzrahmen von knapp einer Milliarde Euro für zwei Übernahmen der Münchener in Großbritannien ab.

Gut einen Monat später sorgt der oberste Herr der Zahlen in München nun mit einem neuen Deal für Einnahmen in vergleichbarer Höhe. Wie die Popular-Muttergesellschaft Banco Santander und der Versicherer am Montag mitteilten, zahlen die Spanier der Allianz jetzt im Rahmen eines sogenannten „Termination Agreement“ rund 936,5 Millionen Euro für das erzwungene Ende der Vertriebspartnerschaft mit der Santander-Tochter Banco Popular.

Die Deutschen hatten im vergangenen Jahr die seit dem Jahr 2011 bestehende Partnerschaft mit Banco Popular verloren, nachdem die Bank vom größeren Konkurrenten Santander aufgefangen worden war und seitdem Policen von dessen Versicherungspartner Aegon verkauft.

Für die Allianz ist die Einigung mit den Spaniern ein Geldregen, der Europas größtem Versicherer auch neue finanzielle Möglichkeiten für weitere Käufe eröffnet. Denn mit den zwei Akquisitionen in Großbritannien im Mai dieses Jahres hatte der Versicherer seinen selbst gesetzten finanziellen Spielraum von etwa einer Milliarde Euro für Zukäufe bereits ausgeschöpft.

Ein Teil der Überschüsse, etwa eine Milliarde Euro, sei für kleinere Zukäufe reserviert, hatte Terzariol am Rande der Jahrespressekonferenz Mitte Februar klar gemacht. Doch seitdem schlugen die Münchener in Großbritannien gleich zwei Mal zu.

Zum einen kauften sie dort die Sachversicherungssparte der Legal & General (L&G) für 242 Millionen Pfund (274 Millionen Euro). Zum anderen übernahm die Allianz die restlichen Anteile von 51 Prozent am Versicherer Liverpool Victoria General Insurance Group (LV GIG) und zahlte dafür 578 Millionen Pfund (654 Millionen Euro). Bislang wurde der Versicherer als Gemeinschaftsunternehmen von Allianz und der Liverpool Victoria Friendly Society geführt. Der Dax-30-Konzern baut damit seine Position in Großbritannien deutlich aus.

Doch den Dax-Konzern lockt auch in Spanien die Möglichkeit, auf der iberischen Halbinsel wieder mehr Policen über Bankfilialen zu verkaufen. Gerüchten zufolge ist die Allianz darum ebenfalls an einer Übernahme der Versicherungssparte von Spaniens zweitgrößter Bank BBVA interessiert.

Erste Meldungen dazu gab es bereits Ende Februar. Experten schätzen den Wert der Versicherungssparte auf rund 1,5 Milliarden Euro. Der Münchener Versicherungsriese habe ebenso wie die italienische Generali und der US-Rivale Liberty Mutual ein Angebot zum Einstieg in die Versicherungssparte der BBVA abgegeben, berichtete im Frühjahr die Nachrichtenagentur Reuters. Die Allianz gelte unter den Kandidaten als Favorit.

Europas größter Versicherer hatte zuletzt allerdings betont, sich finanziell für Zukäufe auf keine Abenteuer einzulassen. Allianz-Boss Oliver Bäte unterstrich mehrfach, dass die Preise noch sehr hoch seien und Übernahmen ökonomisch und strategisch passen müssten.

„Derzeit investieren wir lieber in unsere Gesellschaft als extern“, betonte auch Terzariol noch Mitte Februar. Der Versicherer in Spanien wäre zwar deutlich teurer als die beiden in Großbritannien. Doch dank des neuen Deals mit Santander, der 2020 vollzogen wird, hätte Terzariol nun für einen Kauf in Spanien finanziell deutlich mehr Spielraum als noch vor wenigen Wochen gedacht.

Mehr: Warum Europas größter Versicherer als sicherer Hafen für Investoren gilt. Aber der Konzern muss beweisen, dass seine neue Strategie wirklich Früchte trägt.

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