Versicherer Hannover Rück räumt in den USA auf

Der Versicherer Hannover Rück plant massive Umwälzungen in seinem US-Geschäft, um Kosten zu sparen. Doch erst einmal wird ihn das Millionen Dollar kosten.
Kommentieren
Für den Konzern hatten sich Verträge als Verlustgeschäft entpuppt, weil die Sterblichkeit der Amerikaner höher war als gedacht. Quelle: dpa
Hannover Rück

Für den Konzern hatten sich Verträge als Verlustgeschäft entpuppt, weil die Sterblichkeit der Amerikaner höher war als gedacht.

(Foto: dpa)

FrankfurtBereits im März hatte Ulrich Wallin angedeutet, dass er im US-Geschäft aufräumen will. Fünf Monate später schafft der Chef des weltweit drittgrößten Rückversicherers Hannover Rück nun Fakten.

Mehr als 300 Millionen Dollar lässt sich der Mdax-Konzern die Sanierung eines Teils des US-Leben-Geschäfts dieses Jahr kosten. Bereits jetzt stehe fest, dass die Kündigung von Verträgen durch die Erstversicherungskunden nach deutlichen Preiserhöhungen im zweiten Halbjahr mindestens 264 Millionen Dollar vor Steuern kosten werde, sagte Finanzvorstand Roland Vogel am Donnerstag bei der Vorlage der Halbjahreszahlen. Er erwarte, dass diese Zahl auf 300 bis 400 Millionen Dollar, im Extremfall sogar bis zu 600 Millionen Dollar steigen werde.

„Dies nehmen wir in Kauf, da wir dadurch höhere Verluste in den Folgejahren vermeiden“, ergänzte Wallin. Für die Hannoveraner hatten sich die 2009 erworbenen Verträge als Verlustgeschäft entpuppt, weil die Sterblichkeit der Amerikaner höher war als gedacht.

Abgesehen von der Sanierung in den USA bleibt der Konzern aber auf Kurs. Kaum Großschäden, deutlich mehr Gewinn und kräftiges Beitragswachstum: Der Rückversicherer hat sich im ersten Halbjahr besser geschlagen als die Konkurrenz und stellt erneut eine Sonderdividende in Aussicht.

So wurde das Ziel bestätigt, den Gewinn in diesem Jahr auf mehr als eine Milliarde Euro zu schrauben. Der Rückversicherer profitiert davon, dass Naturkatastrophen und andere Großschäden bisher kaum eine Rolle spielten. Nur 93 Millionen Euro hat er bisher dafür ausgegeben, eingeplant sind für 2018 bis zu 825 Millionen Euro.

Das Unglück beim Bau einer Talsperre in Kolumbien, das den Branchenführer Munich Re stark belastet, werde Hannover Rück allenfalls einen kleineren zweistelligen Millionenbetrag kosten, sagte Vogel. Die Investoren freute es: Die Aktie legte deutlich stärker als der MDax zu.

Startseite

Mehr zu: Versicherer - Hannover Rück räumt in den USA auf

0 Kommentare zu "Versicherer: Hannover Rück räumt in den USA auf"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%