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Versicherer Talanx erhöht Preise um bis zu 20 Prozent

Deutschlands drittgrößter Versicherungskonzern saniert seine Feuerversicherung. Die Tarife sollen nun teilweise deutlich steigen.
Update: 13.08.2018 - 14:58 Uhr Kommentieren
Talanx will die Feuer-Sparte, die für rund ein Fünftel der Beiträge im Industriegeschäft steht, mit Preiserhöhungen bis 2020 wieder profitabel machen. Quelle: dpa
Versicherungskonzern Talanx

Talanx will die Feuer-Sparte, die für rund ein Fünftel der Beiträge im Industriegeschäft steht, mit Preiserhöhungen bis 2020 wieder profitabel machen.

(Foto: dpa)

FrankfurtViele deutsche Firmen ahnten seit Anfang des Jahres, was auf sie zukommt. Schon im Februar hatte der drittgrößte deutsche Versicherungskonzern Talanx angedeutet, dass er die Preise in der Feuerversicherungssparte bei seinem Industrieversicherer HDI Global erhöhen müsse. Sechs Monate später schafft der Hannoveraner MDax-Konzern, zu dem auch Hannover Rück zählt, nun Fakten.

Deutschlands drittgrößtes Versicherungsunternehmen hat mit der Sanierung seines Geschäfts mit Feuerversicherungen für große Industriefirmen begonnen. Dieser Teil des Geschäfts, in dem Talanx in Deutschland traditionell einen hohen Marktanteil hat, sei stark defizitär, begründete Vorstandschef Torsten Leue am Montag in Hannover bei der Vorlage der Quartalszahlen den Schritt.

Talanx will die Feuersparte, die für rund ein Fünftel der Beiträge im Industriegeschäft steht, bis 2020 mit Preiserhöhungen nun wieder profitabel machen. Die Feuerversicherung ist neben der Haftpflichtversicherung die größte Sparte im Konzernbereich Industrieversicherung.

Die Prämien sollen bei den betroffenen Unternehmen binnen 18 Monaten um 20 Prozent erhöht werden. „Rund ein Drittel der notwendigen Preiserhöhungen sind zur Jahresmitte bereits umgesetzt“, sagte Leue. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote soll dadurch auf deutlich unter 100 Prozent sinken. Im ersten Halbjahr lag sie noch bei 119 Prozent. Folglich musste der Versicherer für Schäden, Verwaltung und Vertrieb 19 Prozent mehr ausgeben, als er an Prämien eingenommen hat. Ein Großteil der Sanierung solle schon 2019 greifen, sagte Leue.

Talanx ist dabei kein Einzelfall. Der Branchenverband GDV schätzt, dass die Branche in der Industrie-Sachversicherung im laufenden Jahr im Schnitt mit jedem Euro Beitrag 15 Cent Verlust erwirtschaftet. Einige Unternehmen haben sich laut Leue vor diesem Hintergrund bereits aus dem Markt zurückgezogen. Die steigenden Schäden lägen vor allem an der Globalisierung, wodurch Brände in einer Fabrik etwa zu Produktionsstopps bei immer mehr Lieferanten führten.

Talanx sei im Zuge der Sanierung auch zur Reduzierung von Anteilen und zur Aufgabe von Geschäft bereit, machte der zuständige Vorstand Christian Hinsch klar. Dennoch sieht sich der Versicherer auf Kurs, die geplanten 850 Millionen Euro Gewinn in diesem Jahr zu erwirtschaften – obwohl der Rückversicherungstochter Hannover Rück mehr als 300 Millionen Euro Sonderbelastungen durch einen Teilrückzug aus den USA drohen.

Solange Hannover Rück an dem Plan eines Milliardengewinns festhalte, stehe auch Talanx zu seinem Ziel und dazu, die Dividende mindestens auf dem Vorjahresniveau von 1,40 Euro je Aktie zu halten, betonte Leue. Im ersten Halbjahr lag der Gewinn des Versicherers unter dem Strich wegen Steuereffekten mit 437 Millionen Euro um sechs Prozent unter Vorjahr. Die gebuchten Bruttoprämien stiegen um sieben Prozent auf 18,8 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr sollen sie um mindestens fünf Prozent wachsen.

Den Währungsverfall in der Türkei, einem der wichtigsten Auslandsmärkte für Talanx, sieht Finanzvorstand Immo Querner dabei gelassen. Die Ergebnisauswirkung sei marginal, betonte er.

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