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Versicherer Vergleichsportal Joonko greift Marktführer Check24 an

Vergleichsportale werden für Versicherer immer wichtiger. Jetzt greift ein neuer Rivale an. Joonko ist eine Gründung des Firmenentwicklers Finleap.
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Check24 und andere Onlineportale nehmen Versicherungsvertretern zunehmend das Geschäft weg. Quelle: dpa
Versicherungsvergleich

Check24 und andere Onlineportale nehmen Versicherungsvertretern zunehmend das Geschäft weg.

(Foto: dpa)

München Es war eine unauffällige Premiere – doch sie könnte das Machtgefüge auf dem deutschen Versicherungsmarkt nachhaltig verändern. Still und leise ist vor wenigen Tagen das neue digitale Vergleichsportal Joonko online gegangen. In der ersten Phase können Kunden dort nur Tarife in der Autoversicherung vergleichen, 24 Anbieter sind vorerst dabei. Die Marktführer HUK-Coburg und Allianz fehlen noch. Dennoch markiert der Start eine Zäsur.

Denn im rasch wachsenden und hochlukrativen Markt der Online-Vergleichsportale bahnt sich so eine heftige Auseinandersetzung an. „Viele haben gesagt, wir wären dumm, Check24 anzugreifen. Wir halten die Zeit für einen Neuzugang auf dem Markt jedoch für gekommen“, sagte Joonko-Chefin Carolin Gabor am Mittwoch auf dem Insurance Summit des Handelsblatts in München.

Es ist eine millionenschwere Attacke auf die Marktführer, die auch viele Versicherer mit Argusaugen verfolgen werden. Denn Check24 und andere Onlineportale nehmen den Versicherungsvertretern immer mehr Geschäft weg. Allein der Marktführer vermittelt inzwischen mehr als eine Million Kfz-Versicherungsverträge pro Jahr.

Die Portale leben allerdings von Provisionen – auch wenn sie für die Kunden als objektiv erscheinen. Technisch gesehen sind die Portale damit Makler. Doch für viele Versicherer sind die Portale vor allem eines: kostspielige Zwischenhändler.

Entsprechend aufmerksam verfolgt die Branche den Angriff auf die Nummer eins. Denn hinter Joonko stehen zwei digital erfahrene und sehr erfolgreiche Unternehmen.

Das neue Portal ist eine Gründung des Berliner Firmenentwicklers Finleap, der seit gut einem Jahr einen großen und mächtigen Partner an seiner Seite hat: die chinesische Versicherung Ping An. Der weltweit nach Marktwert größte Versicherer aus China ist sowohl an Finleap als auch an Joonko beteiligt. Joonko-Chefin Gabor setzt deshalb auch auf die technische Unterstützung ihrer Anteilseigner.

Denn Ping An ist ein Gigant am Technologiehimmel der Versicherer. Der Konzern setzt ganz auf neue Technologien und beschäftigt ein Heer von 23.000 IT-Entwicklern. „Wir haben kein Interesse, einen großen Versicherer in Europa zu kaufen“, sagte Donald Lacey, Chef des eine Milliarde Dollar schweren Ping An Global Voyager Fund, auf dem Insurance Summit. „Aber wir wollen unsere Technologie zusammen mit Finleap jetzt auch für den europäischen Markt öffnen.“

So versucht sich Joonko mit Ping An im Rücken von den Wettbewerbern abzuheben. So soll das neue Portal keinen wirtschaftlichen Anreiz setzen, den Kunden zum Wechsel anzuhalten, wenn es seine private Situation nicht erfordere. Wachen soll darüber ein eigener Versicherungsbeirat unter Vorsitz von Ex-Ministerin Brigitte Zypries.

Der Name Joonko ist dabei eine Reverenz an die Japanerin Junko Tabei, der es 1975 als erste Frau gelang, den Mount Everest zu erklimmen. Viel einfacher als dies wird der Versuch, Check24 anzugreifen, sicher nicht. Rund zehn Millionen Euro sammelte Joonko zwar in der ersten Finanzierungsrunde als Start-Investment ein. Doch Check24 agiert längst in einer anderen Sphäre. Der Marktführer gab in den letzten Jahren schätzungsweise allein mehr als 170 Millionen Euro nur für Werbung aus.

Mehr: Der Markt für Finanzportale kommt in Bewegung. Mit Joonko bringt die Tech-Schmiede Finleap ein neues Vergleichsportal an den Start – zunächst für Kfz-Versicherungen. Lesen Sie hier mehr.

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