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Achim Kassow im Interview Ergo-Vorstandschef über den Umbau: „Die Erneuerung ist harte Arbeit“

Der Erstversicherer will bis 2020 ein neues Konzept entwickeln. Im Interview erläutert Deutschlandchef Achim Kassow, was der Schritt für Ergo bedeutet.
07.05.2019 - 04:44 Uhr Kommentieren
Seit mehr als zwei Jahren leitet Kassow das problembeladene Deutschlandgeschäft der Munich Re-Tochter. Quelle: Rudolf Wichert für Handelsblatt
Achim Kassow

Seit mehr als zwei Jahren leitet Kassow das problembeladene Deutschlandgeschäft der Munich Re-Tochter.

(Foto: Rudolf Wichert für Handelsblatt)

Frankfurt Aus seinem Büro im 24. Stock des Ergo-Turms hat man einen wunderbaren Blick über den Rhein. Doch Achim Kassow, der seit mehr als zwei Jahren Ergo Deutschland leitet, hat vor lauter Arbeit kaum Zeit, das zu genießen. Er muss das wichtige, aber problembeladene Deutschlandgeschäft der Munich-Re-Tochter auf Kurs bringen.

Herr Kassow, Sie legen bei Ergo jetzt Agenturvertrieb und Ergo-Direktversicherung zusammen. Warum dieser Schritt?
Weil Kunden unter einer Marke konsistente Leistungsversprechen erwarten. Kunden sehen bei uns deshalb künftig auch nicht mehr andere Preise im Internet als in den Agenturen. Wir sagen einfach: Es gibt eine durchgängige Preis-Leistungs-Positionierung der Marke Ergo gegenüber dem Kunden.

Er kann sich völlig frei entscheiden, über welchen Weg er gehen möchte: Ist er immer online, geht er in die Agentur, verhält er sich hybrid und wechselt zwischen digital und persönlich? Für uns macht das keinen Unterschied.

Was bedeutet das für den Vertrieb konkret?
Konkret bedeutet das, dass wir jetzt ein technisches System aufbauen, in dem sich der Kunde frei bewegen kann und in dem wir alle Kontakte übergreifend für Services und Geschäftsabschlüsse nutzen können. Ein Beispiel: Wenn Sie sich heute in einem unserer Vertriebswege ein Angebot geben lassen, dann müssen Sie das Angebot an genau diese Adresse zurücksenden.

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    So tickt aber kein Kunde. Er will es bequem. Ab Sommer kann Ihnen der Experte in einer Agentur Ihr persönliches Angebot für eine Sachversicherung in Ihr digitales Ergo-Kundenportal stellen, und Sie können es später mit einem Mausklick annehmen. Die Agenturen wiederum profitieren von potenziellen Neukunden aus dem Bestand des Direktvertriebs, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen.

    Mit welchen Versicherungen starten Sie das neue, integrierte Modell?
    Wir haben im Privatkundengeschäft mit der Kfz-Versicherung, Hausrat, Haftpflicht, Rechtsschutz und den Zusatzpolicen in der Gesundheitsversicherung angefangen. Als Nächstes stehen die Risikoleben- und Unfallversicherung an. Das alles wird noch dieses Jahr passieren. Im Laufe des nächsten Jahres wird der Bedarf von Privatkunden im integrierten Modell dann weitestgehend abgedeckt sein.

    Die Allianz geht einen anderen Weg und bringt Ende des Jahres einen neuen, europäischen Direktversicherer unter dem eigenen Markennamen auf den Markt. Wieso glauben Sie, dass Ihr Weg vielversprechender ist?
    Wir haben die Erfahrung gemacht, dass der klassische Privatkunde es weniger honoriert, wenn er unter einem Markennamen on- und offline unterschiedliche Preise und Angebote vorfindet. Deshalb integrieren wir die bislang konkurrierenden Angebote von Ergo Direkt und Ergo unter einem Markenauftritt und auf einer Website.

    Gleichzeitig haben wir unseren rein digitalen Versicherer Nexible unter einem eigenen Namen ins Rennen geschickt. Nexible agiert also mit einer eigenständigen Preis-Leistungs-Positionierung für eine reine Online-Zielgruppe.

    Viele Mitarbeiter sind den Umbau allerdings leid. Bei der letzten Mitarbeiterumfrage sagten lediglich 36 Prozent der Mitarbeiter von Ergo Deutschland, dass sie stolz auf ihren Arbeitgeber sind. Im April wurde die nächste Umfrage gemacht. Ist Ihnen angesichts der bevorstehenden Ergebnisse schon bange?

    Nein, wir stecken mitten in einer Transformationsphase – und da können wir nicht erwarten, dass solche Umfragen besonders positiv ausfallen. Sie zeigen die Stimmung in einer bestimmten Phase. Es hat uns aber zu denken gegeben, dass die Beurteilung beim letzten Mal deutlich kritischer war, als wir es erwartet hatten.

    Wir haben seitdem die Kommunikation intensiviert, wir haben Führungsebenen und Mitarbeiter näher zusammengebracht und haben Veränderungen intensiv erklärt. Die anstehende Befragung könnte also besser ausfallen – auch wenn der laufende Umbau unseren Teams auf allen Ebenen weiterhin viel abverlangt.

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