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Allianz Aufsichtsräte der Allianz wollen sattes Gehaltsplus

Der Versicherer schlägt zur Hauptversammlung eine 20-prozentige Gehaltserhöhung für seine Aufseher vor. Begründet wird das auch mit der Konkurrenz.
29.03.2020 - 12:58 Uhr Kommentieren
Allianz: Aufsichtsräte fordern trotz Coronavirus satte Gehaltserhöhung Quelle: Reuters
Michael Diekmann

Der Allianz-Aufsichtsratschef käme auf eine jährliche Festvergütung von 300.000 Euro.

(Foto: Reuters)

München Mitten in der Coronakrise überrascht der Aufsichtsrat der Allianz mit der Forderung nach einer um 20 Prozent höheren Festvergütung. Die will sich das zwölfköpfige Gremium auf der Hauptversammlung am 6. Mai genehmigen lassen. Das geht aus der Tagesordnung des Versicherers hervor. Unter Punkt 6 der ansonsten eher unspektakulären Tagesordnung heißt es: „Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder der Allianz SE und entsprechende Satzungsänderung“.

Der Aufsichtsrat der Allianz ist mit jeweils sechs Vertretern der Kapitalseite und der Arbeitnehmervertretung besetzt. Aufsichtsratschef Michael Diekmann würde demnach auf eine jährliche Festvergütung von 300.000 Euro kommen, bisher waren es 250.000 Euro. Seine beiden Stellvertreter Jim Hagemann-Snabe und Gabriele Burkhardt-Berg kämen auf 225.000 Euro statt bisher 187.500 Euro, die neun weiteren Aufsichtsräte auf 150.000 Euro statt 125.000 Euro.

Begründet wird das deutliche Plus unter anderem mit der Bezahlung bei anderen großen Versicherern. „Angesichts der Größe, Komplexität und der nachhaltigen Leistung der Allianz orientiert sich die Höhe der Vergütung für den Aufsichtsrat am vierten Quartil der Aufsichtsratsvergütungen von Vergleichsunternehmen“, heißt es in der Einladung zur Hauptversammlung.

Auch die Geschäfts- und Finanzlage von Europas größtem Versicherer dient zur Begründung. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern mit rund 11,9 Milliarden Euro das höchste operative Ergebnis seiner Geschichte erzielt. In allen drei Bereichen – der Sachversicherung, dem Bereich Leben und Kranken sowie in der Vermögensverwaltung – sprudelten die Gewinne.

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    Auffällig ist der jetzige Wunsch der Aufseher nach mehr Geld jedoch vor dem Hintergrund, dass sich das Gremium erst vor zwei Jahren ein sattes Gehaltsplus von 25 Prozent genehmigen ließ. Juristisch betrachtet sieht das Gesetz zur Umsetzung der zweiten Aktionärsrechterichtlinie vor, dass sich die Hauptversammlung alle vier Jahre mit der Vergütung des Aufsichtsrats befassen muss.

    Damals ging es mit ähnlicher Begründung für den Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Diekmann bei der jährlichen Festvergütung von 200.000 Euro auf 250.000 Euro nach oben. Seine Stellvertreter bekamen das Gehalt von 150.000 Euro auf 187 500 Euro angehoben. Für reguläre Aufsichtsratsmitglieder gab es statt 100.000 Euro dann 125.000 Euro.  

    Zusätzliche Vergütungen bleiben

    Unverändert bleiben dagegen die zusätzlichen Vergütungen, die Aufsichtsräte der Allianz erhalten, wenn sie in weiteren Ausschüssen tätig sind. Im wichtigsten Gremium, dem Prüfungsausschuss, fließen so zusätzlich 50.000 Euro für einfache Mitglieder und 100.000 Euro für den Vorsitzenden. Bei allen anderen Ausschüssen zu Personal, Risiko, Technologie sowie im Ständigen Ausschuss liegen die Vergütungen bei 25.000 beziehungsweise 50.000 Euro für den Vorsitzenden. Im neu geschaffenen Nominierungsausschuss liegt der Zusatzverdienst bei 12.500 und 25.000 Euro.

    In dieser Woche wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Allianz zudem entscheiden, in welchem Format die Hauptversammlung am 6. Mai stattfinden soll. Bislang noch ist eine Präsenzveranstaltung geplant, wovon jedoch angesichts der weiterhin hohen Ansteckungsgefahr in der stark betroffenen Region Oberbayern niemand mehr bei der Allianz ausgeht.

    In den vergangenen Jahren versammelten sich jeweils weit über 3000 Aktionäre in der Münchener Olympiahalle. Nun könnte es zum ersten virtuellen Aktionärstreffen in der 130-jährigen Geschichte des Versicherers kommen.

    Die Bundesregierung hatte am Freitag ein Gesetzespaket beschlossen, das auch Regeländerungen für Hauptversammlungen beinhaltet. Diese können nun bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen ohne physische Präsenz der Aktionäre und von deren Bevollmächtigten stattfinden, um so Menschenansammlungen zu vermeiden.

    Mehr: Gehalt des Allianz-Chefs hat sich nahezu halbiert.

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