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Allianz-Tochter Pimco verliert weiter Kundengelder

Erneut schlechte Nachrichten für Pimco: Zum 25. Mal in Folge hat der „Total Return“, einst Vorzeigefonds des Hauses, im Mai größere Mittelabflüsse zu verzeichnen. Anleger hadern mit dem Vertrauen.
03.06.2015 - 15:27 Uhr Kommentieren
Der Mitbegründer von Pimco, US-Starinvestor Bill Gross, verließ das Anleihehaus im September nach einem Streit mit der Allianz-Führung. Quelle: Reuters
US-Investorenlegende

Der Mitbegründer von Pimco, US-Starinvestor Bill Gross, verließ das Anleihehaus im September nach einem Streit mit der Allianz-Führung.

(Foto: Reuters)

New York/Singapur Die US-Fondstochter Pimco stellt die Geduld der Allianz auf die Probe. Auch im Mai – und somit den 25. Monat in Folge – gab es beim einstigen Vorzeigefonds des Anleihehauses, dem Pimco Total Return, größere Abflüsse: Die Kunden zogen unter dem Strich 2,7 Milliarden Dollar ab, wie die Investmentgesellschaft in der Nacht zum Mittwoch mitteilte. Damit waren sie aber nur noch halb so hoch wie im April, was dem Mutterkonzern Mut macht. Die Allianz hofft nach früheren Angaben auf eine Trendwende zum Jahresende, denn die Vermögensverwaltung ist ein wichtiger Bestandteil des Versicherungskonzerns.

Den Titel als weltgrößter Anleihefonds hat der Total Return bereits verloren. Er verwaltet heute noch ein Vermögen von 107,3 Milliarden Dollar, in der Spitze vor zwei Jahren waren es einmal fast 300 Milliarden. Doch seither ist viel passiert: Pimco-Gründer Bill Gross, viele Jahrzehnte an den Märkten als „Bondkönig“ gefeiert und höchstpersönlich für den Total Return verantwortlich, hatte immer seltener ein glückliches Händchen. Der Fonds schnitt schlechter ab als Produkte der Konkurrenz, was die erfolgsverwöhnten Anleger verprellte. Die Mittelabflüsse beschleunigten sich dann vorübergehend, als Gross im vergangenen September im Streit mit der Allianz-Führung überraschend das Handtuch warf. Die Allianz installierte nach Gross’ Abgang zwar eine breitere Führungsmannschaft, um die „One Man Show“ zu beenden. Doch es dauert, bis die Kunden wieder Vertrauen fassen.

Insgesamt verwaltet Pimco ein Vermögen von 1,59 Billionen Dollar, wobei das Aktiengeschäft nur eine untergeordnete Rolle spielt. Nach wie vor setzt das Haus vor allem auf festverzinsliche Wertpapiere – auch wenn diese im Niedrigzinsumfeld weniger Rendite abwerfen. Die Hoffung ruht nun auf der US-Notenbank Fed und darauf, dass diese als erste große Zentralbank die Zinswende einleitet. Doch auch das dürfte noch einige Monate dauern.

In der Zwischenzeit heißt die Devise für Pimco Kapitalerhalt. Um das Risiko zu reduzieren, wurden die Laufzeiten der gehaltenen Bonds deutlich zurückgefahren, außerdem die Investments regional breiter gestreut. Pimco greift inzwischen auch gerne zu Anleihen von Ländern, die neue weltwirtschaftliche Turbulenzen recht gut überstehen dürften. Dazu gehören etwa australische Staatsanleihen, wie der in Singapur ansässige Pimco-Manager Michael Thompson im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters erläuterte.

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