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Arbeitskraftsicherung Wenn das Berufsleben plötzlich endet: Mit welchen Versicherungen Sie sich am besten schützen können

Viele Menschen unterschätzen die Gefahr, ihren Job aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben zu können. Wie Sie sich schützen können und wie Versicherungen im Test abschneiden.
02.09.2020 - 15:41 Uhr Kommentieren
Berufsunfähigkeit: Das sind die besten Berufsunfähigkeitsversicherungen Quelle: dpa
Bauarbeiter

Viele handwerkliche Berufe zeichnen sich durch ein hohes Risiko aus.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Während seines Berufslebens wird etwa jeder fünfte Angestellte berufsunfähig. Die Wahrscheinlichkeit, dass Arbeitnehmer dauerhaft berufsunfähig werden, liegt bei 20 bis 25 Prozent. Psychische Erkrankungen gelten nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft mit 30 Prozent als wichtigste Ursache, gefolgt von Erkrankungen an Skelett, Muskeln und Bindegewebe mit 21 Prozent und Krebsleiden mit 15 Prozent. Viele schätzen das Risiko durch eine Krankheit zu gering ein und überschätzen dafür die Gefahr, durch einen Unfall nicht mehr arbeiten zu können.

Das Risiko einer Berufsunfähigkeit ist am größten für die Altersgruppe zwischen 51 und 60 Jahren, am geringsten für Menschen zwischen 25 und 30 Jahren. Vorsorge für die finanziellen Folgen des Arbeitskraftverlusts ist für die meisten Menschen unverzichtbar. Die Absicherung durch den Staat reicht bei gesetzlich Rentenversicherten längst nicht aus, um den Verlust des Arbeitseinkommens zu kompensieren.

Die volle staatliche Erwerbsminderungsrente lag 2019 im Schnitt bei 830 Euro. Dabei können Betroffene nur noch maximal drei Stunden am Tag arbeiten. Die Hälfte bekommt, wer zwischen drei und sechs Stunden arbeiten kann. Leistungen erhält nur, wer mindestens fünf Jahre gesetzlich rentenversichert ist.

Eine private Absicherung vor den finanziellen Folgen einer Arbeitsunfähigkeit ist Pflicht für diejenigen, die nicht über ein entsprechendes Vermögen verfügen. Die Ratingagentur Franke und Bornberg hat für das Handelsblatt Versicherungen rund um das Thema Arbeitskraftsicherung unter die Lupe genommen. Königsklasse ist die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie tritt ein, wenn ein Betroffener seinen Beruf nicht mehr ausüben kann.

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    Die Erwerbsunfähigkeit springt ein, wenn die Versicherten keiner Tätigkeit mehr nachgehen können. Eine Grundfähigkeitsversicherung zahlt, wenn ein Betroffener genau definierte Fähigkeiten nicht mehr nachkommen kann. Auch die Risikolebens- und Unfallversicherungen bieten Schutz.

    Berufsunfähigkeitsversicherung: Wer seinen Beruf nicht mehr ausüben kann

    Eine Berufsunfähigkeitspolice soll die Lücke zwischen aktuellem Einkommen und der staatlichen Absicherung schließen. „Sie ist eine wichtige Versicherung, die unabhängig von der Ursache für den Verlust der Arbeitskraft Zahlungen leistet“, erklärt Elke Weidenbach, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie springt dann ein, wenn Berufstätige 50 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit verloren haben und für ihren Beruf wichtige Tätigkeiten nicht mehr ausüben können.

    „Auf keinen Fall sollten Versicherte eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einer Kapitallebensversicherung koppeln“, rät Weidenbach. Wird es finanziell knapp und kann ein Versicherter die Prämien nicht mehr bezahlen, geht der wichtige Versicherungsschutz verloren. Die Verbraucherschützerin empfiehlt, annähernd das Nettoeinkommen durch die Versicherung abzudecken.

    In jungen Jahren ist der Einstieg in eine Berufsunfähigkeitsversicherung am günstigsten. Überhaupt ist die Chance dann am höchsten, einen Vertrag zu bekommen. Mit steigendem Lebensalter nehmen die Zipperlein zu. Bei Vorerkrankungen wird es schwierig, die Gesundheitsprüfung erfolgreich zu bewältigen. Oft kommt es zu Absagen, oder die Beiträge sind nicht mehr bezahlbar.

    Leistungen sollten sich an steigende Lebenshaltungskosten anpassen

    Bei den Gesundheitsfragen zu schummeln macht sich nicht bezahlt. „Wer Fragen im Antrag nicht vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet, droht im Ernstfall leer auszugehen“, sagt Michael Franke, Geschäftsführer der Ratingagentur Franke und Bornberg. Weil es oft zu Rechtsstreitigkeiten rund um die Berufsunfähigkeitsversicherungen kommt, empfehlen Verbraucherschützer den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung.

    Zudem sollten sich die Leistungen bei Berufsunfähigkeit mit steigenden Lebenshaltungskosten nach oben entwickeln. In vielen Verträgen lässt sich eine dynamische Erhöhung um einen festgelegten Prozentsatz einbauen. Eine Alternative ist eine Nachversicherungsgarantie: Wer zum Beispiel ein Kind bekommt oder heiratet, kann die Versicherung ohne Gesundheitsprüfung anheben.

    Franke und Bornberg hat für den Test 29 Versicherungen und Tarife von Berufsunfähigkeitsversicherungen unter die Lupe genommen. Im unterstellten Musterfall handelt es sich um einen 30-jährigen kaufmännischen Angestellten, der einen Schutz bis zum Rentenalter von 67 Jahren wünscht. In diesem Fall wurde eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente von 1500 Euro angenommen.

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    Die monatlichen Nettoprämien reichen von 52,56 Euro bis 102,38 Euro pro Monat. Doch die Prämie allein sagt wenig aus: 70 Prozent der Bewertung macht die Qualität der Versicherung aus. Denn die Versicherungsbedingungen unterscheiden sich ganz erheblich.

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    14 Tarife der Versicherungen schneiden im Härtetest mit der Note sehr gut ab. Zwei Anbieter konnten mit 97 Punkten das beste Ergebnis erzielen. Dazu zählt der Tarif „Baustein Leistung bei Arbeitsunfähigkeit“ der Zurich Deutscher Herold Lebensversicherung. Das Produktrating hat die Höchstnote von FFF+ und zeichnet sich durch eine starke Risikodifferenzierung aus: „Bei einem Beruf gilt ein bestimmter Preis.

    Das ist nicht zeitgemäß. Wie hoch die tatsächlichen Risiken ausfallen, wird dabei nicht berücksichtigt“, erklärt ein Sprecher von Zurich auf Anfrage. Daher orientiert sich der Versicherer weniger an der Berufsbezeichnung als vielmehr an der tatsächlich ausgeübten Tätigkeit im Büroalltag. Prämien würden das individuelle Risiko besser darstellen.

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    Ebenfalls 97 Punkte im Härtetest erhält die Ergo Lebensversicherung AG mit ihrem Tarif „Ergo BU Premium“. Auch dieses Produkt ist mit dem höchsten Qualitätsrating FFF+ bewertet. Die Prüfung der Berufsunfähigkeit wird nach Angaben von Ergo vereinfacht: „Dazu zählt die Klausel, bei der bereits die Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausreichen kann, um Leistungen in Anspruch zu nehmen“, sagt ein Sprecher. Die Versicherung habe im Marktvergleich ein vereinfachtes Verfahren zur Leistungsfeststellung bei einer Krebserkrankung und dem Verlust von Grundfähigkeiten eingeführt.

    Erwerbsunfähigkeitsversicherung: Wer nicht mehr arbeiten kann

    Den besten Schutz beim Verlust der Arbeitskraft bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung. Sie kann teuer sein oder im Einzelfall nicht zu bekommen sein. Doch auch dann gibt es Alternativen wie die Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Sie bezahlt eine Rente, wenn der Versicherte weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten kann.

    Bei den von Franke und Bornberg untersuchten Tarifen schneiden fünf mit der Höchstnote ab. Für eine monatliche Erwerbsminderungsrente von 1500 Euro sind monatlich zwischen 39,38 Euro und 64,48 Euro zu bezahlen. Doch auch hier ist der Preis bei Weitem nicht das wichtigste Kriterium. Die Produktqualität steht im Vordergrund.

    Der Tarif „PremiumEU“ der Continentale Versicherung wird mit der Höchstnote von FFF+ ausgezeichnet. Der Versicherer nutzt zunehmend auch die Chancen der Digitalisierung: „Der Kunde beantwortet notwendige Rückfragen bei der Risikoprüfung online“, sagt Helmut Hofmeier, Vorstand Leben im Continentale Versicherungsverbund. 300 Zukunftsberufe wurden günstiger eingestuft oder neu aufgenommen. „Von der neuen Risikoeinstufung profitieren viele Kunden. Bei etlichen Berufen wurden die Beiträge abgesenkt.“

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    Die Höchstnote sehr gut erhält auch die Erwerbsunfähigkeitsversicherung „Ego Basic“ der HDI Lebensversicherung. „Mit der Nachversicherungsgarantie, die wir bei HDI großzügig gestaltet haben, können unsere Kunden ihren Versicherungsschutz bis zum Alter von 50 Jahren und ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen“, sagt HDI-Vorstandschef Patrick Dahmen.

    Grundfähigkeitsversicherung: Wer nicht mehr laufen oder sehen kann

    Eine weitere Alternative ist eine Grundfähigkeitsversicherung. Sie tritt dann ein, wenn körperliche oder geistige Fähigkeiten wie Sehen oder der Gebrauch der Hände nicht mehr vorhanden sind. Diese Policen bieten aber einen deutlich geringeren Schutz als eine Berufsunfähigkeitsrente. Von 13 untersuchten Tarifen erhalten sechs die Höchstnote sehr gut.

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    Das Angebot rund um die Arbeitskraftsicherung ist so groß wie nie. Es reicht von Berufsunfähigkeitsversicherungen über Grundfähigkeitsversicherungen bis hin zur Dread-Disease-Police. Hier die persönliche Lösung zu finden geht kaum ohne qualifizierte Unterstützung. Am besten fahren Interessenten mit unabhängigen Beratern.

    Mehr: Zehn Dinge, die Verbraucher über Versicherungen wissen sollten.

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