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Asien-Expansion Vorwürfe gegen HDI in Vietnam: Behörden ordnen Rückabwicklung von Übernahme an

Die juristischen Probleme der Talanx-Tochter in Südostasien weiten sich aus. Dem Versicherer droht ein herber Rückschlag bei seinen Expansionsplänen.
13.05.2021 - 14:00 Uhr Kommentieren
Die HDI weist die Vorwürfe zurück. Quelle: dpa
HDI

Die HDI weist die Vorwürfe zurück.

(Foto: dpa)

Bangkok Der Talanx-Tochter HDI Global droht bei ihren Expansionsplänen in Asien ein heftiger Rückschlag. In Vietnam werfen die Behörden dem Hannoveraner Unternehmen vor, unrechtmäßig die Kontrolle über einen der größten Versicherungskonzerne des Landes erlangt zu haben. Die lokale Wertpapieraufsicht SSC hat deshalb nun eine Rückabwicklung der Übernahme angeordnet und dafür eine Frist bis Mitte Juni gesetzt. HDI will sich gegen den Beschluss wehren.

In dem Fall geht es um einen seit Langem anhaltenden Machtkampf bei dem vietnamesischen Versicherer PVI. HDI ist seit einem Jahrzehnt an dem früheren Staatsbetrieb beteiligt und hatte in der Vergangenheit große finanzielle Erwartungen mit der Investition verbunden. Den Einstieg wertete man in Hannover als Möglichkeit, in einem wichtigen Wachstumsmarkt Fuß zu fassen – und dann von Vietnam aus in andere südostasiatische Länder zu expandieren.

Doch Vorschriften, nach denen ausländische Investoren maximal 49 Prozent an dem Unternehmen halten durften, machten es für HDI über Jahre unmöglich, die Kontrolle zu erlangen. Vietnams Wertpapieraufsicht wirft dem deutschen Investor vor, rechtswidrig versucht zu haben, diese inzwischen aufgehobenen Regeln zu umgehen.

Im Kern geht es dabei um den Erwerb einer Wandelanleihe bei der vietnamesischen Investmentgesellschaft Sunway, die von HDI in PVI-Anteile getauscht werden konnte. Sunway soll laut Berichten vietnamesischer Medien zugesagt haben, seine Stimmrechte bei PVI nach Anweisung von HDI auszuüben. Damit sollen sich die Hannoveraner die Mehrheit der Stimmrechte gesichert haben. Vietnams Behörden werteten den Vorgang als Verschleierung der tatsächlichen Besitzverhältnisse.

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    HDI weist das zurück. Man sei der Ansicht, dass eine Option auf eine Wandelanleihe nicht mit einem Eigentumsanteil an einem börsennotierten Unternehmen gleichzusetzen sei, teilte ein Sprecher auf Anfrage mit. „Unsere Rechtsauffassung stützt sich auf die Stellungnahmen renommierter internationaler und vietnamesischer Anwaltskanzleien.“

    Zudem habe HDI die Anleihe nicht gegen Aktien, sondern gegen Bargeld getauscht – und erst später zusätzliche Anteile an PVI erworben, nachdem die Grenze für ausländische Investitionen aufgehoben worden war. Aktuell gehören der Talanx-Tochter knapp 54 Prozent. Der Anteil hat einen Börsenwert von rund 150 Millionen Euro.

    HDI beschwert sich bei der Regierung

    Vorwürfe gegen HDI waren in dem Fall bereits im vergangenen Jahr bekannt geworden. Gegen die nun beschlossene Zwangsübertragung von PVI-Anteilen will HDI laut einem Sprecher mit „bestehenden rechtlichen Möglichkeiten“ vorgehen.

    Das Unternehmen teilte mit, ein „Beschwerdeschreiben bei der Regierung eingereicht“ zu haben. Man habe dabei eine Eilentscheidung beantragt, um die Übertragung der Firmenanteile vorübergehend auszusetzen.

    Ob die Regierung in dem Fall einschreiten wird, ist unklar – ebenso wie die Frage, wie es mit HDI in Vietnam weitergeht, sollten die Behörden bei ihrer Entscheidung bleiben. „Wir möchten unser Engagement in Vietnam gern beibehalten“, sagte ein Sprecher dazu. „Gleichzeitig möchten wir uns aber auch mit spekulativen Vorhersagen der Zukunft zurückhalten.“

    Mehr: Vietnam wirft Talanx-Tochter HDI Verstöße bei Firmenübernahme vor

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