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Assekuranzen Ergo wird neuer Versicherungspartner von BMW

Der Versicherer aus Düsseldorf kümmert sich ab sofort um die Absicherung von geleasten Autos und Motorrädern. Ein großer Konkurrent geht leer aus.
27.07.2020 - 19:00 Uhr Kommentieren
Bei Leasingverträgen und Finanzierungsangeboten für den Kleinwagen sowie für andere BMW-Modelle ist künftig Ergo der exklusive Versicherungspartner der Bayern. Quelle: Reuters
Mini-Produktion in Oxford

Bei Leasingverträgen und Finanzierungsangeboten für den Kleinwagen sowie für andere BMW-Modelle ist künftig Ergo der exklusive Versicherungspartner der Bayern.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Munich-Re-Tochter Ergo wird neuer Versicherungspartner des Autokonzerns BMW und sticht damit überraschend den Rivalen Generali aus. Der Düsseldorfer Erstversicherer und die BMW Bank haben eine strategische Kooperation für das Leasing- und Finanzierungsgeschäft im deutschen Autohausgeschäft vereinbart, wie das Handelsblatt vorab erfuhr.

Offiziell wird die Zusammenarbeit am Dienstag vorgestellt. Seit diesem Juli wird demnach der Versicherer aus der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt mit seiner Mobilitätstochter Ergo Mobility Solutions strategischer Partner der BMW Bank. Ursprünglich hatte der Konkurrent Generali im vergangenen Jahr mit dem Autobauer vereinbart, sich künftig exklusiv um die Absicherung von geleasten und finanzierten Autos und Motorrädern bei BMW zu kümmern. Doch rund ein Jahr später bekommt nun Ergo den lukrativen Deal.

Die Gewichte im umkämpften Kfz-Versicherungsmarkt in Deutschland ordnen sich damit neu. Bis vor wenigen Jahren war der größte deutsche Versicherer Allianz der Partner des Münchener Automobilkonzerns. Doch 2019 trennten sich die Wege der beiden Münchener Dax-Konzerne.

Im vergangenen August wurde dann bekannt, dass der Autobauer BMW die Wettbewerber Axa und Generali als neue Partner für Versicherungslösungen ausgewählt hatte. Mit der deutschen Tochter des französischen Versicherers Axa sollten neue Versicherungslösungen entwickelt werden, Generali sollte sich eigentlich fortan um die Absicherung von geleasten und finanzierten Autos und Motorrädern kümmern.

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    Generali-Deutschlandchef Giovanni Liverani sprach damals noch von einem wichtigen Schritt für die Wachstumsstrategie 2021. Doch in Branchenkreisen heißt es nun, Ergo hätte letztlich bessere Konditionen als die deutsche Tochter des Versicherers aus Triest geboten.

    Flatrate-Modell im Finanzierungs- und Leasinggeschäft geplant

    BMW wollte sich nicht zu den Informationen äußern. Für Ergo ist die Partnerschaft mit dem Autobauer ein prestigeträchtiger Schritt. Ergo-Mobility-Chef Karsten Crede nannte intern die Partnerschaft wohl einen „Coup“.

    Die Zusammenarbeit soll nicht nur Angebote für Leasingkunden beinhalten, sondern auch eine Entwicklungspartnerschaft. Zusammen wollen die beiden Firmen beispielsweise ein Flatrate-Modell im Finanzierungs- und Leasinggeschäft anbieten, heißt es aus der Branche. Die konstante monatliche Leasingrate werde dabei künftig durch eine konstante Versicherungsrate ergänzt.

    Ergo war bereits vor 2014 Versicherungspartner von BMW, bevor sich die Allianz ab 2015 beim Autobauer durchsetzte. Den Allianz-Auftrag damals zog ebenfalls Crede an Land, der vor seinem Wechsel 2017 zu Ergo für die Allianz weltweit um Aufträge der Autokonzerne warb

    Generell ist der Kfz-Versicherungs-Markt stark in Bewegung. So schloss die Allianz ihrerseits erst im vergangenen Jahr eine weitreichende Partnerschaft mit dem ADAC, der zuvor lange Jahre im Kfz-Bereich mit der Zurich-Versicherung zusammengearbeitet hatte.

    Viele Versicherer sehen die Kfz-Versicherung als Eintrittstür in die Welt der Kunden an und buhlen darum um die Möglichkeit, die gemeinhin lukrativen Großverträge mit den Autobauern abschließen zu können. Entsprechend häufig wechseln die Anbieter bei den Herstellern. Denn der Kfz-Versicherungsmarkt gilt nach der Lebensversicherung als eine der wichtigsten Stützen der Branche. Die Coronakrise hat allerdings auch diesen Markt durcheinandergewirbelt.

    Viele Kfz-Versicherer verdienen mit ihren Leistungen kaum noch Geld

    „Auf dem Höhepunkt der Pandemie, als die Autohäuser geschlossen waren, nahm unser Neugeschäft um 60 Prozent ab“, klagte jüngst Allianz-Vorstand Jörg Hipp über Einbrüche im Kfz-Geschäft. Die Managementberater von EY Innovalue erwarten deutliche Markteinbußen in der Versicherungswirtschaft durch die Corona-Pandemie.

    Im Komposit-Privatkundengeschäft rechnen die Experten mit einem Bestandsrückgang von zwei bis drei Prozent, insbesondere in den Sparten Kfz und Unfall, sie sehen aber den generellen Wachstumstrend nicht gebrochen. Gründe für den Rückgang seien verstärkte Preisvergleiche, gesunkene Kfz-Zulassungszahlen sowie ein Nachfragerückgang und Storni in „verzichtbaren“ Sparten.

    Zuletzt hatten die rund 90 in Deutschland aktiven Kfz-Versicherer nach Daten des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft pro Jahr Leistungen im Umfang von rund 24 Milliarden Euro für ihre Kunden erbracht – doch viele verdienen damit kaum mehr Geld.

    Denn der deutsche Kfz-Versicherungsmarkt ist seit vielen Jahren von einem intensiven Wettbewerbsdruck geprägt. Branchenexperte Andreas Kelb von der Hannover Rück rechnet damit, dass die Kfz-Versicherer wegen der steigenden Kosten für die Abwicklung der Schäden künftig noch stärker unter Druck geraten.

    Umso mehr gewinnen Kooperationen zwischen Produktgebern und den Versicherungen für die Branche an Bedeutung. Immer mehr in Mode kommen dabei nun neue Bezahlmodelle wie Komplettangebote, bei denen der Kfz-Schutz bereits beim Kauf inbegriffen ist. Denn immer mehr Policen werden inzwischen online abgeschlossen. Das drückt auf die Margen der Versicherer - und zwar seit Jahren. Umso mehr bemühen sich die Versicherer, sich abzuheben und den Kunden möglichst bereits im Autohaus zur Unterschrift zu bewegen.

    Komplettangebote liegen im Trend

    So brachten vor wenigen Tagen Volvo und die Allianz mit Volvo Schwedenkasko ein neues Pauschalprodukt heraus. Alle Volvo Neu- und Tageszulassungen, die elektrisch aufladbar sind und bestimmte Ausstattungskriterien erfüllen, erhalten künftig einen kostenlosen Vollkasko-Schutz bis 5.000 Euro inklusive, der gegen Gebühr aufgestockt werden kann.

    Auch Kunden von BMW und Mini erhalten beim Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens künftig ebenfalls einen kostenlosen Vollkasko-Versicherungsschutz für einen Zeitraum von einem Monat, von dem die Kölner hoffen, dass viele Kunden diesen nach Auslaufen der Probezeit kostenpflichtig verlängern. Nach einjähriger Testphase rollt BMW zusammen mit Axa jüngst den Tarif unter dem Titel “Ready2Drive” aus.

    Kfz-Versicherungen, die über den Autohersteller abgeschlossen werden, sind allerdings durchschnittlich rund 20 Prozent teurer als die günstigsten Tarife auf Vergleichsportalen, wie eine Untersuchung von Finanztip ergab. Kunden sollten deshalb, bevor sie zum Auto gleich noch eine Versicherung abschließen, besser vorher noch die Preise vergleichen.

    Mehr: Ergo steigt in chinesischen Schaden- und Unfallmarkt ein.

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