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Bafin und die Lebensversicherer „Werden nicht die ganze Branche gegen die Wand fahren lassen“

Die Zinsflaute belastet die Lebensversicherer. Die Finanzaufsicht lässt das kalt: Es sei nicht Aufgabe der Bafin, die Schwächsten zu retten, so der Bafin-Präsident. Ein bisschen Hoffnung bleibt dennoch.
22.06.2015 Update: 22.06.2015 - 17:31 Uhr Kommentieren
Auf einem Versicherungsschein für eine Lebensversicherung liegt ein Taschenrechner sowie mehrere Euromünzen und Euroscheine: Lebensversicherer müssen ohne die Bafin klarkommen. Quelle: dpa
Lebensversicherung ohne Hilfe

Auf einem Versicherungsschein für eine Lebensversicherung liegt ein Taschenrechner sowie mehrere Euromünzen und Euroscheine: Lebensversicherer müssen ohne die Bafin klarkommen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die von der Zinsflaute gebeutelten deutschen Versicherer dürfen nicht auf schnelle Hilfe durch die Finanzaufsicht BaFin hoffen. „Es ist nicht Aufgabe der staatlichen Aufsicht, die denkbar Schwächsten einer Branche durch Modifikationen der Regulierung (...) über Wasser zu halten“, sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Felix Hufeld, am Montag in Frankfurt. Er enttäuschte damit Hoffnungen der Branche, dass die milliardenschwere Zinszusatzreserve noch in diesem Jahr gesenkt werden könnte.

„Aber wir werden nicht die ganze Branche vor die Wand fahren lassen“, versprach der BaFin-Chef. Hufeld deutete an, dass die Aufsicht reagieren und den Sicherheitspuffer herunterfahren werde. Es sei eher die Frage, „wann wir springen werden“, sagte er auf einem Kongress vor Versicherungsjuristen.

Große Lebensversicherer lassen Kunden hungern
Die Tendenz im Jahr 2013
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Die Tendenz im Jahr 2013

Die Branchenriesen sind immer vorsichtiger geworden. Im Schnitt lag ihre Überschussbeteiligung bereits mit 3,49 Prozent unter der stark beachteten Marke von 3,5 Prozent. Das war mager und lag unter dem ohnehin schon niedrigen Branchenschnitt von rund 3,6 Prozent sein. Manche Riesen haben sogar schon drei Prozent erreicht. Hier scheint nur noch wenig Speck zu sein, von dem die Kunden zehren können.

Die Ratingagentur Assekurata ermittelte folgende Werte für 2013:

Kapitallebensversicherung: 3,58 Prozent
Private Rentenversicherung: 3,61 Prozent
Laufende Rente: 3,91 Prozent
Riester-Rente: 3,56 Prozent
Basis-Rente: 3,57 Prozent.
Über alle Vertragstypen errechnete Assekurata einen Durchschnittswert von 3,64 Prozent.

(Foto: Reuters)
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Platz 20 - R+V: Wartet ab

Der drittgrößte Lebensversicherer in Deutschland will erst Ende Februar mitteilen, wie hoch seine Überschussbeteiligung im laufenden Jahr ist. Das ist ungewöhnlich spät. Zur Begründung hieß es in Wiesbaden, man wolle die Entwicklung des Marktes abwarten. Damit ist die R+V die große Ausnahme in der Branche.

Für 2012 hatte die R+V die Angaben noch - wie in der Branche üblich - Anfang Dezember 2011 geliefert. Damals hieß es, trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds könne die R+V Lebensversicherung AG für ihre Kunden auch 2012 eine Gesamtverzinsung von 4,40 Prozent bieten. Darin enthalten sei eine laufende Verzinsung von 3,85 Prozent.

Fotoquelle: R+V

Zurich: keine Angaben
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Zurich: keine Angaben

Einer der größten Anbieter von Lebensversicherungen, die Zurich, lässt die Zinsgutschrift unverändert, aber auf niedrigstem Niveau. "Die Überschussbeteiligung bleibt 2014 mit 3,0 Prozent auf dem 2013er Niveau", erklärte ein Sprecher auf Anfrage von Handelsblatt Online. Für 2012 waren es noch 3,35 Prozent und für 2011 schrieb der Versicherer 3,7 Prozent gut.

Note für die Finanzstärke (Öko-Test): 4,2

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf die Überschussbeteiligung (Assekurata): keine Angaben

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf den Garantiezins von 1,75 Prozent: keine Angaben

Ergo: 2,51 Prozent
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Ergo: 2,51 Prozent

Im Jahr 2014 beträgt die Summe aus Garantiezins und laufender Verzinsung bei der Ergo Lebensversicherung unverändert 3,2 Prozent. Dazu kommen 0,35 Prozent (2013: 0,35 Prozent) aus dem Schlussüberschuss und der Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven. Somit beträgt die Gesamtverzinsung für auslaufende Verträge 3,55 Prozent.

Bestandskunden erhielten sowohl bei der Ergo Leben als auch bei der Victoria Leben mindestens den Garantiezins, erklärte Ergo. Der könne bei älteren Tarifgenerationen höher sein als die für 2014 deklarierte Gesamtverzinsung.

Über alle Tarifgenerationen - Map-Durchschnitt 2014: 3,32 Prozent 2013: 3,32 Prozent

Note für die Finanzstärke (Öko-Test): 3,8

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf die Überschussbeteiligung (Assekurata): 2,51 (2,51) Prozent

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf den Garantiezins von 1,75 Prozent: 0,71 (0,71) Prozent

(Foto: dapd)
SV
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Platz 17 - SV Sparkassenversicherung: 3,05 Prozent

Die Überschussbeteiligung der SV Sparkassenversicherung ist von 3,75 Prozent für 2011 auf 3,55 Prozent in diesem Jahr auf nun 3,05 Prozent in diesem Jahr gefallen. Dies ergibt aus Angaben, die Assekurata veröffentlicht hat. Der Rückschritt ist damit stärker als im Schnitt der Branche.

Der Sparkassenversicherer war in den vergangenen Jahren besonders stark durch Einmalgeschäft gewachsen.

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Platz 16 - Versicherungskammer Bayern (VKB): 3,1 Prozent

Der größte Sparkassenversicherer, die Versicherungskammer Bayern, setzt auf hohe Reserven. Die Bayern-Versicherung Lebensversicherung AG, größter Lebensversicherer der VKB, zähle zu den Gesellschaften mit den höchsten Bewertungsreserven in der Branche. Allerdings liegt damit ein weiterer großer Lebensversicherer aus dem Sparkassensektor unter den Großen relativ weit hinten.

Dennoch senkt das Unternehmen seine Überschussbeteiligung 2013 auf einen der niedrigsten Werte in der Branche: 3,1 Prozent. Bisher waren es 3,5 Prozent. Die Bayern-Versicherung bietet darüber hinaus auch im Jahr 2013 eine attraktive Gesamtverzinsung auf den Sparanteil. Für Neuverträge gegen laufenden Beitrag betrage diese 3,7 Prozent. Darin enthalten seien 0,6 Prozent für den Schlussüberschuss inklusive der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven.

Die Sparte Lebensversicherung des Sparkassenversicherers verzeichnete 2012 ein starkes Beitragswachstum. Die Prämien stiegen den Angaben zufolge um 5,9 Prozent auf 2,62 Milliarden Euro.

Württembergische: 3,07 Prozent
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Württembergische: 3,07 Prozent

Die Württembergische Lebensversicherung AG hält ihre Überschussbeteiligung 2014 konstant. Die beträgt 3,25 Prozent. Für 2012 lag die Zinsgutschrift dagegen noch bei 3,5 Prozent. Zusammen mit dem Schlussüberschuss und der Mindestbeteiligung an den Bewertungsreserven bleibe die gesamte Verzinsung der Sparanteile konstant bei 3,9 Prozent wie im Vorjahr. Diese könne sich in Abhängigkeit von den bei Vertragsablauf aktuellen Bewertungsreserven noch erhöhen. Außerdem kämen noch zusätzliche Kosten- und Risikoüberschüsse hinzu.

Über alle Tarifgenerationen - Map-Durchschnitt 2014: 3,39 Prozent 2013: 3,39 Prozent

Note für die Finanzstärke (Öko-Test): 4,2

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf die Überschussbeteiligung (Assekurata): 3,07 (3,06) Prozent

Beitragsrendite 2014 (2013) bezogen auf den Garantiezins von 1,75 Prozent: 0,81 (0,81) Prozent

Die Versicherer stöhnen unter der Zusatzbelastung, die sich branchenweit allein 2014 auf 8,4 Milliarden Euro belief – Geld, das einige Versicherer wegen der niedrigen Zinsen kaum noch beiseite legen können. In diesem Jahr könnte sie noch steigen, nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ auf 12 bis 14 Milliarden. Seit 2011 summiert sich die Zinszusatzreserve auf 21 Milliarden Euro. Der Verband der Versicherungsmathematiker (Aktuare) hatte dafür plädiert, dass die Unternehmen den Puffer langsamer aufbauen müssen als bisher.

Die Branche in Europa steht kurz vor der Einführung neuer Eigenkapital-Regeln („Solvency II“). Die BaFin hat vor kurzem geprüft, wie die einzelnen Unternehmen darauf vorbereitet sind. Ergebnisse lägen etwa in einer Woche vor, sagte Hufeld. Dabei sei wegen der niedrigen Zinsen und der geringereren Renditen zu erwarten, dass mehr Versicherer Probleme offenbarten als bei der vorausgegangenen Erhebung. Die Aufsichtsbehörde werde auf die Betroffenen zugehen. Gegensteuern könne man etwa mit einer Senkung der Überschussbeteiligung in der Lebensversicherung, sagte Hufeld. „Das liegt auf der Hand.“

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