Betriebliche Altersvorsorge: Frankfurter Maklergruppe MRH Trowe übernimmt HR-Strategieberatung Lurse
Durch den Zusammenschluss mit Lurse stärkt die Maklergruppe MRH Trowe das Geschäft mit der betrieblichen Altersversorgung.
Foto: dpaFrankfurt. Der Frankfurter Industrieversicherungsmakler MRH Trowe und die HR-Strategieberatung Lurse bündeln ihre Aktivitäten. Zum 1. Januar 2023 übernimmt MRH Trowe sämtliche Geschäftsanteile von Lurse. Im Gegenzug treten die Lurse-Vorstandsmitglieder Matthias Edelmann und Birgit Horak dem Gesellschafterkreis der MRH-Trowe-Gruppe bei. Das gaben die beiden Unternehmen am Mittwoch bekannt.
Die Transaktion stehe noch unter Vorbehalt der Genehmigung durch die Kartellbehörden, heißt es in der Mitteilung weiter. Einen Kaufpreis nannten die Beteiligten nicht.
Bereits im Jahr 2017 haben die beiden Beratungshäuser ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Nun wollen sie ihr Geschäft mit betrieblicher Altersvorsorge gemeinsam auf dem Markt positionieren und ihre integrierte Personalservice- und Beratungsplattform weiter ausbauen.
Die Maklergruppe MRH Trowe ist einer der zehn größten Industriemakler in Deutschland mit nun rund 1100 Mitarbeitenden und einem verwalteten Prämienvolumen von mehr als 550 Millionen Euro. Durch das Zusammenwachsen mit Lurse erweitert das Unternehmen, das neben der Versicherungsmaklertätigkeit auch alternative Finanzierungslösungen wie Factoring anbietet, seine Geschäftstätigkeit deutlich.
Lurse hat seine Wurzeln in der HR-Strategieberatung und zählt rund 200 Mitarbeitende. Laut Edelmann entfallen 80 Prozent des Geschäfts auf Lösungen im Bereich der betrieblichen Altersversorgung. Das Unternehmen ist hier unter anderem in der digitalen Bestandsverwaltung aktiv und berät zu komplexen Vergütungs- und Pensionsmodellen. Mit den zusätzlichen Ressourcen aus dem Zusammenschluss will Lurse organisch wachsen, in neue Technologien investieren und weitere Zukäufe tätigen. Vorstandsmitglied Edelmann hat zudem das Ziel, Lurse noch stärker im deutschsprachigen europäischen Ausland zu etablieren.
Geschäftsfeld soll 2023 ein Fünftel des Gesamtumsatzes ausmachen
„Die Partnerschaft mit Lurse ist ein logischer Schritt im Ausbau unseres 360-Grad-Ansatzes der Maklergruppe“, sagt MRH-Trowe-Vorstand Ralph Rockel: Diese zahle vollumfänglich auf den ganzheitlichen Beratungs- und Betreuungsanspruch von MRH Trowe ein.
MRH Trowe selbst hat seine Kunden auch bislang schon zur betrieblichen Altersversorgung beraten. Das Spektrum angebotener Leistungen wird nun aber deutlich größer. Die Aktivitäten beider Unternehmen im Bereich betriebliche Altersvorsorge sollen zusammengelegt werden und unter der Marke Lurse weitergeführt werden. Das gesamte Geschäftsfeld „Benefits“ soll im Jahr 2023 etwa ein Fünftel des Gesamtumsatzes der Gruppe ausmachen, der Vorstand Rockel zufolge bei etwa 150 Millionen Euro liegen dürfte.
Bereits in den vergangenen Jahren ist MRH Trowe durch zahlreiche Übernahmen von Versicherungsmaklern stark gewachsen. Der Markt befindet sich seit einiger Zeit in einer Konsolidierungsphase, in der neben MRH Trowe auch andere Maklergruppen wie etwa die Hamburger GGW Holding mitmischen.
Immer häufiger schließen sich kleinere Makler größeren Einheiten an, da sie notwendige Investitionen in die Digitalisierung allein nur schwer stemmen könnten. Auch die Umsetzung regulatorischer Anforderungen wird anspruchsvoller. Bei manchen Unternehmen geht es zudem um die Nachfolgeplanung.
Auch Private-Equity-Unternehmen sehen in dem Markt Chancen. Seit 2021 ist der britische Finanzinvestor Anacap an MRH Trowe beteiligt.