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CSR-Berichte Nachhaltigkeit: Welche Versicherer vorn liegen und welche hinterherhinken

Soziale und grüne Aspekte spielen bei Versicherern eine immer größere Rolle. Doch bei einer Studie zur Nachhaltigkeit schneiden sie sehr unterschiedlich ab.
22.10.2020 - 18:16 Uhr Kommentieren
Immer mehr Versicherer achten bei Investments auf Nachhaltigkeit. Quelle: dpa
Solaranlage in Niedersachsen

Immer mehr Versicherer achten bei Investments auf Nachhaltigkeit.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Befund ist eindeutig: „Es ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, den Klimawandel zu bekämpfen“, mahnte Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender des Münchener Versicherungsriesen Allianz, Ende November letzten Jahres. Die Münchener hätten den Kampf aufgenommen, Ziel sei es, alle Anlageportfolios bis 2050 klimaneutral zu stellen. Auch der deutsche Rückversicherer Munich Re richtet die eigene Strategie am Pariser Klimaabkommen aus und dem Versprechen, die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu drücken.

Doch wie viel Substanz steckt hinter den markigen Worten? Wer sind die Umweltsieger und -verlierer der Branche? Das unabhängige Analysehaus Zielke Research Consult hat erneut die Nachhaltigkeitsberichte, die sogenannten CSR-Berichte, der deutschen Versicherer auf deren Aussagefähigkeit analysiert und zeichnet dabei ein sehr unterschiedliches Bild.

Grundsätzlich fällt der Experte zwar ein positives Urteil. „Es scheint so, als hätte die Versicherungsbranche die Relevanz nichtfinanzieller Aspekte verstanden“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Carsten Zielke am Donnerstag in einer Telefonkonferenz. „Der öffentliche Druck und die voranschreitende Klimabewegung führen zu einer immer größer werdenden Sensibilisierung in der Versicherungsbranche.“

Dennoch schneiden die Unternehmen bei dem Ranking recht unterschiedlich ab. Am besten platzieren sich bei der Übersicht die Gothaer, die Helvetia, die Sparkassen-Versicherung sowie die Allianz. Gut kommen auch die Debeka, die Rheinland-Versicherung sowie die Munich Re weg.

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    Am Ende der Auflistung stehen dagegen die VHV Gruppe, die Continentale Versicherungsbund und die Basler. Lediglich ein Drittel der analysierten Versicherer berichte über eine konkrete Einbeziehung ökologischer und sozialer Kriterien in die Anlagenpolitik und übernehme damit gesellschaftliche Verantwortung für das eigene Handeln, kritisiert Zielke. „Bei manchen entsteht der Eindruck, dass Kennzahlen willkürlich gewählt sind oder rückwirkend korrigiert werden.“

    Deutsche Anbieter liegen vorn

    Im europäischen Vergleich der großen Anbieter schaffen es die besten deutschen Versicherer jedoch auf Spitzenplätze. Auf Platz eins liegt demnach die französische Versicherung CNP, aber mit Allianz auf Platz zwei und Munich Re und Talanx auf den folgenden Rängen schaffen es gleich drei deutsche Firmen unter die Top drei, da sich gleich mehrere Firmen den dritten Platz teilen.

    Zum Hintergrund: Seit 2018 ist jedes börsennotierte Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten dazu verpflichtet, sein Engagement im Bereich Corporate Social Responsibility (CSR) in einem jährlichen Bericht offenzulegen. Das Beratungs- und Analyseunternehmen hat diesmal 46 dieser CSR-Berichte deutscher und österreichischer Versicherer im Hinblick auf die Aspekte Soziales und Umwelt analysiert. Für den Bereich Governance liegt die Analyse der Berichte über die Solvabilität und Finanzlage (SFCR) zugrunde. Für jeden der drei Bereiche hat Zielke Punkte vergeben, aus denen sich die Gesamtwertung pro Unternehmen ergibt.

    Der Branchenverband GDV betont die Bedeutung der CSR-Berichte. „CSR-Reporting wird für die Wahrnehmung der Unternehmen durch Investoren und Öffentlichkeit immer wichtiger“, sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Die EU überarbeite derzeit die „Non-Financial Reporting Directive“. Dabei gelte es, aus den Erfahrungen zu lernen, die die Branche bei Solvency II gemacht habe: „Die Berichtsanforderungen sollten so formuliert sein, dass die Berichte auch für eine breitere Öffentlichkeit einen Mehrwert bringen.“

    Die Lebensversicherer seien „wichtige Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel“, betonte Bundesbank-Vorständin Sabine Mauderer diese Woche auf dem Strategiemeeting Lebensversicherung des Handelsblatts. Sie sieht den größten Hebel in der Kapitalanlage von vielen Milliarden Euro an neuen Anlagegeldern jedes Jahr. Schon jetzt seien die Versicherer einer der wichtigsten Investoren sogenannter „Green Bonds“.

    Doch Analyst Zielke sieht bei der Darstellung der eigenen Nachhaltigkeitsaktivitäten durch die Versicherer noch Luft nach oben. „Leider legen die Versicherer die Nachhaltigkeitskriterien ihrer Anlagepolitik nicht so offen, wie sie sollten“, findet er. „Es hat sich zwar etwas getan – aber noch stehen wir am Anfang.“

    Mehr: Wie Lebensversicherer das Geld ihrer Kunden nachhaltiger und dennoch rentabel anlegen wollen.

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