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Derivate und Mikroversicherungen Der Schutz gegen die Wetterextreme

Der Ertrag von Landwirten ist stark davon abhängig, ob das Wetter mitspielt. Um sich gegen die sich häufenden und meist fatalen Extreme abzusichern, greifen viele Bauern zu Wetterderivaten und Mikroversicherungen.
  • Markus Scheele
02.04.2011 - 09:14 Uhr Kommentieren
Überflutungen, wie hier in der Nähe von Regensburg, bedrohen Landwirte in ihrer Existenz. Quelle: dapd

Überflutungen, wie hier in der Nähe von Regensburg, bedrohen Landwirte in ihrer Existenz.

(Foto: dapd)

Köln Die Zwiebel mag keine Kälte. Deshalb mag auch Michel Köchli frostige Temperaturen nicht. Der Landwirt aus Sarmenstorf im Norden der Schweiz verdient sein Geld mit dem Anbau des Gemüses. Sein Ertrag hängt stark davon ab, ob das Wetter mitspielt.

Um sein Einkommen abzusichern, griff der 38-Jährige zu einem Wetterderivat, einer recht jungen Form der Versicherung. Mit Hilfe eines Temperaturindexes wollte er sich gegen den Frost schützen: Sobald die nächstgelegene Wetterstation mehr als fünf Tage am Stück eine Durchschnittstemperatur von unter minus fünf Grad misst, wandert die Versicherungssumme automatisch auf sein Konto. „Das ist auch prompt eingetreten“, sagt Köchli. Er bekam über 50.000 Euro. „Es ist auch ein bisschen Spekulation dabei, aber ich bin dadurch flexibler, weil ich mich auch gegen andere Wetterereignisse wie Regen absichern kann.“

Die Natur wütet stärker als früher

Köchlis besorgten Blick zum Himmel teilen alle Landwirte der Welt. Doch für viele Bauern in afrikanischen und asiatischen Entwicklungsländern geht es um mehr als fünf Tage Frost. Wetterextreme wie Dürren oder Überflutungen gefährden ihre Existenz. Und anders als der Schweizer stehen viele von ihnen ohne finanzielle Absicherung da. Entweder können sie sich die Prämien für eine klassische Versicherung nicht leisten, oder solche Produkte werden dort erst gar nicht angeboten.

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