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EU-Aufsicht Versicherer bilden Front gegen Solvency II

Vertreter der deutschen und europäischen Versicherungsverbände drängen bei der EU-Kommission auf Änderungen im Regelwerk Solvency II - die Anforderungen sind den Versicherer zu komplex und machen die Branche instabiler.
04.04.2011 - 19:51 Uhr Kommentieren
Carlos Montavo, Generalsekretär der Finanzaufsichtsagentur EIOPA. Beim letzten Test der Agentur kamen die Versicherer gut weg. Trotzdem beklagen sie zu hohe Anforderungen der Aufseher. Quelle: dapd

Carlos Montavo, Generalsekretär der Finanzaufsichtsagentur EIOPA. Beim letzten Test der Agentur kamen die Versicherer gut weg. Trotzdem beklagen sie zu hohe Anforderungen der Aufseher.

(Foto: dapd)

Frankfurt “Es ist absolut unumgänglich, dass Änderungen an dem überaus konservativen Ansatz in verschiedenen Bereichen vorgenommen werden”, heißt es in einem Brief an den zuständigen EU-Kommissar Michel Barnier. Unterschrieben haben ihn Vertreter des Verbandes CEA, des europäischen Versicherer-Forums, sowie der europäischen Vereinigungen der Finanzvorstände und der Risikomanager.

Die Versicherer und führende Manager reagieren damit auf die jüngste europaweite Studie (Qis5) der Versicherungsaufsicht EIOPA. Die Aufseher wollten testen, wie gut die Branche auf die ab 2013 geplanten neuen Aufsichts- und Kapitalregeln vorbereitet sind. Insgesamt kam die Branche zwar gut weg, doch viele Manager beklagten hinterher die unrealistischen Anforderungen der Aufseher in vielen Teilbereichen von Solvency II.

Viele kleinere Unternehmen fürchten, sie könnten ab 2013 gezwungen sein, entweder Teile ihres Geschäfts aufzugeben oder sich in die Arme größerer Versicherer zu flüchten. In Deutschland hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) im Zusammenhang mit der Studie Qis5 von “Chaos” gesprochen.

Die Prinzipien von Solvency II stellen die Branchenvertreter in ihrem Brief nun wie gewohnt nicht in Frage. Sie anerkennen auch, dass die Branche insgesamt gesund sei, wie der jüngste Test der neuen Versicherungsaufsicht Eiopa gezeigt habe.

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    Allerdings müssten die Vorgaben der Aufseher in einigen Bereichen korrigiert werden. Dazu gehöre die Feineinstellung wichtiger Stellgrößen, etwa in der Lebensversicherung, genauso wie die Grundausrichtung des Regelswerks, das derzeit prozyklisches Handeln der Manager belohne und mehr Schwankungen in der Branche verursache.

    Zudem sei das Gesamtwerk unnötig komplex, heißt es weiter. Wenn alle diese Probleme nicht angegangen würden, werde Solvency II sein Ziel verfehlen, die Branche insgesamt stabiler zu machen. Die Unternehmen würden im Gegenteil daran gehindert, etwa in der Altersvorsorge langfristigen Schutz zu einem fairen Preis anzubieten. Die Versicherer müssten stattdessen ihre Kapitalanlage wesentlich kurzfristiger gestalten als bisher.

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