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Gewinnausschüttungen EIOPA mahnt Versicherer zu Vorsicht bei Dividenden

Die Ausschüttungen dürften die „Schwellen der Vernunft nicht überschreiten“ und die Kapitalausstattung nicht gefährden, mahnt die EU-Aufsichtsbehörde.
18.12.2020 - 16:31 Uhr Kommentieren
Die Allianz schüttete im abgelaufenen Geschäftsjahr 9,60 Euro je Aktie aus. Quelle: dpa
Versicherungen

Die Allianz schüttete im abgelaufenen Geschäftsjahr 9,60 Euro je Aktie aus.

(Foto: dpa)

München Die EU-Aufsichtsbehörde EIOPA mahnt die Versicherer angesichts der Corona-Krise zu „extremer Vorsicht“ bei der Ausschüttung von Dividenden. Die Ausschüttungen dürften auch im nächsten Jahr „die Schwellen der Vernunft nicht überschreiten“ und die Kapitalausstattung der Versicherer nicht gefährden, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der Frankfurter Regulierungsbehörde.

Im Frühjahr hatte die EIOPA unter dem Eindruck der Pandemie einen kompletten Verzicht auf Dividenden und Aktienrückkäufe gefordert. Sie hatte damit aber unter anderem bei der deutschen Aufsichtsbehörde BaFin kein Gehör gefunden, die die üppigen Dividenden der Branchenriesen Allianz und Münchener Rück durchwinkte. Nur die Rückkaufprogramme wurden gestoppt.

Diesmal formulierte die EIOPA vorsichtiger: Die Aufseher in den einzelnen Ländern müssten sicherstellen, dass die Firmen in ihren Solvenzplanungen die Unsicherheit einkalkulierten, wie stark und wie lang sich die Corona-Pandemie auf die Finanzmärkte auswirken könnte und was das für ihre Geschäftsmodelle und ihre Finanzplanung bedeute.

Am Donnerstag hatte die EIOPA in einem Maßnahmenpaket an die Adresse der EU-Kommission mehr Befugnisse für die nationalen Aufsichtsbehörden gefordert, den Versicherern zusätzliche Auflagen über die Mindest-Solvenzanforderungen hinaus zu machen.

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    „Die europäischen Versicherer konnten der dramatischen Lage trotzen, vor allem weil die Solvency-II-Regeln ihnen halfen, ihr Kapital besser an die Risiken anzupassen, Widerstandsfähigkeit aufzubauen und ihr Risikomanagement zu verbessern“, erklärte die Behörde.

    Es gebe erste Anzeichen, dass ihre Kapitalpuffer kurzfristig nicht in Mitleidenschaft gezogen würden. Die Behörde mache sich aber Sorgen, dass die Auswirkungen der Pandemie auf die Konjunktur erst richtig spürbar würden, wenn die staatlichen Finanzhilfen ausliefen, hieß es in dem Bericht.

    Ein eingetrübtes wirtschaftliches Umfeld könne dann auch die Versicherer treffen. Letztlich hänge alles an einem wirksamen Impfstoff. Dann könne 2021 auch ein Jahr werden, in dem sich die Konjunktur wieder zu erholen beginne.

    Mehr: Auf welche Dividendenaktien sich Anleger jetzt noch verlassen können.

    • rtr
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