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Insurtech Das Versicherungs-Start-up Wefox passt seine Auslandspläne an

Wegen der Coronakrise hatte das Insurtech die Pläne für eine Internationalisierung zunächst auf Eis gelegt. Nun konzentriert sich das Unternehmen auf Europa.
19.10.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Die Corona-Pandemie hat die Auslandsexpansion ausgebremst. Quelle: mauritius images / M4OS Photos / Alamy
Smartphone mit der Wefox-App

Die Corona-Pandemie hat die Auslandsexpansion ausgebremst.

(Foto: mauritius images / M4OS Photos / Alamy)

Frankfurt Das Versicherungs-Start-up Wefox treibt seine Expansion ins Ausland voran. Im Frühjahr hatte die Coronakrise die Pläne zunächst ausgebremst. Nun belebt Wefox sie in gestutzter Form neu: „Die bereits angekündigten Markteintritte in Großbritannien, Asien und den USA haben wir gestoppt. Wir konzentrieren uns nun ausschließlich auf den europäischen Markt“, sagte Wefox-Chef Julian Teicke im Gespräch mit dem Handelsblatt. Hier seien zeitnah mehrere Expansionsschritte geplant.

In Kürze soll der zur Wefox-Gruppe gehörende Digitalversicherer One in Polen starten. „Wir sind mit dem Regulator zudem in finalen Gesprächen für einen Launch von One in der Schweiz“, sagt Teicke: „Bisher teilen sich die Erträge im dortigen Versicherungsmarkt nur wenige Anbieter. Dieses geschlossene System wollen wir aufmischen.“

Wefox selbst ist 2015 in der Schweiz und in Deutschland gestartet. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Berlin bietet ein digitales Tool, über das Makler die Versicherungen ihrer Kunden verwalten können. Über die Wefox-App können die Versicherten zudem ihre Policen einsehen und Schäden melden. Inzwischen ist Wefox auch in Österreich, Italien und Spanien vertreten.

In den beiden südeuropäischen Ländern ist das Geschäft noch verhältnismäßig klein. „Wir haben in diesen Märkten aber Erfahrung gesammelt, wie die Internationalisierung funktioniert: Wichtig für uns ist, ein exklusives Beraternetzwerk aufzubauen und den eigenen Versicherer zügig in den Markt zu bringen“, sagt Teicke.

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    Bislang ist der im Jahr 2018 gestartete Digitalversicherer One, der in Liechtenstein registriert ist, nur in Deutschland tätig. „Im Lauf des nächsten Jahres wollen wir One in fast alle europäischen Länder bringen, in denen Wefox aktiv ist“, betonte Teicke.

    Die meisten deutschen Insurtechs, wie Versicherungs-Start-ups auch genannt werden, sind noch stark auf den Heimatmarkt fokussiert. Wer international wachsen will, hat ebenfalls vor allem Europa im Blick. So expandierte der Digitalversicherer Getsafe zu Jahresbeginn nach Großbritannien, der Versicherungsmanager Clark startete im April in Österreich.

    Investoren pochen auf Kostensenkungen

    Dass die wieder steigenden Corona-Infektionszahlen die Auslandsexpansion beeinträchtigen könnten, fürchtet Teicke nicht mehr. Die Skeptiker seien während der Pandemie vor allem die Risikokapitalgeber gewesen: „Während der ungewissen Situation im Frühjahr haben viele Investoren gesagt, wir sollten vorsichtig sein und die Kosten reduzieren“, sagte der Wefox-Chef, der sich selbst als Optimisten bezeichnet.

    Das habe bei vielen Start-ups für Unruhe gesorgt. Bei Wefox führten die Kostensenkungen unter anderem zur Verschiebung und Neuausrichtung der Internationalisierung.

    Zugleich hoffte das Unternehmen wie auch andere Insurtechs, dass der Trend zu mehr digitaler Beratung dem Geschäft Rückenwind gibt. Während der Zeit der Kontaktbeschränkungen seien unter anderem die Start-ups gefragt gewesen, die Versicherungsberatern halfen, den Vertrieb über Onlinekanäle aufrechtzuerhalten, steht im kürzlich veröffentlichten World Insurtech Report von Capgemini und Efma. Als Beispiel heben die Berater die Plattform WefoxGo hervor, über die Makler ihre Kunden per Videokonferenz beraten können.

    Der Gründer will den Digitalversicherer One in mehrere europäische Länder bringen. Quelle: Foto: Luca Fasching
    Wefox-Chef Julian Teicke

    Der Gründer will den Digitalversicherer One in mehrere europäische Länder bringen.

    (Foto: Foto: Luca Fasching )

    Teicke hält die Sorgen vieler Investoren daher mittlerweile für übertrieben. Die Umsätze lägen in diesem Jahr bislang weit über Plan: Wefox könne die Provisionserlöse voraussichtlich um mehr als 100 Prozent steigern, One das Prämienvolumen sogar um über 500 Prozent.

    Zum künftigen Wachstum sollen neue Angebote beitragen. Im Juli hat die Wefox-Gruppe eine weitere Tochter unter dem Namen Koble gestartet. Die Firma stellt Programmierschnittstellen (APIs) bereit. Darüber können Versicherer Maklern oder Unternehmen Policen für den digitalen Vertrieb schnell und ohne großen Aufwand zur Verfügung stellen.
    Im nächsten Jahr soll zudem eine App auf den Markt kommen, die Kunden bereits vor Risiken warnen soll, bevor sie eintreten. Verfügbar sein wird sie voraussichtlich als Abomodell. Die Nutzer müssen hierfür den Zugriff auf bestimmte Daten auf ihrem Smartphone erlauben. Der Datenschutz soll Teicke zufolge aber gewährleistet sein.

    Mit den neuen Angeboten habe Wefox „ein breiteres und damit attraktiveres Geschäftsmodell als reine Digitalversicherer“, ist Teicke überzeugt. Die Wefox-Gruppe gilt als das am höchsten bewertete Insurtech im deutschsprachigen Raum.

    „Mittelfristig streben wir einen Börsengang an und sind uns sicher, dass wir damit neben Versicherungs- auch Technologieinvestoren ansprechen können.“ Erst in diesem Sommer ist der US-Digitalversicherer Lemonade, der auch in Deutschland aktiv ist, an die Börse gegangen. Hierzulande ist die bereits 2007 gegründete Deutsche Familienversicherung (DFV) börsennotiert.

    In der Branche heißt es, dass die anderen deutschen Insurtechs noch ein paar Jahre bräuchten, bis sie börsenreif sind. Teicke setzt aber darauf, irgendwann nachziehen zu können.

    Mehr: Warum sich Firmengründer an Familienunternehmen orientieren sollten

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