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Kassen-Reserven Krankenkassen wollen Beiträge senken

Im Gesundheitsfonds befinden sich Milliarden. Die Krankenkassen diskutieren deshalb eine Entlastung der Versicherten. Ärztepräsident Montgomery fordert hingegen höhere Beiträge.
20.07.2011 Update: 20.07.2011 - 16:29 Uhr 4 Kommentare
Krankenkassen und Ärzteschaft sind uneins, wie man mit gesparten Milliarden umgehen soll. Quelle: dpa

Krankenkassen und Ärzteschaft sind uneins, wie man mit gesparten Milliarden umgehen soll.

(Foto: dpa)

Berlin/Ulm Erwartete Milliardenreserven im Gesundheitsfonds heizen die Debatte über eine Beitragssenkung bei der gesetzlichen Krankenversicherung an. Die Krankenkassen pochen darauf, überschüssiges Geld nicht anzusparen. Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hält hingegen längerfristig sogar höhere Beiträge für nötig. Mit der Ankündigung, kommendes Jahr auf Zusatzbeiträge zu verzichten, prescht der Branchenführer Barmer GEK vor.

Montgomery nannte als Hauptgründe für höhere Ausgaben den medizinischen Fortschritt und die steigende Zahl älterer Patienten. „Deswegen werden wir im heutigen System zwangsläufig zu höheren Kassenbeiträgen kommen, und darüber müssen wir uns langfristig Gedanken machen“, sagte er der Ulmer „Südwest Presse“.

Zudem sieht Montgomery bei den Honoraren der niedergelassenen Ärzte erheblichen Nachholbedarf. Die Ärzteschaft habe in den letzten 30 Jahren bis zu 50 Prozent an Kaufkraft verloren. "Das gilt es, zu einem Teil aufzuholen." Zudem müssten unnötige Bürokratie abgebaut und bessere Arbeitszeiten und -bedingungen geschaffen werden. "Wenn die Menschen merken, dass die Ärzte unzufrieden sind, werden sie die Entscheidungen der Politik hinterfragen." Doch zunächst setze er auf "vernünftige Gespräche mit der Politik".

Montgomery nannte die Debatte über Beitragssenkungen „absurd und nur kurzfristigen politischen Landgewinnen geschuldet“. Konjunktur und Arbeitslosenzahlen entwickelten sich zwar besser als erwartet. Dies könne sich aber schnell ändern. „Dann wäre es klug, wenn es Reserven gäbe, um nicht hektisch reagieren zu müssen.“

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    Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung entgegnete: „Der Gesundheitsfonds ist keine Sparkasse.“ Wenn die offizielle Finanzschätzung des Schätzerkreises im Oktober zeige, dass der Fonds 2012 mehr Geld hat als er braucht, solle gehandelt werden, sagte Sprecher Florian Lanz der Nachrichtenagentur dpa. „Zusatzbeiträge vermeiden oder Beiträge zu senken wäre besser, als über die gesetzlichen Vorgaben hinaus Beitragsgelder im Fonds anzusammeln.“

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    4 Kommentare zu "Kassen-Reserven: Krankenkassen wollen Beiträge senken"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Höhere Honorare für Ärzte sind wohl kaum erforderlich. Dieses Jammern auf höchstem Niveau ist langsam unterträglich, zumal, wenn man bedenkt, dass Arztpraxen mehr geschlossen als geöffnet sind. Wenn den niedergelassenen Ärzten ihr Einkommen nicht langt, dann gilt das was für alle gilt: Etwas mehr arbeiten !

    • mister montgomery jammert auf hohem niveau. uns fliegt sowieso bald alles um die ohren, da brauchen wir auch kein gesundheitssystem mehr. wobei ich mich frage, wieso es gesundheitssystem heißt, müsste doch eigentlich krankensystem heißen. denn wir zahlen ja nur vorab für kosten von krankheit und die meisten krankheiten werden ja künstlich durch dieses menschenverachtende system am leben gehalten bzw. durch nicht in der natur vorkommene zusatzstoffe in lebens- und genußmitteln bzw. der umwelt hervorgerufen, damit jeder was dran verdienen kann.

    • Wie lange muß sich der unbescholtene Bundesbürger solches
      Geschwätz und Gejammer noch anhören?
      @ lehrtasche hat absolut recht!

    • "Absurd"? Mitnichten!
      Was dieses Land braucht: Kontrolle über die unregulierten und unkontrollierten Milliarden eines Gesundheitssystems, was nichts anderes aussagt, als:
      DIE DEUTSCHE GESUNDHEITSVORSORGE IST UNSER
      INNERSTAATLICHES GRIECHENLAND!
      Wer es jetzt nicht begreift, der begreifts nimmer: Beitragssenkungen sind ein absolutes Muß!
      Der radikale Schnitt hat auf der Seite der Krankenkassen und ihrer inzwischen unerträglichen Verflechtungen zu erfolgen.
      So plädiere ich heute, z.B., für die Zerschlagung des Medizinischen Dienstes Nord. Das warum? Überlasse ich der Fantasie desjenigen, der dies hier liest.

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