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Kfz-Versicherung Preiskampf führt zu neuen Partnerschaften bei Kfz-Versicherungen

Die Allianz arbeitet neuerdings mit dem ADAC zusammen, Axa und Generali mit BMW. Alles, um in der prestigeträchtigen Kfz-Versicherung Marktanteile zu gewinnen.
19.09.2019 - 19:43 Uhr Kommentieren
Insgesamt 650.000 Policen der ADAC Versicherung wechselten zur Allianz. Quelle: dpa
ADAC

Insgesamt 650.000 Policen der ADAC Versicherung wechselten zur Allianz.

(Foto: dpa)

Frankfurt Beim Autotag der Allianz haben die Allianz und der ADAC Details zu ihrer neuen Partnerschaft im KFZ-Bereich vorgestellt. Die Allianz hat dabei den 51-prozentigen Anteil aus einem Joint Venture von der Zurich Versicherung übernommen, die verbleibenden 49 Prozent liegen weiter bei der ADAC SE. Insgesamt 650.000 Policen der ADAC Versicherung wechselten damit zur Allianz.

Die Partnerschaft ist auf zwölf Jahre vereinbart. Eine Langfriststrategie und womöglich auch ein langer Atem sind somit für beide Seiten nötig. „Im ersten Halbjahr haben wir unsere erfolgreiche Entwicklung fortgesetzt und durch unsere neue Kooperation mit dem ADAC einen Zuwachs von plus 2,5 Prozent zum Vorjahresvergleich erzielt“, lobte Allianz Deutschland-Chef Klaus-Peter Röhler die ersten Erfolge.
Könnte man weiter auf die rund 750.000 Kunden des Direktversicherers Allsecur setzen, dann läge das Plus sogar bei 10,5 Prozent. Weil aus Allsecur bald aber ab dem vierten Quartal Allianz Direct wird und die dann unter dem Dach der Mutter Allianz SE angesiedelt ist, ist die deutsche Niederlassung der Allianz offiziell nicht mehr dafür zuständig.

Eine weitere Runde im Preiskampf um die prämienträchtigste Sachversicherung überhaupt zeichnet sich damit ab. Bis Ende November können Kfz-Kunden ihren alten Vertrag kündigen, um dann ab dem neuen Jahr zu einem anderen Versicherer zu wechseln. Die Assekuranzen nutzen diese Phase jedes Jahr, um mit großem Werbeaufwand neue Kunden zu sich zu locken.

Nun gehört es zum Selbstverständnis der Allianz, in jeder Sparte des Versicherungsmarktes die Nummer eins zu sein. Doch ausgerechnet im prestigeträchtigen deutschen Kfz-Markt haben die Münchener diese Position vor einigen Jahren an die Huk-Coburg verloren. Richtig näher gekommen sind sie ihr trotz der jüngsten Zuwächse nicht, denn auch die Oberfranken haben ihren Anteil ausgebaut. Das nagt an der Allianz. Dort wissen die Verantwortlichen allerdings, dass nur lange und kontinuierliche Arbeit hilft, will man tatsächlich irgendwann wieder nach ganz oben kommen.

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    Joachim Müller, der Vorstandschef der Allianz Versicherungs-AG, übt sich deshalb an diesem Tag in Diplomatie: „Wir haben immer den Anspruch, ganz oben zu stehen“. Weil man aber trotz allem eine bestimmte Erwartung an die Gewinnmarge habe, dürfte es wohl eine ganze Weile dauern, bis der Abstand von rund drei Millionen Kfz-Verträgen auf die Huk-Coburg aufgeholt ist. Kampfkonditionen dürfte es somit von Seiten der Allianz nicht geben.

    Zusammenarbeit mit bekannten Partnern ist keine Einbahnstraße

    Die Partnerschaft mit dem ADAC sei jedoch ein wichtiger Teil in der neuen Ausrichtung. Immerhin hat der Automobilclub 21 Millionen Mitglieder, so viele wie keine andere Vereinigung in Deutschland. Von einer Kannibalisierung zwischen ADAC Versicherung und Allianz will Müller aber nichts wissen. Im vergangenen Jahr sei lediglich die minimale Zahl von 2500 Kunden zwischen beiden Häusern gewechselt.

    Jedoch ist die Zusammenarbeit mit bekannten Partnern für die Allianz keine Einbahnstraße, auf der stets neue Namen hinzukommen. Im August erst wurde bekannt, dass der Autobauer BMW nach einer zehnjährigen Zusammenarbeit mit der Allianz nun die Wettbewerber Axa und Generali als neue Partner für Versicherungslösungen ausgewählt hat. Mit Axa geht es um neue Versicherungslösungen, die im kommenden Jahr präsentiert werden sollen. Generali soll sich um die Absicherung von geleasten und finanzierten Autos und Motorrädern kümmern.
    Generell ist der Markt somit stark in Bewegung. Auch, weil die Idee großer Plattformen, auf denen Kunden Mobilität, Telekommunikation, Versicherung und die Dinge des täglichen Konsums erledigen, mehr und mehr in Mode geraten. Grenzen oder Berührungsängste innerhalb verschiedener Branchen, wie sie in früheren Jahren an der Tagesordnung waren, gehören längst der Vergangenheit an.
    Das hat auch August Markl längst erkannt. Es gehe um maßgeschneiderte Angebote für die Mitglieder, so der Präsident des ADAC. Dafür kooperiert der Automobilclub mit BMW beim Privatleasing, mit Sixt bei der Autovermietung und der Bank 11 bei der Autofinanzierung.
    Und selbst die aufstrebenden Insurtechs nehmen inzwischen den Trend zur branchenübergreifenden Zusammenarbeit auf. Das Berliner Start-Up Emil, das von der Gothaer Versicherung unterstützt wird, präsentierte in der vergangenen Woche eine Kooperation mit dem Telekom-Riesen Vodafone. Wer sich dessen App herunterlädt und dort 14 Tage seinen Fahrstil bewerten lässt, bekommt bei Emil 20 Prozent Rabatt auf die Kfz-Versicherung, so das neue Angebot. Vorgestellt wurde die Innovation übrigens bei der Automobilmesse IAA.

    Mehr: Der langjährige Allianz-Leben-Chef Markus Faulhaber geht in den Ruhestand. Sein Nachfolger Andreas Wimmer kommt aus dem eigenen Haus.

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