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„Net-Zero Asset Owner Alliance“ Allianz-Chef Bäte stellt Zusammenschluss für klimaneutrale Anlageportfolios vor

So etwas hat es in der Finanzindustrie bisher noch nicht gegeben: Ein Dutzend globale Investmenthäuser verpflichten sich, sämtliche Vermögenswerte bis 2050 klimaneutral anzulegen.
23.09.2019 - 19:34 Uhr Kommentieren
Das Ziel der „Net Zero Asset Owner Alliance“ ist es, sämtliche Vermögenswerte klimaneutral anzulegen. Quelle: dpa
Oliver Bäte

Das Ziel der „Net Zero Asset Owner Alliance“ ist es, sämtliche Vermögenswerte klimaneutral anzulegen.

(Foto: dpa)

Frankfurt So viele prominente Staats- und Regierungschefs hatte Allianz-Chef Oliver Bäte vermutlich noch nie als Zuhörer. Der Grund: Bei der Klimakonferenz der Vereinten Nationen, die an diesem Montag in New York beginnt, kann Bäte einen Zusammenschluss verkünden, den es so in der Finanzindustrie bislang nicht gab.

Unter dem etwas sperrigen Titel „Net-Zero Asset Owner Alliance“ tritt dort erstmals eine Gruppe von einem Dutzend weltweit agierender Großinvestoren auf, die sich verpflichtet, ihr gesamtes Anlageportfolio bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu gestalten. Zusammen steht die Gruppe für die gewaltige Summe von 2,4 Billionen US-Dollar. Zur Verkündigung dieser Idee wurde Bäte die Hauptbühne reserviert.

Dabei ist das Ziel, sämtliche Vermögenswerte bis zur Mitte dieses Jahrhunderts klimaneutral anzulegen, aus Sicht der Allianz nicht neu. Schon im vergangenen Jahr hatte sich Europas größter Versicherer, der zusammen rund 800 Milliarden Dollar verwaltet, dem verschrieben. „Wir Asset Owner nehmen unsere Verantwortung ernst und steuern im Dialog mit den Unternehmen, in die wir investieren, auf kohlenstoffarme Geschäftspraktiken hin“, sagt Bäte nun.

Nun aber haben sich auch so namhafte Adressen wie die Schweizer Versicherer Swiss Re und Zurich, die schwedische Nordea oder der US-Pensionsfonds Calpers dem angeschlossen. Erstmals sind so Investmentgesellschaften aus Europa, den USA und Kanada in dem gemeinsamen Ziel, den Ausstoß von klimaschädlichen Abgasen zu reduzieren, vereint und erlegen sich damit die gleichen Ziele für ihre Anlagepolitik auf.

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    „So haben wir als Investorengruppe eine dreimal so hohe Marktmacht wie die Allianz allein“, sagt Günther Thallinger. Als Chief Investment Officer war er im Vorstand der Allianz maßgeblich an der neuen Strategie beteiligt. Nun liegt es vor allem an seinem Ressort, das riesige Portfolio in den kommenden Jahren entsprechend umzustellen.

    Allerdings ist die Zusammenarbeit von Investoren, um gemeinsam mehr Marktmacht für ein besseres Klima auszuüben, nichts Neues. Das bekannteste Bündnis ist die 2017 gegründete „Task Force for Climate Related Disclosures“ (TCFD).

    Dabei geht es aber in erster Linie darum, klimabezogene finanzielle Risiken aufzudecken und zu steuern. Deren Richtlinien sind freiwillig, etablieren sich aber mehr und mehr zum Standard, heißt es unter großen Investmentgesellschaften.

    Klare Klimaziele fürs Portfolio

    Der große Unterschied zu der „Net-Zero Asset Owner Alliance“ ist jedoch, dass die Finanzbranche nicht mehr nur Forderungen stellt an die Unternehmen, in die sie investiert, sondern sich selbst erstmals klare Klimaziele für das Portfolio auferlegt.

    Für die Finanzinvestoren sind dies gewaltige Herausforderungen, müssen sie doch beim Umbau in Richtung Klimaneutralität auch weiterhin eine auskömmliche Rendite erwirtschaften. Im Zeitalter der Nullzinspolitik ist das für Großanleger doppelt fordernd.

    Das zeigte sich bei diesem Thema bereits in den vergangenen Jahren, als sich insgesamt 310 Investoren zur Initiative „Climate Change 100+“ zusammenschlossen. Die brachten zu der Zeit die unvorstellbare Anlagesumme von 32 Billionen Dollar hinter sich. Der Druck, der bei dieser geballten Finanzmacht auf Unternehmen für mehr Klimaschutz ausgeübt werden konnte, war gewaltig.

    Umgekehrt zögerten nahezu alle angeschlossenen Vermögensverwalter, sich tatsächlich von Beteiligungen an Unternehmen zu trennen, die wenig Einsicht zeigen. Dadurch gebe man den Einfluss auf diese Gesellschaften ganz auf, hieß es einerseits. Zudem dürfe auch der Bogen nicht zu Lasten von Wachstum überspannt werden, das könne teuer werden.

    Bei der „Net-Zero Asset Owner Alliance“ dürfte die Herausforderung in der Praxis nun sein, die gewaltigen Summen, die ein jedes der zwölf Häuser verwaltet, so auszurichten, dass in drei Jahrzehnten ein klimaneutrales Portfolio dabei herauskommt.

    Schon jetzt ist aber klar, dass Investments in energieintensiven Branchen wie Versorger, Bergbau, Chemie, Transport, Luftfahrt, Kreuzfahrttouristik oder der Herstellung von Zement auch dann niemals klimaneutral sein können.

    Bei Unternehmen dieser Branchen wollen die Großinvestoren erreichen, dass die bisherigen Emissionen deutlich reduziert werden. Generell trennen will man sich von diesen Papieren aber nicht. Stattdessen sollen auf der Gegenseite klimanegative Investments – beispielsweise in Wald – ausgebaut werden, um in der Addition wieder zu einem klimaneutralen Ergebnis zu kommen.

    Auch will man unter den Mitgliedern der neuen Initiative in Zukunft keineswegs unter sich bleiben. Ziel sei es, dass aus dem aktuell rund 2,4 Billionen Dollar rasch fünf Billionen Dollar werden, anschließend sind in einem nächsten Schritt zehn Billionen Dollar das Ziel. „Das wäre ein Fünftel der weltweiten Investments, dann wäre die Marktmacht ausreichend groß“, gibt Allianz-Chefinvestor Thallinger die Richtung vor.

    Mehr: Allianz-Chef Thallinger spricht im Interview über die „Net Zero Asset Owners Group“ und das Bestreben der Allianz, ihre Anlagen klimaneutral zu gestalten. Lesen Sie hier mehr.

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