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Ratingagentur S&P Preisdruck führt zu Fusionen unter Rückversicherern

Sieben Milliardenübernahmen gab es in den vergangenen 18 Monaten unter Rückversicherern. Die Ratingagentur Standard & Poor's glaubt, dass das nur der Anfang war. Schuld an der Welle sind Hedgefonds und andere Investoren.
08.09.2015 - 14:47 Uhr
Die großen Rückversicherer wie Münchener Rück und Swiss Re wendeten sich wegen des Preisdrucks zunehmend von der klassischen Katastrophen-Rückversicherung ab, glaubt S&P. Quelle: Reuters
Swiss Re

Die großen Rückversicherer wie Münchener Rück und Swiss Re wendeten sich wegen des Preisdrucks zunehmend von der klassischen Katastrophen-Rückversicherung ab, glaubt S&P.

(Foto: Reuters)

Frankfurt Die Konsolidierungswelle unter den Rückversicherern wird nach Ansicht der Ratingagentur S&P angesichts des Preisdrucks in der Branche weitergehen. „Es ist viel los, es wird viel gesprochen“, sagte Johannes Bender, Ratinganalyst bei Standard & Poor's (S&P) am Dienstag in Frankfurt. Vor allem kleinere, auf bestimmte Sparten konzentrierte Rückversicherer seien betroffen. Dass sich der Preisdruck vermindere, weil damit Kapazitäten aus dem Markt genommen würden, sei aber nicht zu erwarten. Durch die sieben Milliardenübernahmen unter Rückversicherern in den vergangenen eineinhalb Jahren sei das zur Verfügung stehende Kapital nur um drei Prozent reduziert worden. Die größte Übernahme hat die italienische Holding Exor gestemmt, die 6,9 Milliarden Dollar für PartnerRe zahlte.

Die Branche leidet unter Überkapazitäten, unter anderem weil Hedgefonds und andere Investoren den Rückversicherungsmarkt als Gelegenheit zur Geldanlage entdeckt haben. Zu den 423 Milliarden Dollar an Eigenkapital, mit denen die 40 größten Rückversicherer operieren, seien nach Daten des Maklers Aon Benfield bis Ende Juni weitere 69 Milliarden Dollar von alternativen Kapitalgebern in den Markt gepumpt worden, erklärte S&P.

Die großen Rückversicherer wie Münchener Rück und Swiss Re wendeten sich wegen des Preisdrucks zunehmend von der klassischen Katastrophen-Rückversicherung ab, glaubt S&P. Sie steckten ihr Geld stattdessen in die Erstversicherung oder das proportionale Geschäft, bei dem sie einen festen Anteil der Risiken etwa von Auto- oder Unfallversicherern übernehmen. „Wir glauben, dass die Rückversicherungsbranche geeignete Verteidigungsstrategien gefunden hat“, sagte Bender. Gefahr für die Bonität der Unternehmen bestehe daher in den nächsten zwölf Monaten nicht.

Der Abwärtstrend bei den Preisen werde aber weitergehen, sagte S&P voraus – wenn auch nicht so stark wie im vergangenen Jahr, als sie in Teilbereichen um mehr als zehn Prozent eingebrochen waren. Für 2016 rechnen die Ratinganalysten mit einem Minus von maximal fünf Prozent. Die Schaden-Kosten-Quote werde dadurch in diesem Jahr auf 95 bis 100 Prozent steigen, im nächsten Jahr könnten die Rückversicherer mit einer Quote von 97 bis 102 Prozent operativ sogar ins Minus rutschen. „Die Voraussetzungen für die Branche sind nicht gut, die Ertragslage wird weiterhin leiden“, resümierte Bender. Die Eigenkapitalrendite werde im Branchenschnitt auf acht bis zehn Prozent sinken. 2014 waren es noch zwölf Prozent.

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