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RückversichererCorona-Schäden brocken Swiss Re Verlust ein

Schäden durch die Coronakrise und Naturkatastrophen führen bei Swiss Re zu Verlusten. Der Rückversicherer will den Aktionären dennoch eine unveränderte Dividende auszahlen. 19.02.2021 - 13:48 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Ohne Covid-Schäden und -Rückstellungen wäre der Gewinn 2020 auf 2,2 Milliarden Dollar gestiegen.

Foto: Reuters

Zürich, Frankfurt. Milliardenzahlungen für Schäden durch die Coronakrise und Naturkatastrophen haben dem Rückversicherer Swiss Re erstmals seit der Finanzkrise rote Zahlen eingebrockt. Die weltweite Nummer zwei der Branche nach Münchener Rück fuhr 2020 einen Verlust von 878 Millionen Dollar ein und schnitt damit schlechter ab als Analysten erwartet hatten.

2019 stand noch ein Gewinn von 727 Millionen Dollar zu Buche. Doch nun dürfte das Schlimmste überstanden sein. „Wir sind für 2021 zuversichtlich, denn die Covid-19-Schäden liegen größtenteils hinter uns“, erklärte Konzernchef Christian Mumenthaler am Freitag. Finanzchef John Dacey stellte für das laufenden Jahr einen Gewinn in Aussicht.

Der Vorstand erwartet im Sach- und Haftpflicht-Geschäft für 2021 ausgehend von den vorliegenden Informationen zusätzliche Corona-bedingte Schäden und Rückstellungen von weniger als 0,5 Milliarden Dollar. Seine Zuversicht untermauerte das Management mit der Ankündigung, den Aktionäre angesichts der starken Kapitalausstattung und des positiven Marktausblicks für 2020 eine unveränderte Dividende von 5,90 Franken je Aktie zahlen zu wollen.

Mit einer Dividendenrendite von über sieben Prozent kommt Swiss Re auf einen Spitzenwert unter den Schweizer Großunternehmen.

Vontobel-Analyst Simon Fössmeier äußerte sich bezüglich der weiteren Auswirkungen von Covid auf Swiss Re vorsichtiger. Angesichts der andauernden Lockdowns und der ungewissen zukünftigen Sterberaten sei es zu früh, von einer Kehrtwende auszugehen. Unter Ausschluss der Pandemie-Belastungen machte er allerdings Verbesserungen im Geschäft aus.

Pandemie kostet Rückversicherer 3,9 Milliarden Dollar

Die Schäden und Rückstellungen im Zusammenhang mit der Pandemie wie etwa Betriebsunterbrechungen, den Ausfall von Großveranstaltungen oder Kranken- und Ablebensversicherungen summierten sich im vergangenen Jahr vor Steuern auf 3,9 Milliarden Dollar. Naturkatastrophen, allen voran eine heftige Hurrikan-Saison in Nordamerika, kosteten weitere 1,7 Milliarden Dollar. Dazu kamen menschengemachte Großschäden wie die Explosion im Hafen von Beirut.

Wesentlich besser dürfte Münchener Rück 2020 abgeschnitten haben. Einer vom Konzern selbst veröffentlichten Umfrage zufolge rechnen Analysten mit einem Gewinn von 1,26 Milliarden Euro. „Münchener Rück ist insgesamt besser durch die vergangenen schwierigen Jahre gekommen als Swiss Re“, erklärte ein Analyst. Seit 2017 setzen dem Zürcher Konzern Naturkatastrophen zu, sodass die Gewinne in diesen Jahren jeweils weit unter den Werten der Vorjahre lagen.

Über Jahre war etwa das Erstversicherungsgeschäft mit großen Firmenkunden (Corporate Solutions) Analysten zufolge eine Baustelle. Beim Turnaround komme Swiss Re hier aber schneller voran als geplant, so das Unternehmen.

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Ob bei Swiss Re Bedarf besteht, Änderungen am Geschäft oder am Management vorzunehmen, muss auch Sergio Ermotti beurteilen. Der ehemalige Chef der Großbank UBS-Chef löst Mitte April den langjährigen Swiss Re-Präsidenten Walter Kielholz ab.

rtr
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