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Rückversicherer Munich Re hebt Dividende nach Milliardengewinn an – die Blitzanalyse

Das Jahresergebnis von Munich Re liegt zwar nur im Mittelfeld der eigenen Erwartungen. Trotzdem hebt der weltgrößte Rückversicherer die Dividende an.
06.02.2019 Update: 06.02.2019 - 09:03 Uhr Kommentieren
Der weltgrößte Rückversicherer hat sich vom schlecht laufenden Jahr 2017 erholt. Quelle: dpa
Munich Re

Der weltgrößte Rückversicherer hat sich vom schlecht laufenden Jahr 2017 erholt.

(Foto: dpa)

München Der Rückversicherer Munich Re hat an diesem Mittwoch seine vorläufigen Eckdaten für das abgelaufene Jahr vorgelegt. Das sind die wichtigsten Fakten:

  • Der Konzerngewinn fiel mit 2,275 Milliarden Euro wenig überraschend aus. Im Vorjahr standen an dieser Stelle 392 Millionen Euro. Das Jahr 2018 hatte zwar deutlich weniger Großschäden durch Naturkatastrophen als 2017, doch gerade im vierten Quartal gab es Waldbrände, Hurrikans und Taifune.
  • Besonders die Erstversicherungstochter Ergo überraschte: Im Herbst wurde die Gewinnprognose auf 350 Millionen Euro nach oben geschraubt, am Ende sprangen 412 Millionen Euro heraus. Dazu trug unter anderem ein besseres Schadensmanagement bei.
  • Die Dividende will der Konzern um 7,5 Prozent auf 9,25 Euro je Aktie erhöhen. Zum aktuellen Kurs entspricht das einer Dividendenrendite von knapp 4,7 Prozent.

Das fällt positiv auf

Die Munich Re ist nach dem Gewinneinbruch im Vorjahr wieder auf Kurs. Der anvisierte Gewinn in einer Spanne von 2,1 bis 2,5 Milliarden Euro wurde erwartungsgemäß erreicht. Rund 2,3 Milliarden Euro sind der Mittelwert davon und stellen keine Überraschung dar.

Manch ein Experte hatte angesichts von 2,038 Milliarden Euro nach neun Monaten mehr erwartet. Konzernchef Joachim Wenning hatte diesen Hoffnungen bereits im November widersprochen, als klar war, dass die Belastungen durch Naturkatastrophen durch Waldbrände in Kalifornien und durch Hurrikans und Taifune in den USA und in Asien hoch sein würden.

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    Positiv für Anleger ist ebenfalls die vorgeschlagene Dividende je Aktie, die mit 9,25 Euro um rund 7,5 Prozent höher ausfällt als die 8,60 Euro, die im vergangenen Jahr ausgezahlt wurden.

    Munich Re bleibt damit seinem Ruf als verlässlicher Dividendenzahler gerecht. Zur Politik des Hauses gehört, dass die Ausschüttung im Idealfall gegenüber dem Vorjahr steigt, im schlechtesten Fall aber stagniert. Die Dividendenrendite zum aktuellen Kurs liegt damit für Anleger bei 4,7 Prozent.

    Das fällt negativ auf

    Das Niedrigzinsumfeld macht auch dem weltgrößten Rückversicherer mehr und mehr zu schaffen. Das Kapitalanlageergebnis der Gruppe sank im vergangenen Jahr um mehr als 14 Prozent auf 6,526 Milliarden Euro im Vergleich zu 2017. Sogar über 16 Prozent weniger waren es bei alleiniger Betrachtung des vierten Quartals. Dabei wurde für das Gesamtjahr nur noch eine Rendite von 2,8 Prozent erreicht. Noch im vergangenen Sommer stand an dieser Stelle ein Wert von über drei Prozent.

    Als Grund dafür gibt der weltgrößte Rückversicherer geringere Veräußerungsgewinne an. Das Kernproblem, mit dem alle Versicherer zu kämpfen haben, ist allerdings die geringere Rendite, wenn das Kapital aus auslaufenden Wertpapieren wieder angelegt wird. Dazu dürfte sich Munich Re im Tagesverlauf noch äußern, zuletzt wurden hier Renditen von nur noch 2,3 Prozent erreicht. Langfristig lauert hier also Gefahr, zumal dieser Trend nun schon seit längerem anhält.

    Widersetzen könnte sich der Konzern nur durch mehr Risiko oder die Investition in Infrastruktur und Bodenschätze. Die Munich Re wählte zuletzt über die Investmenttochter MEAG die zweite Möglichkeit und kaufte Waldflächen, Autobahnabschnitte und Versorgungsnetze.

    Damit künftig wieder mehr Erträge erzielt werden, hat der Konzern reagiert und bekommt ab dem 18. März mit dem Briten Nicholas J. Gartside erstmals einen Chief Investment Officer. Der Vorstand wird damit von acht auf neun Personen erweitert.

    Was jetzt passiert

    Das Kerngeschäft Rückversicherung bleibt weiterhin schwierig. Preiserhöhungen lassen sich nur in ganz speziellen Regionen durchsetzen, in denen es zuletzt auch zu größeren Naturkatastrophen gekommen ist. Bei der jüngsten Erneuerungsrunde zum 1. Januar blieb das Preisniveau lediglich stabil. Das ist enttäuschend. Der Markt ist nach wie vor sehr umkämpft, sodass hier wenig Aussicht auf größeres Wachstum besteht.

    Umso wichtiger ist es, dass Konzernchef Joachim Wenning den spürbaren Wandel des Hauses in die Digitalisierung und zu schlankeren Strukturen weiter intensiv vorantreibt. Dass die Munich Re restrukturieren kann, zeigt das Beispiel der Tochter Ergo. Nach einem teils schmerzvollen Prozess hat der Düsseldorfer Erstversicherer im vergangenen Jahr auch die im Herbst auf 350 Millionen Euro erhöhte Gewinnprognose übertroffen. Am Ende standen hier 412 Millionen Euro.

    Die Schaden-Kosten-Quote, die zeigt, ob ein Versicherer Geld verdient, wurde sowohl im deutschen als auch im internationalen Geschäft noch einmal verbessert.

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