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Stresstest Europas Versicherer sind gut für Krisen gerüstet – Zinsschock würde sie aber empfindlich treffen

Die EU-Aufsicht hält die Versicherer für angemessen kapitalisiert. Deutsche Versicherer leiden aber besonders unter den Dauerniedrigzinsen.
14.12.2018 - 19:39 Uhr Kommentieren
Der Konzern lehnte wie die meisten anderen Versicherer die Veröffentlichung der Einzelergebnisse ab. Quelle: dpa
Allianz-Fahnen

Der Konzern lehnte wie die meisten anderen Versicherer die Veröffentlichung der Einzelergebnisse ab.

(Foto: dpa)

Frankfurt Ein Zinsschock würde die Kapitaldecke der großen europäischen Versicherungskonzerne nach Erkenntnissen der Aufsichtsbehörde Eiopa deutlich schmälern. Das ist das Ergebnis des diesjährigen Stresstests unter den 42 wichtigsten Versicherern, den die EU-Aufsicht am Freitag in Frankfurt veröffentlichte.

Anhaltende Niedrigzinsen, aber auch ein plötzlicher Anstieg des Zinsniveaus sowie der Lebenserwartung der Kunden erwiesen sich als Gefahr für die Versicherer-Finanzen. Mit schweren Naturkatastrophen kam die Branche deutlich besser zurecht.

Insgesamt sei die Branche aber „angemessen kapitalisiert“, um die getesteten Extrem-Szenarien zu bewältigen. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin erklärte, auch die fünf Teilnehmer aus Deutschland hätten sich krisenfest gezeigt, ein langanhaltendes Niedrigzins-Szenario sei für sie aber herausfordernd.

„Aufgrund ihrer langfristigen Verpflichtungen sind einige deutsche Unternehmen von der Niedrigzinsphase besonders betroffen“, sagte Exekutiv-Direktor Frank Grund. Hohe Garantiezinsen für Lebens- und Rentenversicherungen, wie in Deutschland lange Zeit üblich, gibt es in anderen europäischen Ländern oft nicht.

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    Aus Deutschland nahmen die Allianz, die Münchener Rück, HDI (Talanx), die genossenschaftliche R+V Versicherung und der größte Autoversicherer HUK-Coburg an dem Stresstest teil. Auch andere Größen wie Axa und Generali waren dabei.

    Eiopa hatte es erstmals den Unternehmen überlassen, ob sie ihre Einzelergebnisse veröffentlichen lassen wollten. Nur vier von 42 Teilnehmern erlaubten es, darunter die österreichische Vienna Insurance (Wiener Städtische), während die deutschen Versicherer ablehnten.

    Aus Sicht des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bestätigen die Ergebnisse, dass die europäische Versicherungswirtschaft auch in extremen Szenarien sehr stabil sei. Das Ergebnis sei erfreulich und gleichzeitig wenig überraschend, da das Aufsichtssystem, der EU-Kapitalstandard „Solvency II“, bereits auf einem Stresstest-Ansatz beruhe: „Der begrenzte Erkenntnisgewinn zusätzlicher Stresstests kann den erheblichen Mehraufwand in den Unternehmen kaum rechtfertigen.“

    Eiopa testete die Widerstandsfähigkeit der Versicherer gegen drei Stress-Szenarien. Bei einem abrupten Zinsanstieg, verbunden mit Marktverwerfungen und deutlich zunehmenden Schadenmeldungen, würde die Solvenzkapital-Anforderung (SCR) der 42 Firmen im Schnitt von 202 auf 145 Prozent sinken. Bei sechs Versicherern würde sie sogar unter die kritische Mindestquote von 100 Prozent fallen.

    Im Szenario mit langfristig sehr niedrigen Zinsen und einer steigenden Lebenserwartung kämen die Versicherer im Schnitt auf eine SCR von 137 Prozent, sieben von ihnen würden unter 100 Prozent landen.

    Eine Serie schwerer Naturkatastrophen von Orkanen über Hochwasser bis zu Erdbeben würden die Versicherer dagegen fast unbeschadet überstehen - vor allem weil die Rückversicherer 55 Prozent der Verluste trügen.

    • rtr
    • dpa
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