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Unfallversicherungen Wie sich bei einem Unglück ein finanzielles Fiasko verhindern lässt

Unfälle können zu langfristigen gesundheitlichen Schäden führen. Die Policen der Versicherer sind nur schwer zu vergleichen. Welche Anbieter im Test überzeugen.
02.09.2020 - 15:12 Uhr Kommentieren
Unfallversicherungen: Diese Versicherer schneiden am besten ab Quelle: dpa
Haushaltsunfall

Wer eine Unfallversicherung wählt, sollte auf einen ausreichenden Schutz achten.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Acht bis neun Millionen Unfälle passieren pro Jahr in Deutschland. Ein Großteil davon im Haushalt oder beim Sport. Meist ziehen sich Betroffene nur leichte Verletzungen und vorübergehende körperliche Einschränkungen zu. Im Ernstfall können die Folgen aber gravierend sein und von einer längeren Arbeitsunfähigkeit bis hin zu einer dauerhaften Vollinvalidität reichen.

Auf dem Weg von und zur Arbeit sind Arbeitnehmer in Deutschland über die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Das gilt auch für Schüler auf dem Weg zur Schule. Für alle anderen Fälle kommt eine private Unfallversicherung infrage. Diese Versicherung bezahlt dann, wenn ein Unfall einen bleibenden körperlichen Schaden verursacht. Die Unfallversicherung leistet dann, wenn nach einem Unfall ein körperlicher Schaden eintritt, der mindestens drei Jahre anhält.

Die Unfallversicherung bietet aber nur einen eingeschränkten Schutz: Diese Police ist kein Ersatz für eine Berufsunfähigkeitspolice. Bei mehr als 90 Prozent der von Berufsunfähigkeit Betroffenen sind Krankheiten die Ursache und nicht Unfälle.

Weil Kinder nicht gegen Berufsunfähigkeit versichert werden können, kann eine Kinderinvaliditätsversicherung eine Alternative sein. Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen verlangen bei riskanten sportlichen Aktivitäten wie Kitesurfen, Tauchen oder Fallschirmspringen hohe Risikozuschläge. Eine Unfallversicherung kann dann eine sinnvolle Ergänzung sein.

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    Die Ratingagentur Franke und Bornberg hat die Qualität von privaten Unfallversicherungen in der Kategorie Topschutz unter die Lupe genommen. Von 31 Tarifen erhalten acht die Höchstnote sehr gut. Dabei gehen die Versicherungsexperten von einer Invaliditätsleistung von 100.000 Euro aus. Bei einer vollständigen Invalidität durch einen Unfall bekäme ein Versicherter genau diese Summe ausbezahlt.

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    „Die Progression ist ein weiterer wichtiger Faktor. Bei einer schweren Behinderung bekommen Versicherte dann ein Vielfaches der Invaliditätsleistung“, erklärt Michael Franke, Geschäftsführer der Ratingagentur Franke und Bornberg. Der Test geht von einer Progression von 500 Prozent aus. Das bedeutet: Bei der Invaliditätsleistung von 100.000 Euro im Musterfall würde der Versicherte bei einer vollen Invalidität 500.000 Euro erhalten.

    Die Tarife der Anbieter sind aber nur schwer vergleichbar. Das gilt neben den Versicherungsbedingungen ganz besonders für die Gliedertaxe: „Sie beschreibt, wie viel Prozent der Versicherungssumme für den Verlust oder die Beeinträchtigung eines bestimmten Körperteils zugrunde gelegt wird“, sagt Franke. Die Versicherer bieten je nach Tarif unterschiedliche Gliedertaxen an.

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    Daher erklärt es sich auch, dass bei gleicher Versicherungssumme und Progression die Leistungen der Versicherungen unterschiedlich ausfallen. So bezahlt der LBN Versicherungsverein beim Tarif „Besser+“, dem am besten bewerteten Tarif, 360.000 Euro beim Verlust einer Hand. Bei der Haftpflichtkasse mit dem Tarif „Einfach komplett“, die ebenfalls die Bestnote sehr gut erhält, beträgt diese Leistung dagegen 300.000 Euro.

    Entsprechend der individuellen Risikokonstellation unterscheiden sich die Prämien erheblich. Ein kaufmännischer Angestellter bezahlt beim günstigsten Top-Anbieter für diese Berufsgruppe eine jährliche Prämie von 109,41 Euro. Beim teuersten Anbieter, der Universa Allgemeine Versicherung, liegt die Prämie beim Tarif „Topaktiv Trend exklusiv“ dabei jährlich bei 341,93 Euro. Diesen Tarif bewertet Franke und Bornberg lediglich mit ausreichend.

    Höhere Prämie bei körperlicher Arbeit

    Grundsätzlich teurer ist eine Unfallversicherung für einen Handwerker, der durch seine körperliche Arbeit ein höheres Risiko trägt als ein Büroangestellter. Beim günstigsten Anbieter aus der Topgruppe, der Ammerländer Versicherung, kostet die Jahresprämie 179,51 Euro, beim LBN Versicherungsverein sind es dagegen mit 270,13 Euro deutlich mehr.

    Bei der Unfallversicherung macht sich eine gründliche Auswahl in jedem Fall bezahlt. Die Bedingungen unterscheiden sich im Detail sehr stark und lassen sich für einen Laien nur schwer beurteilen. Die unabhängige Beratung durch einen Versicherungsexperten kann sich rechnen.

    Mehr: Wenn das Berufsleben plötzlich endet: Mit welchen Versicherungen Sie sich am besten schützen können

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