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Versicherer Corona belastet Talanx schwer

Der Gewinn des im SDax notierten Unternehmens sinkt im zweiten Quartal um mehr als die Hälfte. Das drückt auch die Talanx-Aktie ins Minus.
12.08.2020 - 10:45 Uhr Kommentieren
Hohe Schäden und die Marktturbulenzen durch die Corona-Pandemie kommen den Versicherungskonzern Talanx teuer zu stehen. Quelle: dpa
Firmensitz von Talanx in Hannover

Hohe Schäden und die Marktturbulenzen durch die Corona-Pandemie kommen den Versicherungskonzern Talanx teuer zu stehen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Absage und Verschiebung von Großveranstaltungen, die Schließung von Betrieben sowie weitere Belastungen durch die Corona-Pandemie haben bei der Versicherungsgruppe Talanx einen Gewinneinbruch ausgelöst. Im zweiten Quartal hat sich der Gewinn der drittgrößten deutschen Versicherungsgruppe mit 103 Millionen Euro mehr als halbiert.

Das Konzernergebnis des im SDax notierten Unternehmens sank im ersten Halbjahr wegen hoher Corona-Belastungen insgesamt um ein Drittel auf 325 Millionen Euro. „Die Corona-Pandemie hat uns ein schwieriges erstes Halbjahr 2020 beschert“, sagte Torsten Leue, Vorstandsvorsitzender des Versicherers.

Leue erwartet in den kommenden Quartalen weitere Belastungen durch die Corona-Pandemie und ihre Folgen für Wirtschaft und Kapitalmärkte. Hinzu kämen die verschärften Niedrigzinsen und die gerade angelaufene Hurrikan-Saison. „Wir müssen uns auch auf ein herausforderndes zweites Halbjahr einstellen“, sagte der Talanx-Chef.

Auch die Explosion in Beirut werde sicher ein Großschaden für die Talanx. „Momentan gehen wir von einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag als Schaden aus“, sagte Finanzvorstand Immo Querner in einer Telefonkonferenz.

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    Zu einer neuen Gewinnprognose für das Gesamtjahr sieht sich CEO Leue weiterhin nicht in der Lage. Sein ursprüngliches Gewinnziel von 900 bis 950 Millionen Euro hatte er im April zurückgezogen. „Insbesondere im zweiten Quartal, dem Höhepunkt des Lockdowns in Europa, waren die Belastungen enorm und haben unser Schadenbudget deutlich überschritten“, sagte er.

    Insgesamt habe die Pandemie im ersten Halbjahr für – teilweise jedoch von der geplanten Großschadenvorsorge aufgefangene – Schäden in Höhe von 824 Millionen Euro gesorgt.

    Die Investoren reagierten darauf enttäuscht. Die Talanx-Aktie gab am Mittwochvormittag um 0,6 Prozent leicht nach.

    Schwäche der Mutter Hannover Rück belastet zusätzlich

    Die Coronakrise hinterlässt damit deutliche Spuren beim Versicherer aus Niedersachsen, der als Kandidat für einen Aufstieg in den Mdax gilt. Talanx, zu dem Marken wie HDI und Neue Leben zählen, bekommt damit auch die Schwäche der wichtigen Rückversicherungstochter Hannover Rück zu spüren.

    Die Aussicht auf hohe Schäden durch die Coronakrise hatten bei dem Rückversicherer im zweiten Quartal zu einem überraschend herben Gewinneinbruch geführt, wie das Unternehmen vor wenigen Tagen verkündete.

    Der nach gebuchten Bruttoprämien drittgrößte deutsche Versicherungskonzern aus Hannover schlug sich damit schlechter als die Nummer Eins auf dem deutschen Markt, die Allianz. Beim Münchener Dax-Konzern ging der operative Gewinn im ersten Halbjahr um ein Fünftel auf 4,9 Milliarden Euro zurück – was für die Analysten eine positive Überraschung bedeutete. Allianz-Finanzvorstand Giulio Terzariol machte dabei klar, dass der Münchner Konzern trotz milliardenschwerer Belastungen durch die Pandemie im laufenden Jahr einen operativen Gewinn von mindestens zehn Milliarden Euro erwartet - sofern eine große zweite Corona-Welle ausbleibt.

    Die Coronakrise trifft die Branche schwer. Die Pandemie wird der Versicherungsbranche möglicherweise den größten Verlust ihrer Geschichte bescheren. Die Kosten könnten sich allein in diesem Jahr auf 203 Milliarden Dollar addieren, schätzt der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London.

    Die Summe setzt sich zusammen aus 107 Milliarden Dollar an Versicherungsschäden und 96 Milliarden Dollar an Anlageverlusten. Der Versicherungsschaden allein entspricht ungefähr den Kosten der Hurrikan-Jahre 2005 („Katrina“, „Rita“ und „Wilma“) und 2017 („Harvey“, „Irma“ und „Maria“).

    Drittes Quartal könnte schwierig werden

    Weitere Belastungen könnten im dritten Quartal folgen. Denn in Nordamerika droht im Herbst nach Befürchtungen der Munich Re eine heftige Hurrikan- und Waldbrand-Saison. Grund dafür sei das Klimaphänomen „El Nina“, in dem sich tropische Wirbelstürme über warmen Wasseroberflächen besser als sonst entwickeln können, heißt es im jüngst veröffentlichten Naturkatastrophen-Bericht der Münchener.

    Ein ungewöhnlich trockener Frühherbst könne unter diesen Bedingungen auch Waldbrände in Kalifornien anfachen. Gerade für die Rückversicherer ist das dritte Quartal deshalb von entscheidender Bedeutung, da die Schadenssummen wegen einer Vielzahl von starken Hurrikans und Taifunen sowie heftigen Waldbränden in den vergangenen Jahren oftmals sehr hoch ausgefallen sind.

    Trotz allem hatte sich die Stimmung in der deutschen Versicherungsbranche im Schatten der Coronakrise zuletzt leicht belebt. Nachdem im Frühjahr 2020 das Ifo-Geschäftsklima der deutschen Versicherungswirtschaft auf ein historisch niedriges Niveau gefallen war, hellte sich im Sommer die Stimmung wieder leicht auf. Dies könnte darauf hindeuten, „dass die Corona-Talsohle schon durchschritten ist“, sagte diese Woche Jörg Asmussen, neuer Geschäftsführer des Versicherungsverbandes GDV. „Doch noch ist die Erwartungshaltung der Versicherer sehr gedämpft.“

    Die vorsichtigen Worte von Talanx-Boss Leue belegen, dass dies nicht nur so dahingesagt ist.

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