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Versicherer Die Gefahr von Hackerangriffen auf moderne Autos steigt

Weil Fahrzeuge zunehmend vernetzt sind, befürchtet die Allianz in den kommenden Jahren vermehrt Angriffe auf Pkw. Versicherer sind alarmiert.
  • Christian Schnell
22.09.2020 - 16:34 Uhr Kommentieren
Das mögliche Gefahrenpotenzial durch Hackerangriffe doch von Diebstahl des Autos über Funktionsstörungen bis hin zu schweren Unfällen. Quelle: ddp/Przemek Klos
Datenklau

Das mögliche Gefahrenpotenzial durch Hackerangriffe doch von Diebstahl des Autos über Funktionsstörungen bis hin zu schweren Unfällen.

(Foto: ddp/Przemek Klos)

München Der Zuwachs ist gigantisch: Waren vor zwei Jahren erst rund 37 Millionen vernetzte Fahrzeuge auf Europas Straßen unterwegs, so sollen es bis ins Jahr 2023 schon 110 Millionen sein. Das jedenfalls zeigt eine Studie von Cap Gemini. In modernen Autos sind oft mehr als 60 Steuergeräte verbaut, jedes ist ein potenzielles Angriffsziel. Die Konsequenz daraus für Hersteller wie für Versicherer ist eindeutig: Verdreifacht sich die Zahl der digital vernetzten Autos in den nächsten Jahren, dann steigt die Gefahr von Hackerangriffen stark an.

Cyberattacken auf Fahrzeuge waren das zentrale Thema beim Autotag der Allianz, der am Donnerstag stattfand. Neben bisher schon stark von Hackerangriffen betroffenen Branchen aus der Energiewirtschaft und der Logistik könnte Autos die nächste große Angriffsfläche bieten.

Die Versicherer sind deshalb alarmiert. Reicht das mögliche Gefahrenpotenzial durch Hackerangriffe doch von Diebstahl des Autos über Funktionsstörungen bis hin zu schweren Unfällen. Gerade zu Diebstählen kam es in den vergangenen Jahren bereits zuhauf: Hacker fingen das Funksignal elektronischer Fahrzeugschlüssel ab und fuhren so meist innerhalb weniger Minuten mit meist hochpreisigen Autos davon. Geschädigte Fahrzeugbesitzer wurden hier durch die Kaskoversicherung entschädigt, denn es macht keinen Unterschied, ob ein Auto über eine eingeschlagene Scheibe oder über ein abgefangenes Funksignal entwendet wurde.

Sehr viel anders sieht es bei bewusst herbeigeführten Funktionsstörungen am Auto aus. „Die Motive hierfür sind unterschiedlich, teilweise, um Sicherheitslücken aufzudecken, manchmal aber auch, um den Hersteller damit zu erpressen“, sagt Frank Sommerfeld. Ein drittes Szenario ist für den Vorstandschef der Allianz Versicherungs-AG ein mutwillig herbeigeführter Unfall durch einen Hackerangriff. In einem solchen Fall kommt der Münchener Versicherer für Schäden an Personen und am Fahrzeug auf.

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    Funktionsstörungen als Spezialfall

    Differenzierter betrachten die Versicherer den Fall einer Funktionsstörung. Hier unterscheiden sie, ob ein einzelnes Fahrzeug oder die Server des Herstellers angegriffen wurden. Dann sind gewöhnlich etliche Autos bis hin zu allen Fahrzeugen eines bestimmten Typs betroffen. In einem solchen Fall muss nach Ansicht von Allianz-Vorstand Sommerfeld der Hersteller für die dauerhafte Funktionsfähigkeit seiner Fahrzeuge und deren Schutz sorgen. Wenn es sich dagegen nur um einen Einzelfall handelt, dann übernimmt sein Haus den Schaden.

    Generell ist man sich in der Branche aber bewusst, dass die Gefahr von Cyberangriffen auf Fahrzeuge in den kommenden Jahren massiv zunehmen wird. Klaus-Jürgen Röhler, Vorstandschef der Allianz Deutschland und gleichzeitig Mitglied im Konzernvorstand, fordert deshalb eine europäische Lösung für ein branchenübergreifendes „Automotive Security Information Center“. Regierungsbehörden, Hersteller, Zulieferer, aber auch Telekommunikationsbetreiber, Forschungseinrichtungen, Werkstätten und Versicherer müssten daran beteiligt sein. „Wir haben es mit einer Bedrohung zu tun, die weder an Unternehmens- noch an Ländergrenzen haltmacht“, begründet Röhler seinen Vorstoß.

    Mehr: Viele Kunden schließen Verträge ab, ohne genau zu wissen, ob sie die Police wirklich brauchen. Verbraucherschützer warnen vor den häufigsten Irrtümern.

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